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5G vs. 4G | Wo ist der Unterschied?

Das kann 5G mehr und besser als 4G/LTE


Kaum haben sich die Verbraucher an 4G/LTE als Mobilfunkstandard gewöhnt, steht schon wieder der Nachfolger im Raum. Schon 2020 soll es auch hierzulande soweit sein. Doch was ist eigentlich der Unterschied zum jetzigen 4G und was kann 5G besser? Muss ich umrüsten oder lohnt ein Wechsel für mich nicht?



Was kann 5G besser als 4G/LTE?

5G bietet etliche Verbesserungen hinsichtlich Datenrate, Abdeckung und Zuverlässigkeit. Ein Hauptgrund für einen Wechsel auf 5G ist die steigende Zahl der Endgeräte (IoT) und der immer größer werdende Datenhunger. Gemäß einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) mit dem Titel “A Playbook for Accelerating 5G in Europe“, sind bestehende LTE-Netze in Deutschland nur noch bis 2021 in der Lage, den zunehmenden Datentraffic zu bewältigen. Genauer gesagt in Metropolen wie Berlin, Frankfurt oder München.  5G liefert die nötige Performance und setzt technisch neue Maßstäbe. Mehr Funkantennen, breitere Frequenzspektren (kombinierbare Bereiche), geringere Latenzen und hohe Übertragungsraten.

Gegenüber dem Vorgänger ist 5G zunächst deutlich schneller. Wie schnell, zeigen wir im nächsten Abschnitt. Doch Geschwindigkeit ist nur ein kleiner Teil der 5. Mobilfunkrevolution. Besonders im Fokus steht die Möglichkeit zur Anbindung viel mehr Endgeräte als bisher und das teils in Echtzeit. LTE ist gut dabei 1-2 Endgeräte mit guter Performance und Zuverlässigkeit über einen Anschluss zu versorgen. Bei fünf, zehn oder mehr wird es schwierig.

Auch die Industrie hat mit 5G viel vor. Besonders die Vernetzung aller möglichen „smarten“ Geräte und Sensoren stehen im Fokus – Stichwort „Internet der Dinge“ (IoT). Viele Studien gehen davon aus, dass bald schon weltweit über 50 Mrd. Endgeräte vernetzt sein werden, Tendenz steigend. Von der vereinfachten Parkplatzsuche, bis hin zum „smarten Mülleimer“, gibt es viele Konzepte in den Schubladen. Gut 1000-mal mehr Endgeräte sollen pro Quadratkilometer vernetzbar sein. Weitere Vorteile der 5G-Technik, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

5G ist viel schneller als LTE

Was wäre eine neue Mobilfunkgeneration ohne extreme Performancesteigerung? Bereits der Sprung von 3G auf 4G fiel enorm aus. Heutige LTE-Netze leisten bis zu 1000 MBit (1 GBit), während 3G bei mageren 42 MBit endet. 5G soll hingegen in ersten Phasen gut 3-5 GBit liefern, später sogar 10 oder 20 GBit. Das entspräche einer Verbesserung um den Faktor 10 bis 20, selbst gemessen an den schnellsten LTE-Netzen von heute. Aus heutiger Sicht gerade aberwitzige Datenraten. Denn selbst ein Ultra-HD Videostream in bester Qualität beansprucht kaum mehr als 30 MBit. Der Faktor Datenrate sollte daher mittelfristig eher eine für Endkunden irrelevante Größe werden, denn zwischen 2 und 5 GBit sind aus heutiger Sicht keine nennenswerten Vorteile erkennbar. Das heißt allerdings nicht, dass wir in wenigen Jahren im Speedtest am Smartphone 2 Gbit messen können. Im Schnitt sind heutige 4G-Netze nämlich längst nicht so schnell wie auf dem Papier. Netztests attestieren meist im Schnitt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von um die 50 MBit/s. Dank 5G soll die mittlere Datenrate weiter stark steigen - zunächst wenigstens auf 100 MBit.

* Prognose


Die nächste fundamentale Neuerung liegt in der anvisierten Latenzrate, welche sich bei LTE noch im Bereich von 10-50 ms bewegt. Glasfaserkunden genießen mitunter schon Werte von 2-5 ms. 5G soll hingegen gar Latenzen unter 2 ms ermöglichen, was die Grundvoraussetzung für Echtzeitanwendungen, wie autonomes Fahren oder Augmented Reality, bildet.

Echtzeitdemonstration auf der IFA 2018 | Bild: 5G-Anbieter.info


5G funktioniert anders wie LTE

Elementare Neuerung ist, dass andere bzw. neue Frequenzbereiche und weit mehr Antennen (MIMO) genutzt werden. Während für 4G vor allem Bänder unter 3 GHz zum Einsatz kamen, geht man bei 5G viel weiter. Zusätzlich zu Bereichen bis 6 GHz, kommen später gänzlich neue hinzu. Und zwar mit weit, weit höheren Frequenzen und somit kürzeren Wellenlängen. Angestrebt werden Bänder bei 30 bis 300 GHz.  Das bedeutet in erster Linie, dass viel mehr Bandbreite zur Datenübertragungsrate zur Verfügung steht. Bei LTE nutzen die Mobilfunker bislang maximal 100 MHz per Carrier Aggregation zusammen. Mit 5G könnte sich dieser Wert vervielfachen. Der Nachteil: Man benötigt für eine gute 5G-Abdeckung sehr viel mehr Funkstationen wie noch bei LTE. Mehr dazu hier.

Ein weiteres Feature wird sein, dass 5G-Masten viel präziser funken können (Stichwort Beamforming). Statt in alle Richtungen ziellos abzustrahlen, kann zielgerichtet auf ein oder mehrere User gefunkt werden, was unter anderem Energie spart.

Netzwechsel der Fünfte: LTE schon bald wieder Schnee von gestern?

Nein! LTE wird 5G keinesfalls ersetzen, sondern noch Jahre lang ergänzen. Ähnlich wie mit der älteren 2G- und 3G-Funktechnik, welche erst mit der Einführung von 5G langsam aber sicher weichen soll. Zudem birgt 4G noch viel Potenzial. Selbst bei 1000 MBit ist prinzipiell noch nicht Schluss in der Entwicklung. Wir gehen davon aus, dass in den ersten 5 Jahren (ca. bis 2025) LTE noch bei weitem verbreiteter sein wird. Besonders bei der Versorgung von Regionen ohne schnelles Kabel-Internet bzw. (V)DSL spielt LTE eine gewichtige Rolle. Denn der Ausbau auf dem Land mit 5G ist vorerst mehr als unwahrscheinlich.

Muss ich bald schon wieder wechseln?

Auch hier gilt natürlich: Nein! Wer gerade erst auf 4G gewechselt ist, wird damit noch Jahre lang gut versorgt sein. Ein Wechsel auf 5G kommt mittelfristig zunächst nur in Frage, wenn man kompromisslos auf hohe Performance angewiesen ist. Zudem werden 5G-Tarife in den Anfangsjahren weit teurer sein als ihre LTE-Pendants.