5G-Anbieter.info

5G-Smartphones, Technik und Verfügbarkeit

Welche 5G-Handys gibt es schon in Deutschland und von wem?


Seit Juli 2019 können Interessenten in Deutschland erste 5G-Endgeräte und Tarife erwerben, darunter natürlich auch erste Smartphones. Noch steckt die 5. Mobilfunkgeneration allerdings in den Kinderschuhen und bis zu einem flächendeckenden Ausbau wird es noch Jahre brauchen. Wer frühzeitig gerüstet sein möchte, der kann sich bereits jetzt ein Bild von den ersten Smartphones verschaffen, welche 5G unterstützen. Zudem zeigen wir welche schon in Deutschland verfügbar sind und was diese kosten. Zudem stellen wir die Frage, ob und welche Vorteile der Umstieg überhaupt bringt.


5G am Smartphone

5G Start in Deutschland bereits erfolgt

Seit Mitte Juli diesen Jahren funken erstmals 5G-Masten in Deutschland. Vodafone gab mitten in der Urlaubssaison den Startschuss für den LTE-Nachfolger und vertreibt seither passende Router und Smartphones. Der Preis fäll bei den Düsseldorfern erfreulich niedrig aus. Nachdem man für 5G zunächst 5 € Mehrkosten verlangte, ist der Zugang nun bei allen RED-Tarifen inklusive! Die Deutsche Telekom führt ebenfalls Tarife und Geräte, darunter drei 5G-Handys. Doch ohne passendes Smartphone nützt diese nichts!

5G-Smartphones bei Vodafone:

Galaxy S10 5G kaufen
Die Düsseldorfer führen aktuell zum Start des 5G-Netzes zwei Modelle auf www.vodafone.de. Einmal das Samsung Galaxy S10 5G und das Huawei Mate X20 5G. Beide gibt es optional ohne Vertrag, dann sollte man aber beim Blick auf den Preis recht schmerzresistent sein.

So kostet das Huawei rund 1000 Euro - für das Galaxy sind sogar 1200 € einzuplanen. Bei Bestellung mit einer neuen RED-Allnetflat, zahlt man natürlich deutlich weniger zu. Mehr zu den Angeboten erfahren Sie hier.

5G-Smartphones bei der Telekom:

Das Portfolio der Deutschen Telekom ist aktuell fast identisch. Zusätzlich bieten die Bonner noch das Samsung Note S10+ 5G. Auch die MagentaMobil-Tarife sind nun allesamt 5G-fähig - Mehrkosten entstehen erfreulicher Weise ebenfalls nicht. Mehr Infos zu den Telekomangeboten.

Informationen nach Hersteller gegliedert:

5G-Smartphones von Apple

Zumindest für den Hersteller aus Cupertino sieht es so aus, als würde 2019 noch nichts auf den Markt kommen. Durch den Patentstreit mit Qualcomm werden sie von diesem Hersteller nicht mit Chips beliefert. Der Haus- und Hoflieferant ist aktuell Intel und diese haben ein 5G-Modem erst für die zweite Jahreshälfte 2019 auf der Agenda. Bleibt Apple seinem Vorstellungstermin treu, so wird die nächste Generation Anfang September vorgestellt. Beachtet man noch die Vorlaufzeit für die Produktion, so sind iPhones mit 5G für dieses Jahr vermutlich ausgeschlossen.

5G-Smartphones von Honor / Huawei

Huawei hatte für März 2019 seinen neuen Kirin-SoC fertig gestellt, der den neuen Mobilfunkstandard unterstützen sollte. Aktuell gibt es nur das Mate 20X 5G. Für ein mögliches Mate 30 wäre dies zu früh und für ein P30 zu spät. Gut möglich also, dass das P30 in einer 5G-Version nochmals neu aufgelegt wird.

Huawei Mate 20 X 5G Smartphone


Bereits veröffentlichte 5G Smartphones des Herstellers:



5G-Handys von LG

Auf der CES 2019 kündigte LG an, dass sie eine der ersten sein wollen, welche ein 5G-fähiges Smartphone im Programm haben. Zur Messe zeigte LG das V50 ThinQ 5G. Das Smartphone werkelt mit einem Snapdragon 855 und schafft Datenraten von max. 5 Gbit/s im Download. Eine Akkuleistung von 4.000 mAh sowie Staub- und Spritzwasserschutz nach IP68 runden das Gerät der Mittelklasse ab. In Deutschland ist das Modell bereits im Handel für rund 950 Euro erhältlich.


Bereits veröffentlichte 5G Smartphones des Herstellers:
  • LG V50 ThinQ 5G

5G-Smartphones von Samsung

Der nach Verkaufszahlen größte Hersteller im Markt steht unter Zugzwang. Huawei hat sich vor Apple gedrückt und greift nun auch den koreanischen Hersteller an. Voller Stolz zeigte man dann auf dem “Unpacked 2019“-Event in San Francisco das S10 5G, welches den neuen Standard unterstützt. Die Auslieferung erfolgte ab März 2019. Seit Juni ist das 5G-Modell auch in Europa und Deutschland erhältlich - das Galaxy S10 5G. Als Hardware kommt ein Qualcomm Snapdragon 855 zum Einsatz, der mit dem X50-Modem befeuert wird.

