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5G-Smartphones, Technik und Verfügbarkeit

Wann kommen die ersten 5G-Handys und von wem?


Noch steckt die 5. Mobilfunkgeneration in den Kinderschuhen und bis zu einem flächendeckenden Ausbau wird es noch Jahre brauchen. Wer frühzeitig gerüstet sein möchte, der kann sich bereits jetzt ein Bild von den ersten Smartphones verschaffen, welche 5G unterstützen (werden). Die verwendete Technik wurde schon 2018 vorgestellt, so dass es sich nicht mehr nur um Prototypen handelt. Dabei gehen es einige Hersteller vom Tempo her etwas gemächlicher an, als andere. Folgend erfahren Sie, wann die führenden Hersteller den Verkaufsstart der ersten 5G-Smartphones planen. Zudem stellen wir die Frage, ob und welche Vorteile der Umstieg überhaupt bringt.

5G am Smartphone

Die ersten 5G-Smartphones und die angepeilte Verfügbarkeit

Das Rennen um die ersten Handys die nach dem neuen Standard Datenverbindungen aufbauen können hat nicht nur Prestigegründe. Es ist für die Hersteller auch ein Zeichen an die Kunden, dass man fähig ist neue Techniken schnell zu adaptieren. Wer mehrere Jahre benötigt, bis er Transferraten im Gigabit-Bereich erreichen kann, der wird dies in den Umsatzzahlen zu spüren bekommen.

Hersteller Model erwartete Vorstellung
Apple iPhone 2020
Honor » n.v. 2019
Huawei » n.v. Juni 2019
LG » n.v. Mobile World Congress (Februar 2019)
Motorola Moto Z3 (mit Mod) Anfang 2019
OnePlus OnePlus 7 Mobile World Congress (Februar 2019)
Samsung Galaxy S10 X 20. Februar 2019
Sony » n.v. 2020
Xiaomi Mi Mix 3 Anfang 2019


5G-Smartphones von Apple

Zumindest für den Hersteller aus Cupertino sieht es so aus, als würde 2019 noch nichts auf den Markt kommen. Durch den Patentstreit mit Qualcomm werden sie von diesem Hersteller nicht mit Chips beliefert. Der Haus- und Hoflieferant ist aktuell Intel und diese haben ein 5G-Modem erst für die zweite Jahreshälfte 2019 auf der Agenda. Bleibt Apple seinem Vorstellungstermin treu, so wird die nächste Generation Anfang September vorgestellt. Beachtet man noch die Vorlaufzeit für die Produktion, so sind iPhones mit 5G für dieses Jahr vermutlich ausgeschlossen.

5G-Smartphones von Honor / Huawei

Von Huawei wird für März 2019 ein neuer Kirin-SoC erwartet, der den neuen Mobilfunkstandard unterstützen soll. Dies wäre nicht unwahrscheinlich, denn der Hersteller ist als Netzwerkausrüster technisch gesehen sehr weit vorne. Für Juni 2019 wird dann ein erstes Gerät erwartet, welches diesen Chipsatz beherbergen soll. Für ein mögliches Mate 30 wäre dies zu früh und für ein P30 zu spät. Gut möglich also, dass das P30 in einer 5G-Version nochmals neu aufgelegt wird. Honor ist als Tochterunternehmen von Huawei ebenfalls auf den neuen SoC angewiesen. Dabei möchte man es schaffen, noch vor dem Mutterunternehmen ein Handy zu veröffentlichen. Ob dies gelingt wird sich zeigen, aber als Hersteller, der preisbewusste Kunden anspricht dürfte es sich dann um eines der günstigeren Smartphones mit 5G handeln.

5G-Handys von LG

Auf der CES 2019 kündigte LG an, dass sie eine der ersten sein wollen, die ein 5G-fähiges Smartphone im Programm haben. Als möglicher Kandidat gilt hierbei das G8, welches zur Mobile World Congress 2019 (MWC) in Barcelona erwartet wird. Dies ist jedoch noch nicht ganz sicher. Es steht durchaus im Raum, ob der Hersteller hier nicht auf eine gänzlich neue Produktlinie ausweichen wird.

Motorola: vorerst nur USA

Rein nach den Daten liegt mit dem Moto Z3 bereits ein Handy vor, welches 5G beherrscht. Dies jedoch mit Einschränkungen. Das Telefon lässt sich mit Modulen erweitern – unter anderem mit einem, welches den neuen Mobilfunkstandard mitbringt. Dieses ist aktuell allerdings noch nicht zu haben und soll Anfang 2019 exklusiv bei dem US-Mobilfunkanbieter Verizon erhältlich sein und auch nur in deren Netz funktionieren. Mit umgerechnet 500 Euro soll das Modul dabei sogar teurer ausfallen, als das Smartphone selber.

