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Alle MediaTek Dimensity-Chipsätze mit 5G im Überblick


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MediaTek ist ein taiwanesischer Hersteller von Chips. Seit vielen Jahren stellt das Unternehmen SoCs für Smartphones her, konnte bisher aber nicht so recht aus dem Schatten der führenden Hersteller Qualcomm (Snapdragon), Huawei (HiSilicon Kirin) und Samsung (Exynos) treten. Mittlerweile bietet MediaTek auch eine Reihe von 5G-kompatiblen SoCs für entsprechende 5G-Smartphones, über die wir an dieser Stelle einen Überblick geben.

Der Dimensity 1000 war der erste 5G SoC von MediaTek und wurde im November 2019 angekündigt. Der Chip wird im 7-Nm-Verfahren hergestellt und hat ein 5G-Modem integriert. Dieses soll dank Carrier Aggregation (CA) unter optimalen Bedingungen eine Geschwindigkeit von bis zu 4,7 Gbit/s im Download und 2,3 Gbit/s im Upload ermöglichen. Bei 5G unterstützt er Sub-6 GHz (kein mmWave), FDD und TDD sowie 5G SA und 5G NSA. Spannend ist, dass in Geräten mit dem MediaTek Dimensity 1000 auch Dual-SIM-Verbindungen in 5G-Netzen möglich sind, also zwei eingelegte SIM-Karten parallel im 5G-Netz eingebucht sein können.

Zudem versteht er sich natürlich auch mit 2G, 3G und 4G (4G auch mit Carrier Aggregation). Als weitere Funkstandards sind WiFi 6 (a/b/g/n/ac/ax) sowie Bluetooth 5.1 geboten. Dazu kommen GPS, Glonass, Beidou, Galileo, QZSS, NavIC und Dual Band L1 + L5 GNSS.

Mediatek 5G SoC

Bild: MediaTek



Der CPU besteht aus acht Kernen, ist also ein Octa-Core-CPU. Er ist aufgeteilt auf vier leistungsstarke Cortex A77 mit einer Taktrate von maximal 2,6 GHz sowie vier energiesparsame Cortex A55 mit jeweils maximal 2 GHz Arbeitstakt. Insgesamt liegt er bei der Taktrate somit deutlich unter dem Snapdragon 865. Als Grafikchip ist der ARM Mali-G77 MC9 integriert. Diese unterstützt eine maximale Displayauflösung von 2.520 x 1.080 Pixel mit bis zu 120 Hertz oder 2K-Displays bei 1.536 x 2.048 Pixel mit bis zu 90 Hertz.

Die Aufnahme von Videos ist mit dem 5-Kern-ISP bis zu 4K bei 60 fps sowie HDR möglich. Fotos schießt er mit einer Einzelkamera bis zu 80 Megapixel bei 24 Bildern pro Sekunde. Alternativ unterstützt er Dual-Cams mit 32 und 16 Megapixel. Dazu kommt ein im Vergleich zum Vorgänger leistungsgesteigerter KI-Prozessor MediaTek APU 3.0 mit bis zu 4,5 TOPS Performance. Als Arbeitsspeicher können Smartphone-Hersteller bis zu 16 GB 4-Channel LPDDD4x-RAM sowie uFS-Speicher mit dem MediaTek Dimensity 1000 kombinieren.

MediaTek Dimensity 800

Anfang 2020 hat MediaTek mit dem Dimensity 800 seinen zweiten SoC mit 5G-Support vorgestellt, der unter dem Flaggschiff-SoC Dimensity 1000 angesiedelt ist. Er ist eher für günstigere 5G-Smartphones gedacht. Er konkurriert unter anderem mit dem ebenfalls recht neuen Snapdragon 765 und anderen SoCs für die Mittelklasse.

Die CPU des Dimensity 800 besteht wie beim Top-Chip aus acht Kernen. Allerdings kommen hier vier Premium-Kerne vom Typ Cortex A76 mit einer Taktrate von bis zu 2 GHz im Performance-Cluster sowie vier Cortex A55-Kerne mit ebenfalls maximal 2-GHz-Taktung im Efficiency-Cluster zum Einsatz. Dazu ist die ARM Mali-G57 MC4 GPU mit vier Kernen verbaut, die ebenfalls deutlich weniger Performance liefert als beim Dimensity 1000. Zusammen mit MediaTek HyperEngine 2.0 soll dies laut Hersteller aber dennoch für eine zufriedenstellende Gaming-Leistung sorgen. Für AI ist auch hier der MediaTek APU 3.0 integriert. Als Speicher lassen sich bis zu 16 GB LPDDR4x-RAM sowie uFS-Speicher kombinieren.

