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Anbieter für 5G

Wer arbeitet am LTE-Nachfolger und wer plant 5G-Tarife?


Spätestens seit 2017 ist LTE der mit Smartphones hierzulande meistgenutzte Mobilfunkstandard. Anbieter die ausschließlich auf 3G basierte Tarife setzen, also UMTS oder HSPA, gehören seither zur Minderheit. Zugunsten von 4G, wird sogar auf immer mehr Mobilfunkmasten das alte 3G zurückgebaut. Auch das "echte" 4G - also LTE-Advanced - findet zunehmend bundesweit Verbreitung. Dennoch wird bereits seit ca. 3 Jahren am Nachfolgestandard 5G geforscht. Momentan gehen Experten von einer Einführung im Jahr 2020 aus. Dann werden auch die drei "Big Player" in Deutschland, also Telekom, Vodafone, sowie O2 Telefonica, mit an Bord sein. Erfahren Sie hier mehr zum neuen Super-Datenturbo der Zukunft und wie die Mobilfunkprovider die neue Herausforderung meistern (wollen).

Welche Anbieter gibt es für 5G-Internet?

Neue Herausforderungen für die Anbieter: Enorme Frequenzbereiche nötig

Welche Frequenzen für 5G in Zukunft genutzt werden, ist noch nicht genau definiert. Doch fest steht: Die bei der LTE-Frequenzauktion im Juni 2015 ersteigerten Bänder bei 700, 900, 1.500 und 1.800 MHz werden definitiv nicht reichen. Damals hatten Vodafone insgesamt 110 MHz, die Telekom 100 MHz und Telefonica 60 MHz ersteigert. Wahrscheinlich kommen bei 5G aber erstmals auch sehr viel höhere Frequenzbereiche bis 300 GHz zum Einsatz. Wobei hier das Problem auftritt, dass mit breiteren Bändern (via Carrier Aggregation) zwar mehr Daten pro Sekunde übertragen werden können, die Reichweite mit steigender Frequenz aber extrem sinkt. So müssten theoretisch viel mehr Funkmasten installiert werden, als bei den bisherigen Standards - ein hoher Kostenfaktor also.

Welches Unternehmen in Deutschland wann auf welchen Frequenzbändern 5G-Mobilfunk anbieten wird, ist derzeit noch völlig offen. Dass aber keiner der großen Anbieter den Zug verpassen will, wird klar, wenn man sich die bisherigen Aktivitäten von Telekom, Vodafone und O2 Telefonica in puncto 5G anschaut.

Deutsche Telekom: Forschung im 5G:haus

Telekom
Im März 2015 haben die Bonner mit dem Innovationslabor "5G:haus" ein Forschungsprojekt gestartet, an dem sich unter anderem die Netzwerkausrüster Nokia und Ericsson, die Hersteller Samsung, Huawei, ZTE und Qualcomm, die Fraunhofer-Gesellschaft sowie die Universitäten in Kaiserslautern und Stanford beteiligen. Weitere Kooperationen folgten. Das Ziel des 5G:haus-Projekts ist es, einen Standard für die kommende Mobilfunkgeneration zu entwickeln. Es sollen zudem neue Netzarchitekturen entworfen und die Kunden bei der 5G-Entwicklung mit eingebunden werden.

Die Telekom hat sich zudem im Sommer 2015 am sogenannten "5G NORMA"-Projekt beteiligt, das zur 5G-PPP-Initiative der EU gehört. An dieser Public Private Partnership nehmen neben der Telekom unter anderem auch Nokia und Alcatel-Lucent, Universitäten in Kaiserslautern, London und Madrid sowie die Mobilfunker Orange und Telefonica teil. Das 5G-Projekt - NORMA steht für Novel Radio Multiservice Adaptive Network Architecture - hat sich zum Ziel gesetzt, eine neue, anpassungsfähige und zukunftssichere Architektur für Mobilfunknetze der fünften Generation zu schaffen. Zudem sollen Vorschläge für eine End-to-End-Netzarchitektur erarbeiten werden, die sowohl das Zugangsnetz (Access) als auch das Kernnetz (Core) berücksichtigen. Die Netzressourcen müssen dabei flexibel dem schwankenden Datenvolumen, der Netztopografie und der jeweiligen Anforderungssituation angepasst werden. Dabei will die Telekom federführend mitwirken.