OnePlus: Kommt das erste 5G-Smarthone von Oneplus?

Sehr ehrgeizig zeigt sich der Produzent OnePlus. Bereits auf der "Snapdragon Technologie Summit" im Dezember 2018 auf Hawaii gab Oneplus bekannt, dass man der Erste Hersteller sein möchte, welcher ein fertiges 5G-Produkt in den Handel bringt. Zum Einsatz kommen soll der Qualcomm Snapdragon 855 mit dem X50 Modem aus gleichem Hause.

Snapdragon 855 mit 5G | Bild: Qualcomm


5G-Smartphones von Samsung

Der nach Verkaufszahlen größte Hersteller im Markt steht unter Zugzwang. Huawei hat sich vor Apple gedrückt und greift nun auch den koreanischen Hersteller an. Wohl auch deswegen hat man sich gezwungen gesehen die Vorstellung der S-Reihe vorzuziehen. Das neue S10 möchte man nicht auf der MWC vom 25. bis 28 Februar 2019 vorstellen, sondern hat den Termin auf den 20. Februar 2019 datiert. In Branchenkreisen wird davon ausgegangen, dass dort auch das S10 X gezeigt wird, welches 5G unterstützen soll. Mit einer Auslieferung rechnet man dabei bereits ab März 2019. Auch hier soll Hardware von Qualcomm zum Einsatz kommen, die mit dem X50-Modem daherkommt.

Sony

Diesjährig wird von dem Elektronikgiganten mit Sitz in Tokio nichts erwartet. Man hat bereits angekündigt, dass man sich zur MWC erst einmal auf andere Dinge konzentrieren möchte. Hierzu gehören Punkte, die von den Kunden bemängelt wurden, wie die Leistungsfähigkeit der Kamera. Da man die XA-Reihe bei der Messe in Las-Vegas bereits ausgelassen hat gilt es als wahrscheinlich, dass man sich für die Umstellung der Produktpolitik etwas Zeit lassen wird und wir vor 2020 keine 5G-Smartphones von Sony sehen werden.

Xiaomi

Der chinesische Hersteller hat ebenfalls für die MWC ein 5G-Handy im Gepäck. Hierbei soll es sich um das Mi Mix 3 handeln, welches mit einem 5G-Modem aufgewertet wurde. Interessant wird sein, wie man die neuen Komponenten in das bestehende Gerät integriert hat. Gerade platztechnisch ist dies durchaus eine Herausforderung.

Weitere Hersteller

Qualcomm selber verweist darauf, dass in 2019 über 30 Smartphones auf den Markt kommen sollen, die zusammen X50 Modem den neuen Mobilfunkstandard unterstützen. Hierzu folgen im laufenden Jahr unter anderem Geräte von HMD-Global zu denen Nokia gehört, aber auch von OPPO, ZTE, Vivo und HTC. Hier hält man sich allerdings noch bedeckt und hat noch keine möglichen Termine genannt.

Die 5G-Hardware unter der Haube

Wer zu den ersten gehören möchte der sein Smartphone mit 5G auf den Markt bringt, kommt aktuell nicht an dem amerikanischen Chip-Giganten Qualcomm vorbei. Bereits Anfang Dezember letzten Jahres, hat das Unternehmen seinen neuen SoC (System on a Chip) Snapdragon 855 vorgestellt. Dieser unterstützt natürlich zunächst LTE, kann aber dank der Fusion-Schnittstelle mit dem optionalen X50-Modem kommunizieren. Dies ebnet den Weg in das 5G-Netz. Dabei sind anfangs Geschwindigkeiten bis zu 5 GBit/s möglich. Huawei möchte hier mit einem neuen HiSilicon Kirin nachziehen, der für März geplant ist. Noch sind dazu keine Details bekannt. Auch ist unklar, ob man wie Qualcomm auf zwei separate Chips setzen wird. Tatsächlich ist die Baugröße durchaus ein Problem.

Das X50 Modem von Qualcomm ist in etwa so groß, wie der Snapdragon 845 SoC. Soll das Smartphone kompakt bleiben, so ist das Auslagern des Modems durchaus sinnvoll. Intel möchte sich in der zweiten Jahreshälfte 2019 dazu gesellen und mit einem passenden Chip auf den Markt kommen. Dies wird insbesondere Apple freuen, die dann mit den gemachten Erfahrungen der anderen Hersteller auch eine praktische Umsetzung angehen können. Spannend bleibt auch, was andere Netzwerkausrüster in der Planung haben. Insbesondere ZTE hätte durchaus das Potential eigene Hardware zu entwickeln. Nachdem sie ihre Produktion wegen Sanktionen durch die USA zwischenzeitlich einstellen mussten wird in den Laboren sicherlich bereits daran gearbeitet.

