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5G Release 19

Alle wichtigen Neuerungen der zweiten 5G-Advanced-Stufe


Wie schon LTE, wird auch 5G stetig weiterentwickelt und verbessert. Die Grundlage für die ersten 5G-Netze legte der Release 15. Dem folgten drei weitere Erweiterungen bis Release 18. Letztere legte die Grundlage für das sogenannte 5G-Advanced. Mit dem Release 19 gibt es nun bereits die 4. Revision und die zweite Entwicklungsrunde für 5G Advanced.

Dabei geht es bei den Entwicklungen längst nicht immer nur um höhere Geschwindigkeiten für Up- und Downloadraten. Der Fokus liegt zunehmend auf künstliche Intelligenz, geringerem Energiebedarf, leistungsfähigere Satellitenverbindungen und die Vernetzung besonders einfacher, sparsamer Geräte (IoT). Wir zeigen, was den Release 19 auszeichnet und ihn besonders interessant für das 5G-Ökosystem macht.

Was macht den Release 19 besonders?

Hierbei handelt es sich sozusagen um die nächste Entwicklungsstufe von 5G-Advanced (Rel 18). Im Mittelpunkt steht weiter die Aufgabe 5G-Netz in der Praxis leistungsstärker, energieeffizienter und vielseitiger zu machen. Gleichzeitig legt Rel. 19 bereits die Grundlagen für Techniken, die bei der nächsten Mobilfunkgeneration 6G von Nutzen sein können. Bereits mit dem nächsten Release 20 sollen erste 6G-Basics festgelegt werden.

das kann 5G Release 19 | Infografik

Release 19 setzt den Fokus diesmal auf den Makrobereich durch das sogenannte „Ambient IoT“. Hier geht es um die Kommunikation winzige Geräte mit extrem geringem Energiebedarf. Rel. 19 schafft also auch die Grundlage für die Vernetzung von Kleinstgegenständen, für die herkömmliche Funkmodule noch zu groß oder Energiehungrig sind (etwa Funketiketten).


Die wichtigsten Neuerungen im Überblick

Zu den wichtigsten Verbesserungen und Erweiterungen bei Release 19 gehören vor allem:

  • mehr KI und Maschinen-Learning in der Funktechnik (u.a. verbesserte Positionsbestimmung)
  • Einführung von Ambient IoT für extrem stromsparende oder batterielose Funketiketten
  • höhere Netzkapazität und bessere Funkversorgung durch weiterentwickeltes Massive MIMO und Beamforming
  • kürzere Verbindungsunterbrechungen beim Wechsel zwischen Basisstationen
  • KI-/ML-Unterstützung für die Auswahl geeigneter Funkstrahlen und Optimierung von Funkverbindungen
  • präzisere Ortung und Positionsbestimmung mithilfe von KI
  • bessere Uplink-Abdeckung und geringere Verzögerungen durch Sub-band Full Duplex (SBFD)
  • höhere Kapazität und effizientere Datenübertragung für XR-Anwendungen wie virtuelle und erweiterte Realität
  • geringerer Energieverbrauch im Mobilfunknetz durch bedarfsgerechte Funksignale
  • zusätzliche Stromsparmöglichkeiten für kompatible Endgeräte durch Low-Power Wake-up Signals (LP-WUS)
  • verbesserte Funkabdeckung bei der Satellitenkommunikation über Non-Terrestrial Networks (NTN)
  • flexiblere Satellitennetze durch vollständige 5G-Basisstationsfunktionen direkt an Bord der Satelliten
  • Zwischenspeicherung und spätere Weiterleitung von IoT-Daten bei zeitweise fehlender Satellitenverbindung zur Bodenstation (Store and Forward)
  • Unterstützung der Satellitenanbindung für RedCap-Geräte

3. Ambient IoT: Vernetzung mit minimalem Energiebedarf

Zweifelslos die interessanteste Innovation mit Rel. 19 ist das Ambiente IoT, was man frei mit „Umgebungs IoT“ übersetzen könnte. Das bedeutet: Einfache, kleine Geräte werden nicht durch Energie über einen Akkus gespeist sondern können die nötige Energie aus ihrer Umwelt ziehen – besonders aus den Funkwellen selbst. Ähnlich funktioniert ja ein simples Registerradio. Statt leistungsstarker Funkmodems steht hier Miniaturisierung und Effizient im Fokus. Ziel ist es z. B. kleinste Sensoren oder kleine Funkchips mit dem Mobilfunknetz koppeln zu können.

