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Qualcomm Snapdragon

Alle Qualcomm Snapdragon-Chipsätze mit 5G im Überblick


Qualcomm ist mit seiner Snapdragon-Reihe der Marktführer unter den Herstellern von Smartphone-Chipsätzen. In den allermeisten Android-Handys sitzt einer der Snapdragon-Chips des Unternehmens aus Kalifornien in den USA, das im Jahr 1985 gegründet wurde.

Die SoCs der Snapdragon-Reihe unterstützen seit vielen Generationen LTE. Mittlerweile stellt der Marktführer aber auch schon diverse Chips mit Unterstützung des neuen Mobilfunkstandard 5G bereit. Wir stellen die einzelnen SoCs mit 5G-Support im Detail vor und geben zudem Ausblick auf einige noch nicht veröffentlichte, aber bereits angekündigte Chips.

Bild: Qualcomm

Snapdragon 888

Auf dem Snapdragon Tech Summit im Dezember 2020 hat Qualcomm seinen neuen Top-SoC für Smartphone-Flaggschiffe vorgestellt. Wider Erwarten kommt der Nachfolger des Snapdragon 865 allerdings nicht als Snapdragon 875 daher, sondern trägt den Namen Snapdragon 888. Vermutlich hat Qualcomm diesen Weg gewählt, um bewusst aus der Reihe zu tanzen und so dafür zu sorgen, dass ein besonderes Augenmerk auf die speziellen Features der neuen Plattform für Mobilgeräte gelegt wird. Dies belegt auch, dass sich Qualcomm sogar zwei Tage Zeit genommen hat, um alle Features des neuen Snapdragon 888 zu enthüllen.

Das Herz des neuen Snapdragon 888, der komplett mit 5-Nanometer-Fertigungstechnologie hergestellt wird, ist die Kryo 680 CPU. Von der Struktur ist man hierbei dem Vorgängers Kryo 585 treu geblieben. Sie besteht aus einem Prime-Core mit 2,84 GHz, drei Performance-Cores mit 2,4 GHz sowie vier Efficiency-Cores mit 1,8 GHz. Allerdings basiert die Kryo 680 CPU auf einer neuen Architektur. Dies soll laut Qualcomm zu einem Performanceplus sowie einem Effizienzplus von jeweils 25 Prozent sorgen. Sprich: Der neue Snapdragon 888 bietet 25 Prozent mehr Leistung und benötigt hierfür auch noch 25 Prozent weniger Energie.

Ähnliche Verbesserungen wurden auch bei der Grafikeinheit erreicht. Hier kommt die neue Qualcomm Adreno 660 GPU zum Einsatz. Sie soll laut Hersteller rund 35% schnelleres Bildrendering ermöglichen und dennoch um 20 Prozent effizienter arbeiten. Somit wurde auch hier der Stromverbrauch verringert, was die Akkulaufzeit von zukünftigen Smartphones mit dem Snapdragon 888 verbessern kann. Displays werden mit maximal 4K Auflösung und 60 Hz oder QHD+ mit bis zu 144 Hz unterstützt.

AI-Berechnungen übernimmt die Hexagon 780 Recheneinheit. Sie erreicht ein deutliches Leistungsplus, indem die Scalar-, Tensor- und Vector-Recheneinheiten zusammengelegt wurden. Qualcomm gibt an, dass hier im Vergleich zum Vorgänger die Leistung pro Watt um den Faktor 3 gesteigert wurde. Die Qualcomm AI Engine, die sich aus der Kryo 680 CPU, der Adreno 660 GPU, dem Hexagon 780 Prozessor und dem Sensing Hub der zweiten Generation zusammensetzt, schafft nach Herstellerangaben eine Leistung von bis zu 26 TOPS, also 26 Billionen mathematische Operationen pro Sekunde. Dies stellt im Vergleich zum Snapdragon 865, der Ende vergangenen Jahres präsentiert wurde und viele Smartphone-Flaggschiffe des Jahres 2020 antreibt, ein Plus von gut 70 Prozent dar. Die Vorgänger-SoC kam „nur“ auf 15 TOPS.

Für die Bildbearbeitung stattet Qualcomm den Snapdragon 888 mit dem Spectra 580 CV-ISP aus. Es handelt sich hierbei um den weltweit ersten Triple-Bildverarbeitungsprozessor. Dies hat zur Folge, dass mit dem neuen Chip drei Kameramodule simultan verarbeitet werden können. So sollen Nutzern völlig neue Möglichkeiten beim Aufzeichnen und Nachbearbeiten von Fotos und Videos offenstehen. Der neue Qualcomm Spectra ISP kann Bild- und Videoaufnahme mit bis zu 2,7 Gigapixel pro Sekunde sowie 120 Bilder mit 12 Megapixel pro Sekunde verarbeiten. Möglich macht dies eine Performancesteigerung von 35 Prozent im Vergleich zum Vorgänger. Videos nimmt der Chip mit Dolby Vision und 8K bei 30 Bildern pro Sekunde.