Viele Antennen bereiten Platzprobleme

Bisher vorgestellte Prototypen von Smartphones der neuen Generation leiden unter einem Problem. Sie haben lediglich Antennen für das Sub-6 GHz-Band integriert. Dies bedeutet, dass sie zwar von der Größe ähnlich bleiben wie ihre LTE-Pendants, aber nicht die volle Leistungsfähigkeit von 5G entfalten können. Erst durch zusätzliche Nutzung der mmWave-Technik kommt es zu den ultraschnellen Datenübertragungen. Hierbei können technisch gesehen die Spektren zwischen 24 und 100 GHz genutzt werden. Dies ist allerdings in Deutschland noch reine Zukunftsmusik, da die dafür nötigen Frequenzbereiche noch nicht vergeben sind. Qualcomm hat zumindest bereits Referenzdesigns für Antennen entwickelt. Diese haben mit 6,9 x 18,6 mm durchaus ein stattliches Ausmaß. Man geht davon aus, dass für eine sinnvolle Nutzung mindestens drei dieser Module eingesetzt werden müssen. Dies stellt die Ingenieure vor Herausforderungen, denn der Platz im Gehäuse ist bereits heute ein limitierender Faktor. In den ersten Jahren gehen wir daher davon aus, dass 5G-Smartphones vorerst nur im Sub-6-Band funken.

Was bringt 5G und worauf sollte man achten?

Die Vorteile von 5G für Smartphone-Kunden liegen auf der Hand. Hohe Geschwindigkeiten von anfangs zirka 5 GBit/s bei extrem niedrigen Latenzen im Bereich von 2 bis 3 Millisekunden. Industrie und Wirtschaft haben die Vorteile bereits erkannt und arbeiten an Pilotprojekten, um die neue Technik so schnell wie möglich einsetzen zu können. Abseits davon wird die neue Netzgeneration auch bei vollständig neuen Technologien zum Einsatz kommen. Allgegenwärtig ist dabei das autonome Fahren im Gespräch. Die Fahrzeuge sollen untereinander in Echtzeit kommunizieren und sich auf diese Weise besser organisieren und Unfälle vermeiden.

So schnell ist 5G im Vergleich zu den Vorgängern

Für den Privatanwender werden besonders zwei Bereiche zum Start hin interessant sein. Fixed Wireless Access (FWA) wird nicht nur abgelegene Haushalte mit High-Speed Internet anbinden, sondern auch in Großstädten eine Rolle spielen. Wo Glasfaser nur schwer oder wirtschaftlich nicht sinnvoll verlegbar ist, werden Datenraten im Multi-Gigabit Bereich per 5G vermittelt.

Selbstverständlich wird auch dar Smartphonekunde von 5G profitieren. Immer hochauflösendere Fotos und Ultra-HD Videoclips wollen mit hohem Tempo via WhatsApp transferiert oder in der Cloud abgelegt werden. Hier wird sich zeigen, wie sich der Markt entwickelt. Alt bekannte Probleme werden sich vermutlich wiederholen. Während LTE-Smartphones aus China heute nicht immer alle notwendigen Frequenzbänder unterstützen, wird bei 5G-Handys die Frage sein, welche Antennen verbaut sind. Die ersten Prototypen aus Fernost sind oftmals für das Sub-6 GHz-Band ausgelegt. Sie unterstützen damit nicht die mmWave Technologie, die Bereiche zwischen 24 und 100 GHz nutzen kann und so die enorm hohen Datenraten erreicht.

Lohnt der Kauf eines 5G-Smartphones für mich?

Aktuell definitiv nein und das aus mehreren Gründen. Noch zeichnet sich nicht ab, dass es in Deutschland vor 2021 eine nennenswerte 5G-Abdeckung geben wird. Zunächst dürfte die Funktechnik auf einige Modellstädte wie Berlin (Telekom) oder Düsseldorf (Vodafone) beschränkt bleiben. Anderswo auf der Welt dürfte die Entwicklung allerdings wieder schneller verlaufen, so 5G-Smartphones zunächst maximal für Geschäftsreisende ein Thema sein könnte. Den Durchbruch zum Massenmarkt mit erschwinglichen Tarifen erwarten wir nicht vor Ende 2021.