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5G Frequenzauktion

Termin, Sinn und Auflagen der Versteigerung


Der LTE-Nachfolger 5G, also die nunmehr 5. Mobilfunkgeneration, soll ab ca. 2020 in Deutschland starten und innovative neue Dienste für Verbraucher sowie die Wirtschaft ermöglichen. Neben deutlich höheren Datenraten, werden immer wieder die Stichworte Internet der Dinge (IoT), Industrie 4.0 sowie autonomes Fahren genannt. Doch für den Betrieb benötigen die Mobilnetzbetreiber neue Frequenzbänder, sprich spektrale Ressourcen. Die nötigen Nutzungslizenzen sollen, wie schon bei den Vorgängertechniken UMTS und 4G/LTE, in Form einer Auktion versteigert werden.

Update: Die Auktion wurde planmäßig am 19.3. gestartet und erzielte in den ersten 5 Runden gut 350 Mio. Euro. Mehr zum aktuellen Stand können Sie hier einsehen.

5G Versteigerung

Neue Frequenzen für 5G

Egal ob 2G, 3G oder LTE – alle aktuellen Mobilfunkstandards benötigen je ein oder mehrere, separierte Nutzfrequenzbereiche. LTE zum Beispiel funkt hierzulande vor allem auf 800, 1800 und 2600 MHz. Für UMTS/HSPA stehen dagegen besonders Bänder bei 1900 und 2100 MHz zur Verfügung, das alte GSM funkt bei 900 und 1700 MHz. Viel Platz bleibt da nicht für 5G, es sei denn man nutzt Bereiche oberhalb der jetzt gängigen Spektren oder vergibt alte neu. Beides ist genauso geplant! So werden künftig z.B. Bereiche der 3. Mobilfunkgeneration frei. Ohnehin wird 3G immer weiter zurückgebaut um Platz für LTE und 5G zu machen. Zudem soll für 5G ein neues Band bei 3.4 bis 3.8 GHz reserviert werden. Dies erfolgt im Zuge der ersten 5G-Mobilfunkauktion (bei LTE gab es bisher zwei). Etwas später sollen noch Frequenzen im mmWave-Bereich folgen, mehr dazu hier.

Wann startet die Frequenz-Versteigerung für 5G?

Federführend für die Auktionierung und Vergabe ist die deutsche Bundesnetzagentur. Nachdem die Versteigerung 2018 bereits einige Male verschoben wurde, stand seit dem 22.12.2018 endlich der finale Termin für die Versteigerung fest - der 19. März 2019! Und das obwohl die Deutsche Telekom, als auch Vodafone und O2 zuvor verlautbart hatten, gegen die geplanten Vergaberegeln (siehe unten) zu klagen.

Seit dem 19.3.2019 läuft die Versteigerung der ersten 5G-Mobilfunkfrequenzen. Siehe hier.

Welche Bänder stehen zur Disposition?

Die Bundesnetzagentur hat für den künftigen 5G-Netzzugang im 2 GHz Band die Bereiche 1920-1980 MHz sowie 2110-2170 MHz freigegeben. Die wohl populärsten Bändern für den 5G-Netzausbau befinden sich aber im 3 GHz Band bei 3400-3700 MHz. Hier steht eine Gesamtbandbreite von 390 MHz zur Verfügung, wovon 300 bei 3.6 GHz versteigert werden.



Auflagen für Mitbieter für den LTE & 5G-Mobilfunkausbau

Wichtig ist aber, dass nicht jedes solventes Unternehmen einfach mitbieten kann. Die Vergabebedingungen enthalten strenge Rahmenbedingungen, welche, wie schon erwähnt, auch Kritik aus Politik und Wirtschaft nach sich ziehen. Der Grundgedanke der Bundesnetzagentur ist dabei, dass sich die Mobilfunkprovider nicht nur die lukrativen Rosinen beim 5G-Ausbau herauspicken, also die Großstädte, sondern aktiv auch die Versorgung mit Highspeed-Internet in der Fläche vorantreiben. Nach wie vor klaffen noch größere Lücken, etwa im Verlauf von Autobahnen und Zugverbindungen. Noch arbeiten Vodafone, O2 und Dt. Telekom an der Erfüllung der Auflagen der letzten Versteigerung für LTE aus dem Jahr 2015. Bis Ende 2019 müssen 97 Prozent der Haushalte in jedem Bundeslang mit wenigstens 50 MBit erreicht werden.


Hier nun alle Auflagen im Überblick:

  • bis Ende 2022 mindestens 98% der Haushalte je Bundesland mit > 100 MBit/s
    + alle Bundesautobahnen und Bundesstraßen mit Verbindungsfunktionsstufen 0/1*
    mit > 100 MBit/s und maximal 10 Millisekunden (ms) Latenz,
    + Schienenwege mit mehr als 2.000 Fahrgästen pro Tag mit mindestens 100 MBit/s,
    + 1.000 „5G-Basisstationen“ & 500 Basisstationen mit mind. 100 MBit/s in „weißen Flecken“
* siehe Anlage 4 Seite 154 auf https://bit.ly/2TJ4Cvh

  • bis Ende 2024 alle übrigen Bundesstraßen mit mindestens 100 MBit/s und höchstens 10 ms Latenz,

    + alle Landes- und Staatsstraßen mit mindestens 50 MBit/s,

    + die Seehäfen sowie das Kernnetz der Wasserstraßen im Binnenbereich mit mindestens 50 MBit/s,

    + alle übrigen Schienenwege mit mindestens 50 MBit/


Für eventuell teilnehmende Neueinsteiger, wie United Internet (1&1), gelten allerdings fairer Weise weichere Auflagen, da diese sonst natürlich nicht zu schaffen wären. Dritte müssen demnach bis 2023 mindestens 25% der Haushalte (2025 dann 50 %) mit 5G versorgen. Sollten nur Frequenzen bei  3.5 GHz ersteigert werden dann 25 % bis 2025. Darüber hinaus noch 1000 5G-Funkstationen bundesweit.

Aus den Auflagen wird ersichtlich, dass vor allem Lücken entlang der Verkehrswege im Zuge des 5G-Ausbaus geschlossen werden sollen.

Welche Unternehmen bieten in Deutschland mit?

Bis zum 25. Januar 2019 um 15:00 Uhr hatten interessierte Unternehmen Zeit, einen Antrag zu stellen. Mit teilnehmen werden demnach die Deutsche Telekom, United Internet (neu), Vodafone und O2 Telefonica.

hier sind die Versteigerungen bereits abgeschlossen

Politiker wollen Deutschland gerne als führende Nation beim 5G-Ausbau sehen. Doch andere Ländern sind uns mal wieder im Längen voraus. So erfolgte die Versteigerung der Nutzfrequenzen in Finnland bereits im Oktober 2018. In der Schweiz wurde das Verfahren im Februar 2019 abgeschlossen. Frankreich will gar auf eine Auktionierung verzichten und die Bänder gegen Auflagen kostenlos verteilen.


Weiterführendes

» mehr zum 5G-Ausbau erfahren
» Ratgeber 5G-Frequenzen
» Wie hoch ist die Reichweite bei 5G?

Quelle: Bundesnetzagentur - https://bit.ly/2TJ4Cvh;
Bild "5G Auktion": © MR - Fotolia.com