Selbstverständlich hat der neue Snapdragon 888 auch wieder ein 5G-Modem an Bord. Qualcomm integriert das Snapdragon X60 Modem-RF-System in den Chip. Das 5G-Modem wurde bereits Anfang 2020 enthüllt, kam bisher aber nicht wirklich zum Zug. Das Modem unterstützt alle relevanten 5G-Standards wie mmWave und Sub-6-GHz, 5G Carrier Aggregation sowie DSS (Dynamic Spectrum Sharing). Es ermöglicht Downloads mit bis zu 7.5 Gbit/s sowie Uploads mit bis zu 3 Gbit/s. Zusammen mit dem Snapdragon X60-Modem, verbaut man das Qualcomm FastConnect 6900 System, das unter anderem über die Funkstandards WiFi 6 und WiFi 6E (6 GHz) sowie Bluetooth 5.2 und NFC verfügt. Beim WiFi funkt das Gerät nicht nur mit 2,4 und 5 GHz, sondern ebenfalls mit der neuen Frequenz 6 GHz.

Auch wenn noch keine ganz konkreten Modelle angekündigt wurden, haben bereits Hersteller wie Xiaomi, OnePlus, Sony, Motorola, ASUS, Lenovo, LG, OPPO, realme, vivo, ZTE und Nubia verkündet, dass Sie 2021 Smartphones mit dem neuen Qualcomm Snapdragon 888 auf den Markt bringen werden.

Snapdragon 870 5G

Mitte Januar 2021 hat Qualcomm einen neuen Smartphone-SoC vorgestellt. Der neue Qualcomm Snapdragon 870 5G folgt auf den Snapdragon 865 aus dem vergangenen Jahr. Es handelt sich im Wesentlichen um eine aufgebohrte und punktuell verbesserte Version des Vorjahres-Modells, der unterhalb des Top-SoCs Snapdragon 888 angesiedelt ist. „Aufbauend auf dem Erfolg des Snapdragon 865 und 865 Plus wurde der neue Snapdragon 870 entwickelt, um die Anforderungen von OEMs und der Mobilfunkindustrie zu erfüllen“, kommentiert Kedar Kondap, VP of Product Management bei Qualcomm, in einer Pressemitteilung.

Eine der wesentlichen Änderungen gegenüber dem Snapdragon 865 bzw. Snapdragon 865 Plus aus 2020 ist die erhöhte Taktrate. Der Snapdragon 870 5G arbeitet mit bis zu 3,2 GHz, während der maximale Arbeitstakt beim Snapdragon 865 bei 2,84 GHz und beim Plus-Modell bei 3,1 GHz lag. Man setzt bei der höheren Arbeitsgeschwindigkeit auf eine verbesserte Version der Qualcomm Kryo 585 bzw. beziehungsweise Cortex-A77 als Prime-Core der CPU. Die drei weiteren Kryo-585-Kerne und vier Cortex-A55 sind mit 2,42 und 1,8 GHz getaktet und arbeiten damit genauso schnell wie im Vorgänger. Somit gibt es lediglich bei einem der acht Kerne der Octa-Core-CPU eine um 100 MHz höhere Arbeitsgeschwindigkeit. Das 64-Bit-Interface für RAM vom Typ LPDDR4X-4266 oder LPDDR5-5500 bleibt gleich.

Auch die GPU bleibt die gleiche. Man setzt weiterhin auf eine Adreno-650-Grafikeinheit. Dennoch soll der Snapdragon 870 5G laut Hersteller eine um 10 Prozent höhere Leistungsfähigkeit aufweisen, was auf bessere Boost-Taktfrequenzen sowie Verbesserungen beim Fertigungsprozess zurückzuführen sein dürfte. Zum Einsatz kommt weiterhin die 7-nm-Technik von TSMC bzw. genauer gesagt das N7P-Verfahren, dem derzeit fortschrittlichsten mit klassischer Immersionslithografie (DUV) statt mit extrem ultravioletter Belichtung (EUV). Der Snapdragon 888 basiert bekanntermaßen auf 5-nm-Technik und neueren Architekturen. Weitere Vorteile sind unter anderem aktualisierbare GPU-Treiber und die Implementierung von Adreno Fast Blend zur Reduzierung von Rendering-Problemen. Das Leistungsplus kommt unter anderem dem Snapdragon Elite Gaming System zugute. Qualcomm gibt an, dass Smartphones mit dem Snapdragon 870 5G in der Lage sein sollen, Inhalte in Desktop-Qualität zu streamen.