Für Verbindungen zum Mobilfunknetz kommt das Helio M70 5G-Modem zum Einsatz. Dieses funkt im Multi-Mode neben 2G, 3G und 4G auch mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G. Hier ist es für 5G NSA als auch den Standalone-Betrieb (SA) im Sub-6-GHz-Bereich ausgelegt. mmWave wird hingegen nicht geboten. Es unterstützt mit seiner Carrier Aggregation ebenfalls Übertragungsraten von bis zu 4,7 Gbit/s im Downlink sowie bis zu 2,3 Gbit/s im Uplink, ist also nicht langsamer als der Dimensity 1000. Auch Unterstützung für VoNR (Voice/Video over NR), also den Nachfolger von VoLTE, ist gegeben. Wifi 6 ist im Vergleich zum Dimensity 1000 nicht an Bord, dafür aber der Vorgängerstandard WiFi 5 (a/b/g/n/ac) mit 2 × 2 MIMO. Ergänzt wird es durch Bluetooth 5.1.

Der Dimensity 800 kann Displays mit maximal Full-HD+-Auflösung (2.520 x 1.080 Pixel) und 90 Hz sowie HDR10+ ansprechen. Mit einzelnen Kamerasensoren kommt der SoC bis zu einer Auflösung von 64 Megapixel klar. Bei mehreren Linsen sind maximal 32 Megapixel pro Sensor möglich.

MediaTek Dimensity 800U

Im August 2020 hat MediaTek mit dem Dimensity 800U eine aufgebohrte Version des bereits zuvor erhältlichen Dimensity 800 präsentiert. Mit dem neuen SoC bringt das Unternehmen Dual-SIM-5G in die Mittelklasse. Auch in vielerlei anderen Punkten bietet der neue Chip mehr Leistung als der Dimensity 800 sowie der Dimensity 700. Im Vergleich zum 700er erreicht die CPU des 800U um 11 Prozent höhere Ergebnisse beim Benchmark und die GPU ist 28 Prozent schneller. Hinsichtlich der 5G-Konnektivität sind Downloads mit bis zu 2,3 GHz via 5G Multi-Mode SA und NSA im Sub-6-GHz-Bereich möglich.

In gewohnter Manier besteht der Prozessor des Dimensity 800U aus acht Kernen. Zwei davon sind ARM Cortex-A76, die mit 2,4 GHz deutlich schneller getaktet sind als beim maximal 2 GHz schnellen Dimensity 800. Dazu kommen sechs sparsame Cortex-A55-Kerne mit bis zu 2,0 GHz. Als Grafikeinheit setzt MediaTek wieder auf die Mali-G57 MC3 GPU. Als Neuerung ist zu nennen dass das Displays mit einer Auflösung von bis zu 2.520 x 1.080 Pixel nun mit bis zu 120 Hz betrieben werden kann. Bis zu 12 GB LPDDR4x-RAM können mit dem SoC verbaut werden. Zudem versteht sich der Chip mit Kameras mit bis zu 64 Megapixeln, außerdem können bis zu vier Kameras gleichzeitig verbaut sein.

MediaTek Dimensity 1000+

Ähnlich wie Qualcomm bei seinem Snapdragon 765, den es auch als schnelleren Snapdragon 765G gibt, enthüllte MediaTek Anfang Mai mit dem Dimensity 1000+ eine teils verbesserte Version des zu diesem Zeitpunkt rund ein halbes Jahr alten Flaggschiff-SoCs Dimensity 1000. Der neue Chip ist vor allem für Gaming-Smartphones gedacht, löst den Dimensity 1000 aber mehr oder weniger ab.

Große Unterschiede gibt es auf den ersten Blick nicht. Auch der Dimensity 1000+ besteht aus vier Cortex A77 Kernen mit bis zu 2,6 GHz und vier Cortex A55 mit maximal 2,0 GHz. Hier gibt es also keinerlei Unterschiede. Als GPU setzt MediaTek bei dem im 7-nm-Verfahren gefertigten SoC auf die Mali-G77 MP9.

