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5G FAQs

Häufige Fragen zur kommenden 5. Mobilfunkgeneration


Wann startet 5G?

Der Startschuss ist in Deutschland bereits erfolgt. Im Juli 2019 nahm Vodafone als erstes Unternehmen sein Netz online. In den ersten Städten funkt der neue Mobilfunkstandard bereits. Ende 2020 sollen bereits über 10 Millionen Nutzer von der superschnellen Technik profitieren.

Welche Vorteile hat 5G?

Mobilfunkexperten weltweit hatten schon früh konkrete Vorstellungen davon, was 5G einmal können soll und muss. Also um für den Alltag der Users und den Bedürfnissen der Industrie in Zukunft gewappnet zu sein.

Das 5G extrem schnell sein sollte (siehe unten) war dabei allerdings nur ein Aspekt. Die Vorteile betreffen also nicht nur die Datenrate, sondern auch die sogenannte Latenz. Darunter versteht man die Antwortzeit für eine Netzanfrage. Doch das ist längst nicht alles. Auch die Spektraleffizienz wurde weiter verbessert werden. Gleichsam wollen die Provider viel mehr Endgeräte pro Fläche versorgen können. Hier mehr zu den geplanten Vorteilen von 5G erfahren.

Wie hoch ist die Datenrate heute und in Zukunft?

Ähnlich wie bei LTE, gibt es auch bei 5G verschiedene Evolutionsstufen und nicht „die“ Datenrate oder "das" 5G. Die ersten endkundenfähige Mobilfunknetze liefern seit Sommer 2019 in der Spitze 500 bis 1.000 MBit. Das ist natürlich weit von den in Aussicht gestellten Spitzendatenraten entfernt. Denn technisch möglich wären perspektivisch sogar 20 GBit/s, da dies sehen die Spezifikationen der ITU erlauben. Der Grund liegt darin, dass zunächst nur ein begrenztes Funkspektrum für 5G zur Verfügung steht. Kommen weitere Bänder, insbesondere im mmWave-Bereich, kommen erst später hinzu. Diese wiederum müssen aber auch alle Endgeräte unterstützen...

Ohnehin lautet das Ziel, die Durchschnittsdatenrate auf über 100 MBit anzuheben. Im Schnitt liefern die LTE-Netze nämlich heute auch kaum mehr als 50-70 MBit, wie man in den Sternchentexten der Tarifbeschreibungen bei den Mobilfunkanbietern nachlesen kann. Diese beziehen sich stets auf bundesweite Netztests, etwa der Computerbild.

Wie schnell ist 5G im Vergleich?

Die Frage ist dann eher, ob Transferraten von über 10 GBit/s am Smartphone für Verbraucher und Industrie überhaupt schon sinnvoll sind – zumindest solange nicht auch die Inklusivvolumen der Tarife überproportional mit steigen. Bei heutigen LTE-Tarifen mit 50 bis 500 MBit, sind 1-30 GB (Gigabyte) üblich – also bei Tarifen für Tablets, Sticks oder Smartphones. Heimtarife warten dagegen teils mit 100-250 GB auf. Einige wenige Ausnahmen bieten zudem unbegrenztes Datenvolumen, allerdings kosten derartige Angebote noch deutlich über 60 Euro monatlich.

Highspeed 5G
Datenraten über 1.000 MBit würden unserer Ansicht nach frühestens ab 100-200 GB Highspeedvolumen pro Monat einen erheblichen Mehrwert bedeuten. Fakt ist dennoch: Der Bedarf an Netzkapazität und Übertragungsgeschwindigkeit nimmt weiter rasant zu. Innerhalb nur eines Jahres, zwischen 2016 und 2017, stieg beispielsweise das weltweit in Mobilfunknetzen transportierte Datenvolumen um satte 70 Prozent[1]. Im selben Vorjahreszeitraum betrug die Wachstumsrate übrigens 50 Prozent. In 3-5 Jahren stehen die Provider also auch vor ganz anderen Herausforderungen und die Konsumenten werden ebenfalls leistungsfähigere Tarife nachfragen.

Warum ist 4G nicht genug?

Wie schon in der vorangegangenen Frage angedeutet, nimmt der Bedarf auf Kundenseite stetig zu, was Datenrate und Volumen angeht. Noch vor 10 Jahren waren 1-3 MBit für mobiles Internet am Handy (Smartphones kamen erst so langsam auf) oder per Surfstick vollkommen ausreichend. Heute will sich kaum ein Neukunde unter 20-50 MBit mehr zufrieden geben. Laut einer Studie der GSA[2], stieg in 5 Jahren von 2010 bis 2014 die Datenrate im Endkundenbereich, LTE sei Dank, um unglaubliche 1.000 Prozent. Zudem gibt es so eine Art Lebenszyklus von Mobilfunktechniken, wie auch bei Produkten aller Art [1]. Jeder Mobilfunkstandard hat in etwa eine Nutzungserwartung von 20 Jahren. Die Phase von UMTS (3G) ist mindestens seit 2015 am Abflachen, während 4G sich noch in der Wachstumsphase und vor dem Höhepunkt (ca. 2020) befindet. Dann wird langsam 5G in die Fußstapfen treten, wobei 4G dann mindestens noch 5-10 Jahre seine Daseinsberechtigung haben wird, wie heute auch noch 3G und 2G als „Fallback“ bei fehlender Netzabdeckung. Die Deutsche Telekom kündigte 2017 allerdings an, ab 2020 3G sukzessive einzustellen.