Vodafone: Forschung im 5G Lab Germany

Vodafone
Die Düsseldorfer sind bereits seit geraumer Zeit an der Entwicklung von 5G aktiv beteiligt. An der Technischen Universität Dresden wurde im Herbst 2014 ein "Vodafone-Lehrstuhl für mobile Kommunikationssysteme" eingerichtet. Ziel der Partnerschaft ist es, die technischen Möglichkeiten von 5G zu erforschen und Richtlinien für den Standard zu erarbeiten. Vodafone ist überzeugt davon, dass auch in Zukunft das genutzte Datenvolumen weiter steigen wird und sich parallel die Geschwindigkeiten erhöhen müssen.

Im September 2014 wurde an der TU Dresden ein 5G-Testlabor offiziell eröffnet, das mit der erforderlichen Netzwerk-Hardware und -Software sowie Frequenzmessgeräten ausgestattet ist. Bereits zwei Monate zuvor, war den Wissenschaftlern ein Live-Test mit 5 Gbit/s gelungen. Neben Vodafone, sind am "5G Lab Germany" weitere Technologieunternehmen wie Nokia, Alcatel-Lucent und Ericsson beteiligt. Inzwischen sind weltweit über 600 Wissenschaftler in die 5G-Forschung in Dresden involviert. Auf der Cebit 2015 zeigte Vodafone gemeinsam mit der TU einen 5G-Testaufbau, bei dem bereits 10 Gbit/s erreicht wurden.

Telefonica: Forschung im 5G-NORMA-Projekt

O2
Auch Telefonica, der spanische Mutterkonzern der deutschen Mobilfunker O2, konnte schon erste Schritte in Richtung 5G für sich verbuchen. Bereits seit der Etablierung der EU-Initiative "5G-PPP" Ende 2013, gewann das Unternehmen dort einen Repräsentanten im Vorstandsgremium. So hat die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Telefonica hat im Mai 2014 gemeinsam mit dem IMDEA Networks Institute in Madrid eine Forschungsgruppe zum Thema 5G ins Leben gerufen. Hier sollen Experten von O2 zukünftige Netzwerktechnologien entwerfen, wobei der Schwerpunkt auf 5G liegt. Außerdem ist Telefonica, wie erwähnt, auch am 5G-NORMA-Projekt beteiligt. Mitte 2017 gelang O2 zusammen mit Huawei in München ein weiterer Schritt in Richtung 5G. Im Projekt "TechCity" konnte eine Transferrate von 1,65 GBit gemessen werden.

Ein kurzer Blick in die Schweiz

Im Oktober 2015 kündigte auch die Swisscom an, man lege im eigenen Netz bereits die Grundsteine für den 5G-Netzstart 2020. Bis dato hatte der Konzern das schnelle LTE-Advanced bereits in 16 Städten aktiviert. Um genügend Frequenzbandbreite zur Verfügung zu haben, plant der Konzern ab 2020 das über 20 Jahre alte GSM-Netz endlich zu deaktivieren. Auf den frei werdenden Bändern, soll dann auch 5G funken können. Ähnlich dürfte die Entwicklung bezüglich GSM wohl auch in Deutschland verlaufen.

Hohe Anforderungen an 5G

An 5G werden noch viel höhere Anforderungen gestellt, als an alle Standards zuvor. Geht man heute von weltweit sieben Milliarden Endgeräten aus, die miteinander vernetzt sind, werden es in fünf bis zehn Jahren wohl 50 bis 100 Milliarden Endgeräte sein. Dafür müssen schnelle und stabile Netze mit 100-prozentiger Ausfallsicherheit und extrem kurzen Reaktionszeiten zur Verfügung stehen. Dazu zählt auch eine geringere Störanfälligkeit, eine höhere mögliche Dichte an Geräten im gleichen Netz und eine um 90 Prozent höhere Energieeffizienz. Die Datenraten steigen parallel dazu: 2020 soll 5G schneller als 1 GBit/s sein, 2030 dann bereits 1.000-mal schneller als heute LTE. Künftig könnte also die Datenrate eher in den Hintergrund geraten, denn kaum jemand dürfte subjektiv noch den Unterschied zwischen 2.000 oder 4.000 MBit bemerken.