Eckdaten Mediatek 1000+

Verbesserungen hat MediaTek im Vergleich zum Dimensity 1000 vor allem im Detail vorgenommen. Dimensity 1000+ kann ein Display mit einer 1.080p+-Auflösung Gaming-typisch mit bis zu 144 Hz aktualisieren. Zudem sorgt der neue HyperEngine 2.0, mit dem die verfügbare Energie dynamisch zwischen CPU, GPU und RAM verlagert werden kann, laut Hersteller für ein verbessertes Gaming-Erlebnis. Das integrierte Modem soll dank der UltraSave-Technologie energiesparsamer arbeiten, da es je nach Bedarf zwischen verschiedenen Frequenzen und Netzwerken wechseln kann.

MediaTek Dimensity 1000C

Im Rahmen der IFA 2020 hat MediaTek mit dem Dimensity 1000C einen weiteren 5G-SoC für Smartphones vorgestellt. Der Octa-Core-Chip besteht aus vier Cortex-A77-Kernen sowie ebenso vielen Cortex-A55 Kernen. Alle sind mit jeweils 2 GHz getaktet, also in der Spitze deutlich langsamer als bei den anderen 1000er SoCs. Als GPU kommt die Mali-G57 mit fünf Kernen zum Einsatz. Dazu gibt es den MediaTek APU 3.0 mit vier Kernen. Der Chip unterstützt bis zu 12 GB LPDDR4X-RAM und UFS 2.2 Flash-Speicher.

Dazu bietet der MediaTek Dimensity 1000C zwei Besonderheiten. Zum einen kann er mit zwei unabhängigen Displays umgehen, so wie sie z. B. in dem neuen LG Velvet zum Einsatz kommen. Die maximale Auflösung liegt bei 2.520 x 1.080 Pixeln und die Bildwiederholfrequenz bei 120 Hz mit einem Bildschirm. Und es ist laut MediaTek der erste Smartphone-SoC, der AV1 HDR für Netflix unterstützt. Kameras können mit maximal 64 Megapixel oder 32 und 16 Megapixel auflösen. Videos sind in 4K möglich.

Natürlich unterstützt auch der neue Dimensity 1000C 5G, genauer gesagt den sub-6-GHz-Bereich mit SA und NSA sowie Carrier Aggregation. Maximal sind so laut Hersteller 2,3 Gbit/s im Download und 1,2 Gbit/s im Upload möglich. Dazu sind WiFi5 (ac) und Bluetooth 5.1 mit an Bord.

MediaTek Dimensity 820

Der Dimensity 820 ist der vierte SoC mit 5G-Unterstützung im Portfolio von MediaTek. Er wurde im Mai 2020 zusammen mit dem Redmi 10X enthüllt. Auch hierbei handelt es sich um einen Chip für 5G-Smartphones der Mittelklasse. Er ist dem zuvor vorgestellten Dimensity 800 aber in einigen Belangen überlegen.

Der Dimensity 820 setzt wie der Dimensity 800 auf ein Octa-Core-Setup bestehend aus vier Cortex A76 und vier Cortex A55. Die ersten vier Kerne des Performance-Clusters sind hier allerdings mit 2,6 GHz deutlich schneller getaktet. Die Taktrate der energiesparsamen Kerne im Efficiency-Cluster bleibt hingegen gleich bei 2 GHz. Die Grafikeinheit setzt mit der Mali-G57 MC5 auf einen Kern mehr. Die Unterstützung für 120-Hz-Displays und maximal 2.520 x 1.080 Pixel bleibt identisch. RAM-Unterstützung (bis 16 GB LPDDR4x) sowie Festspeicher (uFS) sind ebenfalls gleich.

Mediatek 820 Eckdaten

Beim 5G-Modem gibt es keine Unterschiede, es ist ebenfalls nur im sub-6-GHz-Bereich nutzbar. WiFi 5 sowie Bluetooth 5.1 zählen zu den weiteren Spezifikationen. Die Imagiq 5.0 ISP kann mit Single-Cams mit maximal 80 Megapixeln oder mit Dual-Kameras mit 32 und 16 Megapixeln umgehen. Dazu nimmt sie ebenfalls Videos in 4K auf. Auch der aus dem Dimensity 1000+ bereits bekannte HyperEngine 2.0 für ein optimiertes Spiele-Erlebnis ist mit an Bord.

