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5G FAQs

Häufige Fragen zur kommenden 5. Mobilfunkgeneration


Welche Vorteile hat 5G?

Noch steckt die Entwicklung des LTE-Nachfolgers in den Anfängen. Mobilfunkexperten weltweit haben allerdings schon seit Jahren konkrete Vorstellungen davon, was 5G können soll und muss, um für den Alltag der Users und den Bedürfnissen der Industrie gewappnet zu sein. Fest steht zum Beispiel, dass 5G extrem schnell sein wird (siehe unten). Das betrifft nicht nur die Datenrate, sondern auch die sogenannte Latenz. Darunter versteht man die Antwortzeit für eine Netzanfrage. Doch das ist längst nicht alles. Auch die Spektraleffizienz soll weiter verbessert werden. Gleichsam wollen die Provider künftig viel mehr Endgeräte pro Fläche versorgen können. Hier mehr zu den geplanten Vorteilen von 5G erfahren.


Wie hoch wird die Datenrate sein?

Ähnlich wie bei LTE, wird es auch bei 5G verschiedene Evolutionsstufen geben und nicht „die“ Datenrate oder "das" 5G. Angepeilt werden für erste endkundenfähige Mobilfunknetze mindestens 1.000 MBit. Kurze Zeit später wahrscheinlich sogar bis zu 5.000 MBit. Technisch möglich wären perspektivisch sogar 20 GBit/s, denn dies sehen die Spezifikationen der ITU vor. Doch wie schon bei 4G, werden wir derartige Datenraten in der Praxis kaum erzielen. Vielmehr lautet das Ziel, die Durchschnittsdatenrate auf gut 100 MBit anzuheben. Im Schnitt liefern die LTE-Netze nämlich heute auch kaum mehr als 50-70 MBit, wie man in den Sternchentexten der Tarifbeschreibungen bei den Mobilfunkanbietern nachlesen kann. Diese beziehen sich stets auf bundesweite Netztests, etwa der Computerbild.

Wie schnell ist 5G im Vergleich?

Die Frage ist dann eher, ob Transferraten von über 10 GBit/s am Smartphone für Verbraucher und Industrie überhaupt schon sinnvoll sind – zumindest solange nicht auch die Inklusivvolumen der Tarife überproportional mit steigen. Bei heutigen LTE-Tarifen mit 50 bis 500 MBit, sind 1-30 GB (Gigabyte) üblich – also bei Tarifen für Tablets, Sticks oder Smartphones. Heimtarife warten dagegen teils mit 100-200 GB auf. Einige wenige Ausnahmen bieten zudem unbegrenztes Datenvolumen, allerdings kosten derartige Angebote noch deutlich über 60 Euro monatlich.

Highspeed 5G
Datenraten über 1.000 MBit würden unserer Ansicht nach frühestens ab 100-200 GB Highspeedvolumen pro Monat einen erheblichen Mehrwert bedeuten. Fakt ist dennoch: Der Bedarf an Netzkapazität und Übertragungsgeschwindigkeit nimmt weiter rasant zu. Innerhalb nur eines Jahres, zwischen 2016 und 2017, stieg beispielsweise das weltweit in Mobilfunknetzen transportierte Datenvolumen um satte 70 Prozent[1]. Im selben Vorjahreszeitraum betrug die Wachstumsrate übrigens 50 Prozent. In 3-5 Jahren stehen die Provider also auch vor ganz anderen Herausforderungen und die Konsumenten werden ebenfalls leistungsfähigere Tarife nachfragen.

Warum ist 4G nicht genug?