Auf der IFA 2019 konnte man am Telekomstand zudem endlich das faltbare Galaxy Fold bestaunen welches in Kürze erwartet wird. Es arbeitet ebenfalls mit einem Snapdragon 855 Prozessor bei einem Takt von 2,8 GHz und besticht mit einem klappbaren AMOLED-Panel in einer Auflösung von 2.152 x 1.536 Pixeln. Mit CAT21 sind maximal bis zu 1,4 Gbit/s im Download per 4G möglich. Nach zwischenzeitlichen Problemen mit dem Display, steht der Release nun unmittelbar bevor.


Bereits veröffentlichte 5G Smartphones von Samsung:

Galaxy Fold im 5G-Speedtest via Telekom


Motorola: vorerst nur USA

Hierzulande bietet Motorola noch kein 5G-Modell an. Auf der IFA 2019 konnte man am Motorola Stand aber ein Aufrüstkit für das Moto Z4 in Augenschein nehmen. Ein etwas ungewöhnlicher Weg, aber interessant.



OnePlus

Sehr ehrgeizig zeigte sich der Produzent OnePlus. Bereits auf der "Snapdragon Technologie Summit" im Dezember 2018 auf Hawaii gab Oneplus bekannt, dass man der Erste Hersteller sein möchte, welcher ein fertiges 5G-Produkt in den Handel bringt. Zum Einsatz kommen soll der Qualcomm Snapdragon 855 mit dem X50 Modem aus gleichem Hause.

Sony

Diesjährig wird von dem Elektronikgiganten mit Sitz in Tokio nichts erwartet. Eine erstes 5G-Modell auf dem WMC fehlte leider. Auch zur IFA wurde nur ein Xperia 5 ohne 5G vorgestellt. Das Unternehmen kündigte stattdessen an, sich erst einmal auf andere Dinge zu konzentrieren. Hierzu gehören Punkte, die von den Kunden bemängelt wurden, wie die Leistungsfähigkeit der Kamera. Da man die XA-Reihe bei der Messe in Las-Vegas bereits ausgelassen hat gilt es als wahrscheinlich, dass man sich für die Umstellung der Produktpolitik etwas Zeit lassen wird und wir vor 2020 keine 5G-Smartphones von Sony sehen werden.

Xiaomi

Der chinesische Hersteller hatte ebenfalls für die MWC 2019 ein 5G-Handy im Gepäck. Hierbei handelt es sich um das Mi Mix 3, welches mit einem 5G-Modem aufgewertet wurde. Interessant ist, dass man die kleinen Details nicht versteckt hat. So wurden u.a. die Akkukapazität vergrößert und das üppige 6,39 Zoll Super-AMOLED-Panel sticht hervor. Auch die Kamera macht hervorragende Bilder! Zum Einsatz kommt Android 9.0. Das Mi Mix 3 5G soll in Kürze bei der Dt. Telekom verfügbar sein.


Bisher veröffentlichte 5G Smartphones:
  • Xiaomi Mi Mix 3

Oppo

Mit dem "Oppo Reno 5G" hat der chinesische Hersteller ebenfalls ein Gerät im Angebot. Ausgestattet mit dem neusten Qualcomm Snapdragon 855 und X50 Modem, Zehnfach Hybrid-Zoom, 120 Grad Weitwinkel-Kamera, sagenhaften 48 Megapixel Sensor und 4065 mAh Akku, muss es sich nicht vor der Konkurrenz verstecken. Das Reno 5G kann in der Schweiz über die Swisscom seit Mai 2019 für rund 1000 Franken erworben werden.

Weitere Hersteller

Qualcomm selber verweist darauf, dass noch in 2019 über 30 Smartphones auf den Markt kommen sollen, die zusammen X50 Modem den neuen Mobilfunkstandard unterstützen. Hierzu folgen im laufenden Jahr unter anderem Geräte von HMD-Global zu denen Nokia gehört, aber auch von OPPO, ZTE, Vivo und HTC. Hier hält man sich allerdings noch bedeckt und hat noch keine möglichen Termine genannt.


Bisher veröffentlichte 5G Smartphones:

Die 5G-Hardware unter der Haube

Unternehmen die zu den ersten gehören möchten welche ein Smartphone mit 5G auf den Markt bringen, kommen aktuell nicht an dem amerikanischen Chip-Giganten Qualcomm vorbei. Bereits Anfang Dezember letzten Jahres, hat das Unternehmen seinen neuen SoC (System on a Chip) Snapdragon 855 vorgestellt. Dieser unterstützt natürlich zunächst LTE, kann aber dank der Fusion-Schnittstelle mit dem optionalen X50-Modem kommunizieren. Dies ebnet den Weg in das 5G-Netz. Dabei sind anfangs (technisch) Geschwindigkeiten bis zu 5 GBit/s möglich. Huawei zog hier mit einem neuen HiSilicon Kirin nach.