Als 5G-Modem setzt Qualcomm auch beim Snapdragon 870 5G weiterhin auf eine Kombination mit dem bekannten Snapdragon X55, das nicht auf dem Chip untergebracht ist. Dieses funkt sowohl mit Sub-6-GHz als auch dem noch schnelleren, hierzulande aber derzeit irrelevanten mmWave und erreicht bis zu 7 Gbit/s im Downstream sowie bis zu 3 Gbit/s im Upstream. Displays unterstützt der neue SoC bis hin zu einer 4K-Auflösung mit maximal 60 Hz. Bei geringeren Auflösungen wie FHD+ sind bis zu 144 Hz möglich. Zur weiteren Ausstattung zählen der Hexagon 698 Prozessor, der Qualcomm Sensing Hub, Wi-Fi FastConnect 6800, Bluetooth 5.2, der Qualcomm Spectra 480 Bildprozessor und Quick Charge 4+.

Qualcomm hat im Rahmen der Enthüllung des Snapdragon 870 5G verlauten lassen, dass bereits Hersteller wie Motorola, iQOO, OnePlus, OPPO und Xiaomi Interesse an dem neuen SoC bekundet haben und erste Flaggschiff-Modelle in Arbeit sind. Konkrete Geräte wurden noch nicht angekündigt, sollen aber im Laufe des ersten Quartals 2021 folgen. Der SoC ist günstiger als das Flaggschiffmodell Snapdragon 888, was sich auch positiv auf die Preise der Smartphones mit Snapdragon 870 5G auswirken dürfte.

Snapdragon 865

Als Nachfolge des Snapdragon 855 (Plus) hat Qualcomm im Dezember 2019 auch den neuen Top-SoC Snapdragon 865 vorgestellt. Dieser ist für Oberklasse-Smartphones mit Android als Betriebssystem gedacht und soll ab Frühjahr 2020 in einer Reihe von Highend-Smartphones verbaut werden. Hergestellt wird der Prozessor im verbesserten 7-Nm-Prozess (N7P, DUV-basiert) bei TSMC. Die Leistung soll laut Hersteller um bis zu 7 Prozent höher liegen, der Strombedarf im direkten Vergleich mit N7 hingegen um 10 Prozent geringer ausfallen.

Anders als beim zeitgleich vorgestellten, aber leistungsschwächeren Snapdragon 765(G), steckt im Snapdragon 865 wieder (wie beim Snapdragon 855) kein 5G-Modem auf dem SoC. Dies liegt an unterschiedlichen Entwicklungszeiten für das neue X55 5G-Modem, das also weiterhin ein externer Chip ist. Dieses unterstützt laut Unternehmensangaben alle Schlüsselregionen und Frequenzbänder inklusive mmWave, Sub-6, TDD, FDD und Dynamic Spectrum Sharing (DSS). Die maximale Downloadrate im 5G-Modes soll bei bis zu 7,5 Gbit/s liegen. Da Qualcomm es vorsieht, dass der Snapdragon 865 immer mit dem X55-Modem verbaut wird, sollte in der Theorie jedes Gerät mit diesem SoC ein 5G-Smartphone bzw. -Tablet sein. Auch ein LTE-Modem ist nicht mehr auf dem Chip zu finden. Diesbezüglich unterstützt das X55 LTE Cat 24/22.



Ebenso bei den Rechenkernen hat sich im Vergleich zum Vorgänger Snapdragon 855 einiges getan. Hinsichtlich der bloßen Zahlen ist der neue Chip mit maximal 2,84 GHz zwar etwas langsamer getaktet als der Snapdragon 855 Plus mit bis zu 2,96 GHz. Das ist aber nicht weiter wild. Denn Qualcomm hat seinen Fokus bei der Entwicklung des neuen Chips nicht auf eine noch höhere Taktrate gelegt. Es werden erstmals vier Cortex-A77-Performance-Kerne eingesetzt. Diese sind bedeutend leistungsfähiger als die A76 aus dem Vorgänger. Zudem wurde der Level-3-Cache von 2 auf 4 MB verdoppelt. Die Taktrate des Prime-Kern liegt bei besagten 2,84 GHz, die drei weiteren Cortex-A77 sind mit bis zu 2,42 GHz getaktet. Dazu gesellen sich noch vier weitere ARM Cortex-A55-Kerne, die mit maximal 1,8 GHz arbeiten. So kommt der Snapdragon 865 auf mehr Leistung und setzt sich bei ersten Benchmarks klar an die Spitze des Feldes.

