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5G in München

Alles zum 5G-Funk in der bayerischen Landeshautstadt


Die bisher verwendeten Mobilfunktechniken, inklusive 4G, bringen die Netze immer weiter an ihre Grenzen. Ab 2020 soll daher die neuste 5. Generation (5G) Abhilfe schaffen und die Kapazitäten enorm erhöhen. Zudem verspricht sich die Wirtschaft Wachstumsimpulse. Doch wie steht es um den 5G-Ausbau in Berlin, welche Anbieter wird es geben und was kostet das?

Anbieter und Verfügbarkeit

München

Noch ist 5G für Privatkunden nicht erhältlich. Im 2. Quartal 2019 wurden zunächst die nötigen Mobilfunkfrequenzen versteigert. Als Bieter traten die Dt. Telekom, Vodafone, O2 sowie 1&1/Drillisch auf. Das sind auch die vier Unternehmen, welche künftig 5G-Tarife in München bieten werden. Noch ist der Netzaufbau im Gange. Sobald genügend Endgeräte verfügbar sind, dürfte der Vertriebsstart erfolgen. Aller Wahrscheinlichkeit nach ab Anfang nächsten Jahres. Sobald dies der Fall ist, werden wir die Verfügbarkeits-Karten der Anbieter hier vorstellen.

München als Forschungsmetropole für 5G

Die bayrische Landeshauptstadt steht, neben Berlin, bereits seit längerem im Fokus der Entwicklung mit und am 5G-Mobilfunkstandard. Mehrere Unternehmen unterhalten hier Forschungsprogramme. Zum Beispiel Huawei: Die Koreaner haben in München seit 2015 eine innerstädtische Testumgebung in Betrieb – das „5G Vertical Industy Accelerator“. Über 0,5 Mrd. Dollar wurden hier innerhalb der letzten Jahre investiert[1].

Darüber hinaus testete O2 mit Huawei im Münchener Norden Anfang 2019, unter realen Bedingungen, eine Richtfunkstrecke im Zuge des „5G Techcity Projektes“. Dabei konnten 16 GBit/s übertragen werden. Ziel ist es, größere Datenmengen zwischen zwei Standorten zu übertragen, ohne dazwischen Glasfaser ausbauen zu müssen. Unser in München installiertes ‚5G-ready‘-Richtfunkequipment ermöglicht die hochkapazitive Anbindung von zukünftigen Mobilfunkstandorten sowohl in abgelegenen Gebieten als auch in solchen Fällen, in denen eine Glasfaserverlegung wirtschaftlich nicht darstellbar oder schlicht nicht möglich ist., so O2 in einer Pressemitteilung. Gleichzeitig erprobt O2 hier sogenannte Fixed Wireless Access Anschlüsse, mit denen via Funk glasfaserähnliche Datenraten auch in ländliche Regionen gebracht werden sollen.

Richtfunkanlage mit 5G

Richtfunkanbindung per 5G | Bild: O2 Presse


Im Januar 2019 ging zudem der 2. Sender für das sogenannte „5G-Broadcast“ in Betrieb. Die Technik könnte vielleicht in einigen Jahren DVB-T2 und DAB+ ablösen. Die Sendeanlage steht in Isma¬ning. Dort betreibt der Bayerische Rundfunk mit dem Partner 5G Today (IRT) das weltweit erste HTHP-Projekt über LTE- bzw. 5G-Broadcast. Die Abkürzung HTHP steht für „High Tower High Power“. Ziel sei es, künftig Rundfunk flächendeckend kostengünstig und strahlungsarm über 5G-Netze zu verbreiten.

Vorteile und Geschwindigkeit von 5G

Die Folgetechnik von LTE soll nicht nur Smartphone-Tarife auf Gigabit-Niveau bringen, sondern vor allem auch gänzlich neu Industriezweige befeuern. Das Magazin „Hallo München“ hat Anfang des Jahres mehrere Experten befragt, worin sie die größten Chancen und Risiken von 5G sehen. Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sieht vor allem Potenzial für die Wirtschaft. „Lokale Unternehmen können im internationalen Wettbewerb bestehen, Arbeitsplätze sichern. Wir drängen daher auf die zügige Realisierung des 5G-Ausbaus.“ Doch es gibt auch kritische Stimmen, etwa vom „BUND“, die im LTE-Nachfolger mögliche gesundheitliche Risiken fürchten. Zumindest das Bundesamt für Strahlenschutz teilt diese Annahmen nicht, wie wir in einem Interview erfuhren.

Wenn der 5G-Ausbau in München voran geht, könnten Kunden mit passenden Endgeräten und Tarifen gut 1-5 Gbit schnell im Internet surfen. Theoretisch zumindest. In der Praxis dürften aber gut 300-500 MBit möglich sein. LTE bietet heute im Schnitt unter realen Bedingungen 50-100 MBit.

Was wird 5G kosten?

Das steht noch nicht fest, doch es ist zu erwarten, dass die ersten Tarife deutlich teurer als heutige LTE-Angebote sein werden. Wie zur Einführung von 4G, gehen wir von 80-100 Euro für die ersten 5G-Allnetflats aus.

Weiterführendes

Alle Unternehmen und 5G-Testprojekt in München finden Sie hier auf der Karte.

[1] https://www.it-administrator.de/themen/kommunikation/179047.html
Bild München: © ingusk - Fotolia.com