MediaTek Dimensity 720

Im Juli 2020 hat MediaTek sein Portfolio an SoCs mit 5G-Support nach unten weiter ausgebaut. Der Dimensity 720 gehört zur 700er Reihe und richtet sich vor allem an Mittelklasse-Smartphones. Er ist damit unterhalb der bereits zuvor gelaunchten Dimensity 820 und Dimensity 1000 angesiedelt. Er liegt hinsichtlich der Leistungsfähigkeit deutlich unter den höherwertigeren und teureren Chips.

Wie heute üblich, handelt es sich auch beim Dimensity 720 um einen Octa-Core-Chip. Er besteht aus zwei Kernen vom Typ ARM Cortex-A76 mit einer Taktrate von bis zu 2 GHz. Die anderen sechs Kerne sind ARM Cortex-A55 mit energiesparsameren Betrieb, aber ebenfalls mit einer maximalen Taktrate von 2 GHz. Dieser Aufbau ist durchaus ungewöhnlich, da eigentlich der Prime-Core in der Regel schneller getaktet ist.

Als GPU setzt MediaTek bei diesem 5G-SoC den ARM Mali-G57 MC3 ein. Dieser unterstützt Displays mit einer Auflösung von bis zu 2.520 x 1.080 Pixel sowie einer Wiederholungsrate von 90 Hz. Zudem kann die Grafikeinheit mit 4K-Videos mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde umgehen. Als Arbeitsspeicher können Smartphone-Hersteller LPDDR4x-RAM mit einer Größe von bis zu 12 GB kombinieren. Als Flash-Speicher kann UFS 2.2 verwendet werden. Die mögliche Kamera darf bis zu 64 Megapixel oder alternativ 20 und 16 Megapixel auflösen.

Dank des integrierten 5G-Modems, unterstützt der MediaTek Dimensity 720 wie gesagt den neuen Mobilfunkstandard 5G im Sub-6-GHz-Bereich und den Modi SA und NSA. Es ist eine maximale Downloadgeschwindigkeit von 2,77 Gbit/s möglich. Natürlich sind auch die älteren Standards 4G, 3G und 2G mit an Bord. Dazu kommen WiFi 5 (also nicht das neue WiFi 6) sowie Bluetooth in der Version 5.1.



MediaTek Dimensity 700

Im November 2020 hat MediaTek mit dem Dimensity 700 einen neuen SoC für Mittelklasse-Smartphones angekündigt. Der Chip wird im 7-nm-Verfahren gefertigt und bietet eine solide Performance sowie Unterstützung für den neuen Mobilfunkstandard 5G.

Wie bei den meisten SoCs üblich, setzt auch der Dimensity 700 auf eine Octa-Core-CPU. Diese setzt sich aus zwei Clustern zusammen. Das erste Cluster bilden zwei ARM Cortex-A76-Kerne, die mit bis zu 2,2 Gigahertz takten und damit etwas schneller arbeiten als beim im Sommer vorgestellten Dimensity 720. Das zweite Cluster besteht aus sechs Cortex-A55-Kerne mit einer maximalen Taktrate von 2,0 Gigahertz. Ein drittes Cluster, wie es bei anderen Herstellern wie Qualcomm und ihren Snapdragon-SoCs häufig verwendet wird, verzichtet MediaTek erneut. Dazu verbaut der Hersteller die Mali-G57 MC2-GPU mit einer maximalen Taktrate von 950 MHz. Diese ist etwas weniger leistungsfähig als beim Dimensity 720. Zusätzlich findet ein AI-Chip auf dem neuen SoC Platz.