Für weitere Performance-Gewinne sorgt der verbaute Speicherkontroller, der neben LPDDR4X mit 2.130 MHz nun auch LPDDR5 mit bis zu 2.750 MHz unterstützt. Kombinieren lässt er sich mit bis zu 16 GB Arbeitsspeicher. Als integrierte GPU kommt der neue Grafikchip Adreno 650 zum Einsatz. Dieser soll im Vergleich zum Vorgänger bis zu 25 Prozent mehr Leistung erzielen. So kann das SoC Displays von Smartphones und Tablets bei einer 4K-Auflösung mit bis zu 60 Hz ansteuern. Bei Geräten mit einer QHD+-Auflösung sind sogar bis zu 144 Hz möglich. Ebenfalls positiv für Gamer ist, dass es Updates für Grafiktreiber geben soll, die auf aktuelle Spiele abgestimmt sind und bei Verfügbarkeit heruntergeladen werden können.

Auch bei der KI-Leistung hat sich einiges getan. Hier erreicht der Snapdragon 865 dank dem Hexagon 698 DSP, der weiterhin CPU, GPU, HVX und Tensor-Kerne gemeinsam nutzt, 15 TOPS. Das ist im Vergleich zu 7 TOPS beim Vorgänger Snapdragon 855 eine Steigerung von über 100 Prozent. Zur weiteren Ausstattung zählt der integrierte Spectra 480 ISP. Auch er ist deutlich beschleunigt worden und integriert weiterhin eine Computer Vision Engine (CV-ISP). Er soll mit einer Geschwindigkeit von bis zu zwei Gigapixel pro Sekunde arbeiten. Möglich macht dies unter anderem die Unterstützung von Videoaufnahmen mit 8K und Dolby Vision sowie Fotos mit bis zu 200 Megapixel.

Hinsichtlich WLAN unterstützt der Snapdragon 865 dank integriertem Modul FastConnect 6800 nun auch Wi-Fi 6 (802.11ax) mit 8x8 MU-MIMU und 60 GHz 11ay mit bis zu 10 Gbit/s. Ebenfalls mit an Bord sind Bluetooth 5.1 sowie die Unterstützung des Audio-Codecs aptX Adaptive. Qualcomms neue und durch KI gestützte QuickCharge-Technik, soll laut Unternehmensangaben nicht nur Akkus schneller laden, sondern auch die Akku-Lebensdauer um bis zu 200 Tage steigern.

Snapdragon 865 Plus

Anfang Juli 2020 hat Qualcomm mit dem Snapdragon 865 Plus (865+) einen neuen Top-SoC vorgestellt. Der Chip ist ein aufgebohrter Snapdragon 865, der noch schneller getaktet ist und sich vor allem an neue High-End- und Gaming-Smartphones richtet. Damit bleibt Qualcomm seinem Stil treu, hatte doch bereits im vergangenen Jahr der damalige Snapdragon 855 später eine Plus-Version mit noch mehr Leistung bekommen.

Der im 7-nm-Verfahren gefertigte Snapdragon 865 Plus ist der erste SoC für Smartphones, der die Schallmauer von 3 GHz Taktrate knackt. Der Prime Core Kryo 585 auf Basis von ARMs Cortex-A77 ist mit maximal 3,1 GHz getaktet und damit rund 10 Prozent schneller als der mit 2,84 GHz arbeitende Snapdragon 865. Die Taktrate der restlichen Kerne ist aber identisch. Ebenfalls rund 10 Prozent schneller werkelt die Adreno 650 GPU, die nun einen maximalen GPU-Takt von rund 650 MHz aufweist. Dies sorgt zusammen mit der schnelleren CPU für noch mehr Performance für Mobile Games und anspruchsvolle Apps sowie schnelle App-Starts.