Wie schon in der vorangegangenen Frage angedeutet, nimmt der Bedarf auf Kundenseite stetig zu, was Datenrate und Volumen angeht. Noch vor 10 Jahren waren 1-3 MBit für mobiles Internet am Handy (Smartphones kamen erst so langsam auf) oder per Surfstick vollkommen ausreichend. Heute will sich kaum ein Neukunde unter 20-50 MBit mehr zufrieden geben. Laut einer Studie der GSA[2], stieg in 5 Jahren von 2010 bis 2014 die Datenrate im Endkundenbereich, LTE sei Dank, um unglaubliche 1.000 Prozent. Zudem gibt es so eine Art Lebenszyklus von Mobilfunktechniken, wie auch bei Produkten aller Art [1]. Jeder Mobilfunkstandard hat in etwa eine Nutzungserwartung von 20 Jahren. Die Phase von UMTS (3G) ist mindestens seit 2015 am Abflachen, während 4G sich noch in der Wachstumsphase und vor dem Höhepunkt (ca. 2020) befindet. Dann wird langsam 5G in die Fußstapfen treten, wobei 4G dann mindestens noch 5-10 Jahre seine Daseinsberechtigung haben wird, wie heute auch noch 3G und 2G als „Fallback“ bei fehlender Netzabdeckung. Die Deutsche Telekom kündigte 2017 allerdings an, ab 2020 3G sukzessive einzustellen.


Lebenszyklus der Mobilfunkgenerationen

Lebenszyklus von Mobilfunkstandards | Bild: GSA intelligence


Neben der Datenrate, gibt es aber noch weitere Aspekte, warum 4G dauerhaft nicht ausreichend ist. Mit jeder neuen Generation werden einige Mängel der Vorgänger ausgebessert. So ist 5G zum Beispiel noch effizienter und somit energiesparender, liefert extrem hohe Geschwindigkeiten und extrem kurze Reaktionszeiten (Ping). Damit sind viele neue Anwendungen denkbar.

Einen weiteren Aspekt betrifft die Leistungsfähigkeit der Netze. Einer Studie der Boston Consulting Group (BCG) nach, werden die 4G-Netze in den deutschen Großstädten bereits 2021 an ihre technischen Grenzen stoßen.

Ab wann ist der LTE-Nachfolger verfügbar?

Sämtliche am Prozess der Entwicklung Beteiligten, gehen aktuell von einem ersten Release in 2020 aus. Vorgängertechniken, mit 5G-ähnlichen Leistungsdaten (Pre 5G), befinden sich dagegen regional bereits im Einsatz. Im Ausland ist 5G dagegen teils schon Realität. So startete AT&T in den USA bereits Ende 2018 einen ersten 5G-Tarif, im April 2019 folgten Verizon (USA) und KT Corp (Südkorea), um nur einige Beispiele zu nennen.

In Deutschland wird es, unserer Meinung nach, erste nutzbare Tarife mit 5G erst Anfang 2020 geben. Die Erfahrung zeigt, dass nur alleine die technische Machbarkeit ad hoc noch keine Angebote seitens der Mobilfunkanbieter impliziert. Diese müssen schließlich noch Netze anpassen, ausbauen, erproben und so weiter. Zudem sind einige netzpolitische Fragen nicht geklärt, Stichwort "5G National Roaming". Aber vor allem muss passende Hardware in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen und eine Vielzahl von Feldtests mit Testkunden absolviert werden. Das dies gut 6-12 Monate dauert, zeigte die Einführung von LTE vor wenigen Jahren. Die Markteinführung verzögerte sich damals um über ein Jahr, weil nicht ausreichend kompatible LTE-Geräte (Router / Sticks) zur Verfügung standen.

Wann kommen die ersten Smartphones mit 5G?

Wie erwartet, gibt es seit Anfang 2019 bereits die ersten funktionierenden 5G-Smartphones (im Ausland). Nicht nur Huawei, LG und Samsung wetteiferten um das erste Modell. Entsprechende Chips, wie dieser von Samsung oder Qualcomm (Snapdragon 855), gab es schon 2018 und dienten den Mobilfunkprovidern frühzeitig für erste Testnetze und Pilotprojekte. Bis es für Endkunden in Deutschland fertige Modems, Smartphones und Router mit 5G-Support geben wird, dürfte es hingegen noch dauern. Wir gehen von Ende 2019 aus.