Hinsichtlich des Arbeitsspeichers unterstützt der MediaTek Dimensity 700 RAM vom Typ LPDDR4x mit einer Taktfrequenz von maximal 2.133 MHz und bis zu einer Größe von 12 GB. Für den internen Speicher können Hersteller von Smartphones auf den Speichertyp UFS 2.2 zurückgreifen. Displays dürfen mit maximal 2.520 x 1.080 Pixeln (FHD+) auflösen und mit 90 Hz aktualisieren. Kameras können bis zu einer Auflösung von zweimal 16 Megapixel oder einmal 64 Megapixel mit dem SoC kombiniert werden. Der Chip beherrscht Video-Encoding mit H.264 sowie H.265 / HEVC und kann Videos mit bis zu 2K und 30 Bildern pro Sekunde verarbeiten.

Hinsichtlich Konnektivität ist der MediaTek Dimensity 700 breit aufgestellt. Er unterstützt die Mobilfunkstandards 2G, 3G, 4G (mit 4G Carrier Aggregation (CA)) und 5G Multi-Mode mit 5G SA und 5G NSA. Laut Hersteller sind Übertragungsraten von bis zu 2,77 Gbit/s in der Theorie möglich. Zur maximalen Uploadgeschwindigkeit sowie den unterstützten 5G-Frequenzen, macht MediaTek keine Angaben. Der Chip unterstützt auch Dual-SIM-Betrieb und gewährt beiden SIM-Karten Zugang zum 5G-Netz. Als weitere Funkverbindungen stehen WiFi 5 (ac) und Bluetooth 5.1 zur Verfügung. Für die Ortung werden unter anderem GPS, BeiDou, Glonass und Galileo geboten.

Gedacht ist der neue MediaTek Dimensity 700 für Smartphones der Mittelklasse. Die ersten Geräte sollen wohl im ersten Quartal 2021 auf den Markt kommen. Aktuell sind aber noch keine Modelle mit dem neuen SoC von MediaTek angekündigt, dürften aber bald folgen.

MediaTek Dimensity 1100

In das Jahr 2021 startet MediaTek mit gleich zwei neuen SoCs. Neben dem Dimensity 1100, wurde auch der in vielen Dingen baugleiche, aber etwas potentere Dimensity 1200 vorgestellt. Beide SoCs richten sich an Premium-Smartphones und basieren auf einer Octa-Core-CPU mit 64-Bit-Unterstützung. Gefertigt wird der MediaTek Dimensity 1100 mit 6-nm-Technologie, was eine Premiere für MediaTek ist. Zuletzt kamen 7-nm-Verfahren zum Einsatz.

Beim Dimensity 1100 setzt sich die CPU, wie beim Dimensity 1200, aus vier Cortex-A78 sowie vier Cortex-A55 zusammen. Die Kerne weisen aber teils einen unterschiedlichen Takt auf. Beim Dimensity sind die vier Cortex-A78 allesamt mit 2,6 GHz getaktet. Der Efficiency-Core aus den vier Cortex-A55 arbeitet mit bis zu 2,0 GHz Taktrate.

Dazu kommt die Arm Mali-G77 MC9 GPU, die aus 9 Kernen besteht und baugleich mit dem Dimensity 1200 ist. Die Grafikausgabe für Displays ist mit bis zu 2.520 x 1.080 Pixeln bei maximal 144 Hz möglich. Der Chip unterstützt erstmals Hardwarebeschleunigung für AV1 sowie MediaTek MiraVision HDR10+ Video Playback mit H.264, H.265 / HEVC und VP-9, zudem Video-Encoding mit H.264 und H.265 / HEVC. Ebenfalls an Bord ist der MediaTek APU 3.0, ein aus sechs Kernen bestehender KI-Prozessor mit verbessertem Multi-Tasking. MediaTek HyperEngine 3.0 soll das Gaming-Erlebnis optimieren.

Speicherseitig unterstützt der Dimensity 1100 LPDDR4x-RAM mit einer maximalen Arbeitsgeschwindigkeit von 4.266 Mbit/s und einer Größe von 16 GB. Der noch schnellere LPDDR5-Arbeitsspeicher wird also weiterhin nicht unterstützt. Als Festspeicher können Smartphone-Hersteller im Zusammenspiel mit dem MediaTek Dimensity 1100 auf Dual-Channel UFS 3.1 zurückgreifen.