Snapdragon 855 mit 5G | Bild: Qualcomm


Das X50 Modem von Qualcomm ist in etwa so groß, wie der Snapdragon 845 SoC. Soll das Smartphone kompakt bleiben, so ist das Auslagern des Modems durchaus sinnvoll. Intel möchte sich in der zweiten Jahreshälfte 2019 dazu gesellen und mit einem passenden Chip auf den Markt kommen. Dies wird insbesondere Apple freuen, die dann mit den gemachten Erfahrungen der anderen Hersteller auch eine praktische Umsetzung angehen können. Spannend bleibt auch, was andere Netzwerkausrüster in der Planung haben. Insbesondere ZTE hätte durchaus das Potential eigene Hardware zu entwickeln. Nachdem sie ihre Produktion wegen Sanktionen durch die USA zwischenzeitlich einstellen mussten wird in den Laboren sicherlich bereits daran gearbeitet.

Viele Antennen bereiten Platzprobleme

Bisher vorgestellte Prototypen von Smartphones der neuen Generation leiden unter einem Problem. Sie haben lediglich Antennen für das Sub-6 GHz-Band integriert. Dies bedeutet, dass sie zwar von der Größe ähnlich bleiben wie ihre LTE-Pendants, aber nicht die volle Leistungsfähigkeit von 5G entfalten können. Erst durch zusätzliche Nutzung der mmWave-Technik kommt es zu den ultraschnellen Datenübertragungen. Hierbei können technisch gesehen die Spektren zwischen 24 und 100 GHz genutzt werden. Dies ist allerdings in Deutschland noch reine Zukunftsmusik, da die dafür nötigen Frequenzbereiche noch nicht vergeben sind. Qualcomm hat zumindest bereits Referenzdesigns für Antennen entwickelt. Diese haben mit 6,9 x 18,6 mm durchaus ein stattliches Ausmaß. Man geht davon aus, dass für eine sinnvolle Nutzung mindestens drei dieser Module eingesetzt werden müssen. Dies stellt die Ingenieure vor Herausforderungen, denn der Platz im Gehäuse ist bereits heute ein limitierender Faktor. In den ersten Jahren gehen wir daher davon aus, dass 5G-Smartphones vorerst nur im Sub-6-Band funken.

Was bringt 5G und worauf sollte man achten?

Die Vorteile von 5G für Smartphone-Kunden liegen auf der Hand. Hohe Geschwindigkeiten von anfangs zirka 5 GBit/s bei extrem niedrigen Latenzen im Bereich von 2 bis 3 Millisekunden. Abseits davon wird die neue Netzgeneration auch bei vollständig neuen Technologien zum Einsatz kommen. Allgegenwärtig ist dabei das autonome Fahren im Gespräch. Die Fahrzeuge sollen untereinander in Echtzeit kommunizieren und sich auf diese Weise besser organisieren und Unfälle vermeiden.

So schnell ist 5G im Vergleich zu den Vorgängern

Für den Privatanwender werden besonders zwei Bereiche interessant sein. Fixed Wireless Access (FWA) wird nicht nur abgelegene Haushalte mit High-Speed Internet anbinden, sondern auch in Großstädten eine Rolle spielen. Wo Glasfaser nur schwer oder wirtschaftlich nicht sinnvoll verlegbar ist, werden Datenraten im Multi-Gigabit Bereich per 5G vermittelt.

Selbstverständlich wird auch der Smartphonekunde langfristig von 5G profitieren. Immer hochauflösendere Fotos und Ultra-HD Videoclips wollen mit hohem Tempo via WhatsApp transferiert oder in der Cloud abgelegt werden. Hier wird sich zeigen, wie sich der Markt entwickelt. Alt bekannte Probleme werden sich vermutlich wiederholen. Während LTE-Smartphones aus China heute nicht immer alle notwendigen Frequenzbänder unterstützen, wird bei 5G-Handys die Frage sein, welche Antennen verbaut sind. Die ersten Prototypen aus Fernost sind oftmals für das Sub-6 GHz-Band ausgelegt. Sie unterstützen damit nicht die mmWave Technologie, die Bereiche zwischen 24 und 100 GHz nutzen kann und so die enorm hohen Datenraten erreicht.

Lohnt der Kauf eines 5G-Smartphones für mich?

Aktuell lautet die Antwort eher noch nein und das aus mehreren Gründen. Auch wenn schon erste Funkmasten angebunden sind - noch zeichnet sich nicht ab, dass es in Deutschland vor 2020 eine nennenswerte 5G-Abdeckung geben wird. Zunächst kommt die Funktechnik vor allem in einigen Großstädten wie Berlin, Düsseldorf oder Frankfurt zum Einsatz. Ebenso schrecken die hohen Kosten für die Smartphones im Bereich von 1000 Euro ab. Den Durchbruch zum Massenmarkt erwarten wir nicht vor Ende 2020.

Anderswo auf der Welt dürfte die Entwicklung allerdings wieder schneller verlaufen, so 5G-Smartphones zunächst maximal für Geschäftsreisende ein Thema sein könnte.