Wird 5G die Breitband-Versorgung im ländlichen Raum verbessern wie LTE?

Diese Frage gleicht leider einem Blick in die Kristallkugel. Wenn es ähnlich läuft, wie bei der Einführung von LTE, lautet die Antwort ja. Damals bekamen die Provider (Telekom, O2, Vodafone) Auflagen, zunächst ländliche Regionen mit mindestens mit 90 Prozent per LTE zu versorgen. Erst dann durfte LTE in den Städten ausgebaut werden. Wahrscheinlich wird es aber ohnehin zwei Varianten geben wie 5G eingesetzt wird (siehe auch folgende Frage). Da sich für den ländlichen Ausbau maximal Bänder bis 1 GHz eignen, wäre der Einsatz von 5G in diesem Frequenzbereich Voraussetzung. Da hier das Spektrum aber sehr klein ist, dürften zumindest die Gewinne in Sachen Datenrate nur marginal ausfallen. Wahrscheinlich wären dann Tarife mit bis 500 MBit möglich. Aktuell sieht es leider nicht gut aus für die Perspektive 5G auf dem Land....

Was wird es für neue Anwendungen geben?

Die Anwendungsszenarien sind vielfältig und beinhalten bei weitem nicht nur die Nutzung in privaten Smartphones, Tablets und Routern. 5G wird besonders auch für industrielle Anwendungen vorbereitet, wie Fernoperationen, Verkehrssteuerung in Echtzeit, autonom fahrende Autos oder Maschine-zu-Maschine-Szenarien. Weitere Bereiche wären z.B. die Maschinensteuerung, Roboter, Datenbrillen oder Games- und Videostreaming. Stichworte sind hier "Industrie 4.0" oder auch das "Internet der Dinge". Noch mehr Möglichkeiten haben wir hier zusammengefasst.

Auf welchen Frequenzen wird 5G funken?

Noch lässt sich die Frage nicht zu 100 Prozent beantwortet. Fest steht aber, die 5. Generation benötigt für die anvisierten Datenraten viel mehr Spektrum als heute. Die in Q2/2019 versteigerten Frequenzen liegen bei 2 und 3.6 GHz. Auch Bänder bei 25, 30 oder gar 80 GHz stehen zur Debatte. Hier verringert sich allerdings der Zell-Radius enorm und schrumpft auf unter 100 Meter. Die Dichte der Mobilfunkstationen müsste dann also immens auf fast unmögliche Art erweitert werden. Wahrscheinlich wird es also in den Anfangsjahren bei Bereichen bis 20 GHz bleiben. Erste Infos zu den Frequenzbereichen, haben wir in diesem Spezial zusammengefasst.


Spektrum 5G vs. LTE

Welche Unternehmen werden die 5. Mobilfunkgeneration anbieten?

In Deutschland natürlich allen voran Telekom, O2 und Vodafone. Alle hegen bereits erste Test-Projekte und Kooperationen. Mehr dazu erfahren Sie hier in unserem 5G-Anbieter Spezial.

Kann ich meine alte LTE-Hardware weiter verwenden?

Nein! 5G wird auch völlig neue Verfahren und Techniken verlangen, so dass auf jeden Fall neue Sticks, Smartphones und Router gekauft werden müssen.

Ist 5G gesundheitsschädlich?

An dieser Frage scheiden sich ehrlicher Weise die Geister. Es gibt etliche Hinweise dafür, dass die neue Funktechnik bzw. die anvisierten Frequenzbereiche im mm-Wellenbereich nicht unbedenklich sind. Hierzu führten wir ein interessantes Interview mit dem Verein Diagnose:Funk. Das Bundesamt für Strahlenschutz sieht dagegen keine Bedenken, wohl aber noch offene Forschungsarbeit für den Betrieb über 20 GHz.


[1] Ericsson Mobilfunkreport 2017