Der MediaTek 1100 hat ein eigenes Modem mit an Bord, das unter anderem 4G und 5G unterstützt. Hinsichtlich des neuesten Mobilfunkstandard, ist es mit 5G SA und NSA kompatibel und ermöglicht Downloads mit einer Geschwindigkeit von bis zu 4,7 Gbit/s sowie Uploads mit maximal 2,5 Gbit/s. Als weitere Funkstandards verbaut MediaTek beim Dimensity 1100 das noch recht neue Wi-Fi 6, Bluetooth in der Version 5.2 sowie NFC. Auch ein FM-Radio ist vorhanden. Für Ortung und Navigation können Nutzer auf GPS, BeiDou, Glonass, Galileo und QZSS zurückgreifen.

Der ISP besteht aus fünf Kernen und kann die Signale einer Kamera mit bis zu 108 Megapixel verarbeiten. Bei zwei Kameras sind 32 und 16 Megapixel das Maximum, was der SoC zeitgleich leisten kann. Nachtaufnahmen setzt er dank AI Night Shot um 20 Prozent schneller um als der Vorgänger. Weitere Features sind AI Panorama Night Shot, Multi Person, AI-Segmentierung sowie Bokeh (Tiefenunschärfe). Die maximale Videoauflösung liegt bei 4K, sprich 3.840 x 2.160 Pixel. Erste Smartphones mit dem Dimensity 1100 sollen bereits im ersten Quartal 2021 oder spätestens im April 2021 erscheinen, unter anderem von Oppo, realme, vivo und Xiaomi.

MediaTek Dimensity 1200

Zeitgleich mit dem Dimensity 1100, hat MediaTek Mitte Januar 2021 den neuen Top-SoC Dimensity 1200 vorgestellt. Die beiden Smartphone-Chips gleichen sich in vielen Belangen. In einigen Details und entscheidenden Punkten ist der Dimensity 1200 aber besser ausgestattet, was ihm unter anderem eine höhere Performance verleiht.

MediaTek Dimensity 1200

Bild: MediaTek



Einer der entscheidenden Unterschiede des MediaTek Dimensity 1200 zu dem kleineren Modell Dimensity 1100 ist der Aufbau der Octa-Cora-CPU. Zwar setzen beide 64-Bit-Prozessoren auf ein Setting aus jeweils vier Cortex-A78 und vier Cortex-A55 von ARM. Beim Dimensity sind die vier schnelleren Kerne aber noch einmal in zwei Cluster unterteilt. Ein Cortex-A78 bildet den Ultra-Core mit einer Taktrate von bis zu 3 GHz mit zweifachem L2-Chache. Die drei restlichen Kerne sind der Super-Core, bei dem sie mit maximal 2.6 GHz getaktet sind. Dazu kommt das übliche Effizienz-Cluster, das aus den vier Cortex-A55 mit bis zu 2 GHz besteht und baugleich ist mit dem Dimensity 1100. Insgesamt ist die CPU laut Hersteller um 22 Prozent schneller und 25 Prozent energiesparsamer als die Generation davor.

Der erstmals in 6-nm-Technologie gefertigte SoC kann mit LPDDR4x-RAM mit maximal 16 GB Größe und einer Arbeitsgeschwindigkeit von 4.266 Mbit/s sowie UFS-3.1-Festspeicher zusammenarbeiten. Für die Grafikausgabe ist der ARM Mali-G77 MC9 GPU mit neun Kernen zuständig. Sie kann Displays mit 2.520 x 1.080 Pixeln und mit einer besonders hohen Aktualisierungsrate von bis zu 168 Hz bespielen. Der Grafikchip unterstützt Video-Encoding mit H.264 und H.265 / HEVC sowie MediaTek MiraVision HDR10+ Video Playback mit H.264, H.265 / HEVC und VP-9 sowie erstmals Hardwarebeschleunigung für AV1.

Zur weiteren Ausstattung zählen die MediaTek HyperEngine 3.0 Gaming Technology mit Networking Engine 3.0, Rapid Response Engine 3.0, PQ Engine 3.0 und Resource Management Engine 3.0 sowie der aus sechs Kernen bestehende MediaTek APU 3.0. Letztgenannter Prozessor ist für KI-Berechnungen zuständig und ist laut MediaTek 12,5 Prozent schneller als die vorherige Generation.