Ein Werkzeug dafür ist auch die sogenannte Backscatter-Kommunikation. Statt das das Gerät selbst über ein Modem ein aufwendiges Sendesignal erzeugt und sendet (mit Antennen), verändert es die Reflektion eines bestimmten Funksignals so, dass darüber eine Informationsübertragung erfolgen kann. Das Reduziert Aufwand und Energiebedarf extrem. Klingt kompliziert, aber wäre im simpelsten Beispiel sehr trivial: Bereits durch ein einfaches „ich reflektiere das Signal zurück“ oder „ich absorbiere es“, könnte die Basisstation dies wie eine Art Morsecode interpretieren und daraus eine einfache Informationsübertragung realisieren. Ziemlich Genial also. Inder Praxis wird das Verfahren natürlich deutlich aufwendiger sein. Das Gedankenexperiment zeigt aber die Möglichkeit eines sehr simplen Offsets.

3.1 Wozu könnte Ambient IoT dienen?

Im Fokus ständen zunächst Indoor-Anwendungen, wie die Automatische Erfassung bestimmter Gegenstände im Lager oder Vorratsräumen. Ein Funketikett (wie jetzt RFID) könnte seine Kennung melden sobald es abgefragt wird. Die Funktion ist aber vorerst auf nicht öffentlich Campusnetze ausgerichtet.

4. Satelliten-5G: Mehr Technik direkt im All

Das Konzept 5G über Satellit ist bereits fast so alt wie 5G selbst. Die Einbindung erfolgte schon mit Rel. 17. Wir berichteten bereits vor Jahren darüber und führten einige interessante Interviews mit Vertretern der Branche. Seit 2026 gab es bereits für Endkunden eine erste Praxisanwendung bei Google Pixel Smartphone für Notrufe. Jetzt könnte mit Rel. 19 das Thema endlich erwachsen werden. Denn: Release 19 ergänzt das Konzept um die wohl wichtigste Architekturkomponente. Die 5G-Basisstation kann jetzt direkt auf einem Satelliten sitzen, wodurch die Kommunikation direkt von Smartphone und Satellit noch einfacher und direkt möglich wird. Fachleute sprechen hierbei von „regenerativen Nutzlast“. Bisher dienten Satelliten vor allem als Weiterleiter der Funksignale zwischen Endgerät und Boden-Basistation.

Wann wurde Release 19 verabschiedet?

Das Standardisierungsgremium 3GPP schloss am 12. Dezember 2025 den Release 19 ab (Frozen) und legte damit dem Funktionsumfang fest. Das bedeutet natürlich nicht, dass sich seither alle Funktionen nutzen lassen. Vielmehr liegt es an den Mobilfunkprovidern bestimmte Funktionen in die Funknetze zu übernehmen. Das kann in der Regel mit einem Softwareupdate bei den Basisstationen erfolgen. Bislang gibt es aber keine uns bekannten Features die für Privatnutzer umgesetzt wurden.

Fazit: 5G wird vielseitiger – nicht nur schneller

Der Release 19 setzt dem mit 5G-Advanced eingeschlagenen Weg weiter fort. Neben Verbesserungen bei der Funkleistung, wurden auch Energieeffizienz, intelligente Netzfunktionen und neue Anwendungsmöglichkeiten implementiert bzw. vorangetrieben. Vor allem die Themen Ambient IoT und Sat-5G zeigen, wie weit das Einsatzspektrum bei 5G inzwischen weit über der reiner Internetversorgung für Smartphones oder Routern hinaus geht. Als nächstes steht der Release 20 an.