Lebenszyklus der Mobilfunkgenerationen

Lebenszyklus von Mobilfunkstandards | Bild: GSA intelligence


Neben der Datenrate, gibt es aber noch weitere Aspekte, warum 4G dauerhaft nicht ausreichend ist. Mit jeder neuen Generation werden einige Mängel der Vorgänger ausgebessert. So ist 5G zum Beispiel noch effizienter und somit energiesparender, liefert extrem hohe Geschwindigkeiten und extrem kurze Reaktionszeiten (Ping). Damit sind viele neue Anwendungen denkbar.

Einen weiteren Aspekt betrifft die Leistungsfähigkeit der Netze. Einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) nach, werden die 4G-Netze in den deutschen Großstädten bereits 2021 an ihre technischen Grenzen stoßen.

Gibt es schon erste Smartphones mit 5G?

Ja! Wie erwartet, gab es seit Anfang 2019 bereits die ersten funktionierenden 5G-Smartphones im Ausland. Huawei, LG, Samsung und andere führende Hersteller wetteiferten um das erste Modell. Seit Sommer 2019 können erste 5G-Smartphones auch in Deutschland zu passenden Tarifen erworben werden.

Wird 5G die Breitband-Versorgung im ländlichen Raum verbessern wie LTE?

Aller Wahrscheinlichkeit nach ja, wenn auch nicht so schnell wie bei LTE. Da es diesmal keine Auflagen gibt zunächst den ländlichen Raum zu erschließen, fokussieren sich die Provider natürlich zunächst auf die lukrativen Städte. Damals bekamen die Provider (Telekom, O2, Vodafone) Auflagen, zunächst ländliche Regionen mit mindestens mit 90 Prozent per LTE zu versorgen. Erst dann durfte LTE in den Städten ausgebaut werden.

Das mit 5G perspektivisch auch Breitbandlücken auf dem Land geschlossen werden, steht außer Frage. Vodafone bietet mit den Gigacube-Tarifen (5G-fähig) sogar ein passendes Angebot. Da sich für den ländlichen Ausbau aber maximal Bänder bis 1 GHz eignen, wäre der Einsatz von 5G in diesem Frequenzbereich Voraussetzung. Da hier das Spektrum aber sehr klein ist, dürften zumindest die Gewinne in Sachen Datenrate nur marginal ausfallen.

Sehr interessant erscheint zudem der Fixed Wireless Access Ansatz, der bald schon Gigabit-Internet per Funk in dörfliche Haushalte bringen könnte.


Was wird es für neue Anwendungen geben?

Die Anwendungsszenarien sind vielfältig und beinhalten bei weitem nicht nur die Nutzung in privaten Smartphones, Tablets und Routern. 5G wird besonders auch für industrielle Anwendungen vorbereitet, wie Fernoperationen, Verkehrssteuerung in Echtzeit, autonom fahrende Autos oder Maschine-zu-Maschine-Szenarien. Weitere Bereiche wären z.B. die Maschinensteuerung, Roboter, Datenbrillen oder Games- und Videostreaming. Stichworte sind hier "Industrie 4.0" oder auch das "Internet der Dinge". Noch mehr Möglichkeiten haben wir hier zusammengefasst.

Auf welchen Frequenzen funkt 5G heute und in Zukunft?

Noch lässt sich die Frage nicht zu 100 Prozent beantwortet. Fest steht aber, die 5. Generation benötigt für die anvisierten Datenraten viel mehr Spektrum als heute. Die in Q2/2019 versteigerten Frequenzen liegen bei 2 und 3.6 GHz. Auch Bänder bei 25, 30 oder gar 80 GHz stehen zur Debatte. Hier verringert sich allerdings der Zell-Radius enorm und schrumpft auf unter 100 Meter. Die Dichte der Mobilfunkstationen müsste dann also immens auf fast unmögliche Art erweitert werden. Wahrscheinlich wird es also in den Anfangsjahren bei Bereichen bis 20 GHz bleiben. Erste Infos zu den Frequenzbereichen, haben wir in diesem Spezial zusammengefasst.


Spektrum 5G vs. LTE

Welche Unternehmen werden die 5. Mobilfunkgeneration anbieten?

In Deutschland natürlich allen voran Telekom, O2 und Vodafone. Neu hinzugekommen ist erstmals nur 1&1/Drillisch, welche ebenfalls Frequenzen für den 5G-Betrieb ersteigert haben. Mehr dazu erfahren Sie hier in unserem 5G-Anbieter Spezial.

Kann ich meine alte LTE-Hardware weiter verwenden?

Nein! 5G basiert teils auf völlig neuen Verfahren und Techniken, so dass auf jeden Fall neue Sticks, Smartphones und Router gekauft werden müssen.

Ist 5G gesundheitsschädlich?

An dieser Frage scheiden sich ehrlicher Weise die Geister. Es gibt etliche Hinweise dafür, dass die neue Funktechnik bzw. die anvisierten Frequenzbereiche im mm-Wellenbereich nicht unbedenklich sind. Hierzu führten wir ein interessantes Interview mit dem Verein Diagnose:Funk. Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht dagegen keine Bedenken, wohl aber noch offene Forschungsarbeit für den Betrieb über 20 GHz.


[1] Ericsson Mobilfunkreport 2017