Der fünf-kernige ISP MediaTek Imagiq Camera unterstützt Kameras mit einer Auflösung von bis zu 200 Megapixel. Im Zusammenspiel mit mehreren Kameras sind 32 + 16 Megapixel möglich. Der ISP ist nicht nur bei Nachtaufnahmen um 20 Prozent schneller, sondern unterstützt auch Videoaufnahmen in 4K mit HDR und um 40 Prozent höherer Dynamik. Dazu kommen unter anderem AI Panorama Night Shot sowie Bokeh-Effekte für Fotos mit Tiefenunschärfe.

Das integrierte Modem funkt mit den Standards 2G, 3G, 4G und 5G Multi-Mode und unterstützt unter anderem 4G und 5G Carrier Aggregation (CA). Mit 5G SA und NSA sind bis zu 4,7 Gbit/s im Downstream und 2,5 Gbit/s im Upstream möglich. Dazu kommen die weiteren gängigen Funkstandards Wi-Fi 6 (802.11 a/b/g/n/ac/ax), Bluetooth 5.2 und NFC. Ortung und Navigation sind mit GPS, BeiDou, Glonass, Galileo und QZSS machbar. Sogar ein FM-Radio verbaut MediaTek auf seinem Dimensity 1200, der in den ersten Monaten 2021 in neuen Smartphones von Oppo, realme, vivo und Xiaomi zum Einsatz kommen soll.

Tabelle mit allen Mediatek Chipsätzen im Überblick:

Bezeichnung CPU Architektur Kerne/Takt (Cluster 1) Kerne/Takt (Cluster 2) Kerne / Takt (Cluster 3) Bit RAM-Anbindung GPU Modem VoLTE WLAN Fertigung
Dimensity 700 Cortex A76 + Cortex A55 Dual-Core / 2,2 GHz Hexa-Core / 2,0 GHz nicht verfügbar 64 LPDDR4x Mali-G57 MC2 2G/3G/4G/5G ja WiFi 5 7nm
Dimensity 720 Cortex A76 + Cortex A55 Dual-Core / 2,0 GHz Hexa-Core / 2,0 GHz nicht verfügbar 64 LPDDR4x Mali-G57 MC3 2G/3G/4G/5G ja WiFi 5 7 nm
Dimensity 800 Cortex A76 + Cortex A55 Quad-Core / 2,0 GHz Quad-Core / 2,0 GHz nicht verfügbar 64 LPDDR4x Mali-G57 MC4 2G/3G/4G/5G ja WiFi 5 7 nm
Dimensity 800U Cortex A76 + Cortex A55 Dual-Core / 2,4 GHz Hexa-Core / 2,0 GHz nicht verfügbar 64 LPDDR4x Mali-G57 MC3 2G/3G/4G/5G ja WiFi 5 7 nm
Dimensity 820 Cortex A76 + Cortex A55 Quad-Core / 2,6 GHz Quad-Core / 2,0 GHz nicht verfügbar 64 LPDDR4x Mali-G57 MC5 2G/3G/4G/5G ja WiFi 5 7 nm
Dimensity 1000 Cortex A77 + Cortex A55 Quad-Core / 2,6 GHz Quad-Core / 2,0 GHz nicht verfügbar 64 LPDDR4x Mali-G77 MC9 2G/3G/4G/5G ja WiFi 6 7 nm
Dimensity 1000+ Cortex A77 + Cortex A55 Quad-Core / 2,6 GHz Quad-Core / 2,0 GHz nicht verfügbar 64 LPDDR4x Mali-G77 MP9 2G/3G/4G/5G ja WiFi 6 7 nm
Dimensity 1000C Cortex A77 + Cortex A55 Quad-Core / 2,0 GHz Quad-Core / 2,0 GHz nicht verfügbar 64 LPDDR4x Mali-G57 MC5 2G/3G/4G/5G ja WiFi 5 7 nm
Dimensity 1100 Cortex A78 + Cortex A55 Quad-Core / 2,6 GHz Quad-Core / 2,0 GHz nicht verfügbar 64 LPDDR4x Arm Mali-G77 MC9 2G/3G/4G/5G ja WiFi 6 6 nm
Dimensity 1200 Cortex A78 + Cortex A55 Single-Core / 3 GHz Triple-Core / 2,6 GHz Quad-Core / 2,0 GHz 64 LPDDR4x Arm Mali-G77 MC9 2G/3G/4G/5G ja WiFi 6 6 nm

Mediathek 5G Modem Chips

Der Hersteller produziert auch einige Bauteile die lediglich 5G-Konnektivität ermöglichen, also kein integrierter SoC sind. Hier die wichtigsten Varianten:

MediaTek M80

Mit dem M80 hat MediaTek Anfang Februar 2021 das erste 5G-Modem der Firmengeschichte vorgestellt, dass auch den mmWave-Frequenzbereich unterstützt. Alle vorherigen 5G-Modems des Chipherstellers, die teils auch direkt in den hauseigenen Dimensity-SoCs integriert waren, funkten bisher nur im Bereich von Sub-6-GHz. Dies reicht zwar derzeit noch für die meisten Länder, da 5G überwiegend mit Sub-6-GHz ausgebaut wird. Aber in immer mehr Städten wird auch das noch schnellere mmWave eingesetzt. Dieser Frequenzbereich ermöglicht deutlich höhere Übertragungsraten.

Mediathek M80

Bild: MediaTek



Laut Herstellerangaben sind mit dem M80 bis zu 7,67 Gbit/s im Downstream und 3,76 Gbit/s im Upstream möglich. Dies sind fast doppelt so hohe Datenraten, wie sie die bisherigen 5G-Modems mit Sub-6-GHz-Support von MediaTek erreicht haben. Das M80 entspricht dem 3GPP Release 16, was Phase zwei der 5G-Entwicklung entspricht. Es unterstützt sowohl das aktuell im Einsatzbefindlichen 5G NSA (Non-Standalone-Netze) als auch das künftig eine immer gewichtigere Rolle spielende 5G SA (Standalone). Zweitgenanntes erfordert keinen LTE-Anker als Voraussetzung.

Neben schnellen Datenübertragungen unterstützt das MediaTek M80 auch VoNR (Voice over New Radio), also das Telefonieren via 5G. Zudem ist es für den Dual-SIM-Betrieb gerüstet, kann also mit zwei SIM-Karten genutzt werden. Dies umfasst vollständiges Dual-5G inklusive Standalone-Support.

Das derzeit vielfach für den 5G-Ausbau genutzte DSS (Dynamic Spectrum Sharing), bei dem sich 5G und LTE Frequenzen teilen, beherrscht das MediaTek M80 genauso wie 5G Carrier Aggregation (CA). Im Sub-6-GHz-Bereich ist die Zusammenlegung von bis zu zwei Frequenzblöcken möglich, bei mmWave sind es sogar bis zu acht. Hierbei ist es auch möglich, dass unterschiedliche Duplex-Verfahren (FDD und TDD) für eine Aggregation zum Einsatz kommen.

Zusätzlich zu 5G funkt das MediaTek M80 auch mit LTE Cat 19 (bis zu 1.700 Mbit/s) mit bis zu fünffacher Carrier Aggregation. Bisher noch keine näheren Informationen gibt MediaTek in seiner Ankündigung dazu, ob das neue Modem auch die älteren Standards 3G und 2G unterstützt. Allerdings sollte man hiervon ausgehen, da dies bei der Konkurrenz von Qualcomm und Co ebenfalls üblich ist und MediaTek so sein M80 wettbewerbsfähiger macht. Das MediaTek M80 ist ein dediziertes Standalone-Modem, das nicht in einen SoC integriert werden soll. Es ist für Geräte wie Smartphones, PCs und 5G-Hotspots sowie 5G-Router gedacht. Bis erste Geräte damit auf den Markt kommen werden, wird es allerdings noch etwas dauern. Mehr Infos zum Chip hier im Datenblatt des Herstellers.


Snapdragon 5G-Technologie 5G-Spektrum 5G-Modi 5G-mmWave-Spezifikationen 5G-sub-6-GHz-Spezifikationen Merkmale max. Downloadrate 5G max. Uploadrate 5G max. Downloadrate LTE max. Uploadrate LTE
M80 5G NR Sub-6-GHz, mmWave FDD, TDD, SA, NSA mmWave (FR2) bis zu 8CC mmWave (FR2) bis zu 2CC VoNR, CA mit Mixed Duplex (TDD + FDD), DSS 7,67 Gbit/s 3,76 Gbit/s 1.700 Mbit/s k.A.


Quelle & Bilder: mediatek.com