Qualcomm verspricht sogar Gaming auf Desktop-Niveau mit bis zu 144 fps (Frames per Second) und echtem 10-Bit-HDR. Ebenfalls schneller sind die Datenverbindungen. Unverändert ist zwar, dass der SoC ebenfalls wie die Plus-lose Variante zusammen mit dem Snapdragon X55 RF 5G-Modem verbaut werden kann (ist wie beim Snapdragon 865 und im Gegensatz zu anderen Qualcomm-SoCs nicht direkt auf dem Chip) und somit ebenfalls den neuen Mobilfunkstandard ab Werk unterstützt. Das Modem unterstützt bekanntermaßen Dynamic Spectrum Sharing (DSS), mmWave und sub-6 GHz mit einer Geschwindigkeit von bis zu 3 Gbit/s. Für schnellere Datenübertragungen sorgt aber Qualcomm FastConnect 6900 mit Wi-Fi 6E. Diese Technologie beschleunigt die Wi-Fi-Geschwindigkeit mittels Kanalbündelung auf bis 3,6 Gbit/s bei einer Latenz von weniger als 3 ms. Zudem ist das neue Bluetooth 5.2 mit an Bord. Als eine der ersten Smartphones mit dem Snapdragon Plus 865 werden das ROG Phone 3 und das Lenovo Legion Gaming-Phone auf den Markt kommen. Aber auch andere Hersteller werden bei ihren zukünftigen Flaggschiffen sicherlich auf diesen neuen SoC Snapdragon 865 Plus von Qualcomm setzen.

Snapdragon 855

Nachdem das Unternehmen mit der damals aktuellen Generation hinsichtlich der Performance vom Apple Bionic A12 und dem Kirin 980 Prozessor übertroffen wurde, holte Qualcomm im Dezember 2018 auf der eigenen Hausmesse Snapdragon Summit zum großen Gegenschlag aus. Es präsentierte für 2019 den neuen Top-SoC Snapdragon 855.

Der eigentlich als Snapdragon 8150 erwartete und firmenintern auch noch SM8150 genannte Snapdragon 855, bringt nicht nur deutlich mehr Leistung als die Vorgängergeneration, wie es eigentlich bei einem Upgrade zu erwarten war. Sondern es war auch der erste Sprössling von Qualcomm mit Unterstützung des neuen Mobilfunkstandards 5G. Die vorherigen Modelle mussten sich bislang mit der Vorgängergeneration 4G/LTE zufriedengeben.


Snapdragon 855 mit 5G-Modem

Snapdragon 855 mit 5G | Bild: Qualcomm


Für 5G wird das Non-Standalone X50 Modem verwendet. Dieses ist aber nicht nativ auf dem Snapdragon 855 untergerbacht, sondern wird als externer Chip in entsprechenden Geräten mit 5G-Unterstützung verbaut. Das bedeutet, dass ein Smartphone mit dem Snapdragon 855 nicht zwingend auch den 5G-Standard unterstützt. Denn es muss eben auch das X50 5G-Modem darin verbaut sein. Ist dies der Fall, unterstützt der neue Snapdragon 855 samt X50 über vier QTM052 Antennen Übertragungsraten von bis zu 5 Gbit/s im Download. Voraussetzung ist, dass entsprechende Funkstationen in der Nähe sind. Supported werden die beiden Frequenzbereiche mmWave und Sub-6 GHz.



Sollte keine 5G-Verbindung möglich sein, kommt alternativ 4G/LTE zum Einsatz. Auch hier lag Qualcomm zu diesem Zeitpunkt mit dem Snapdragon 855 wieder vor der Konkurrenz, unterstützt das auf dem Chip verbaute X24-Modem doch Gigabit-LTE und CAT 20. Dies ermöglicht Downloadraten von bis zu 2.000 Mbit/s. Die maximale Geschwindigkeit im Upload liegt bei 300 Mbit/s. Ebenfalls Zugewinne im Vergleich zur Vorgängergeneration Snapdragon 845 gibt es beim WLAN. Hier kommt statt bis zu 802.11ad nun auch 802.11ay zum Einsatz. Dies ermöglicht bei ausreichend Antennen in der Theorie Geschwindigkeiten bis zu 40 Gbit/s. Möglich macht dies die Ausnutzung extrem großer Spektren bei 60 GHz. Maximal vier Kanäle zu je 2,16 GHz werden hierfür zusammengeschaltet.

Natürlich hat der Snapdragon aber nicht nur viel hinsichtlich der Funkverbindungen zu bieten. Auch die Rechenleistung hat ordentlich zugelegt. Hierfür hat sich Qualcomm von dem Big-Little Prinzip der Vergangenheit verabschiedet, setzt stattdessen nun auf drei anstatt zuvor zwei CPU-Cluster. Für rechenintensive Aufgaben kommt beim Kryo-485-CPU mit ARM-Cortex-A76-Basis ein High-Performance-Kern mit einer Taktrate von bis zu 2,84 GHz und einem 512 Kilobyte großen L2-Cache zum Einsatz. Dieser Prime-Kern soll vor allem beim Starten von Apps für mehr Performance sorgen. Drei weitere Kryo-485-Kerne mit lediglich 256 Kilobyte L2-Cache und einer Maximaltaktung von 2,42 GHz unterstützen ihn. Für weniger rechenintensive Aufgaben stehen zudem vier weitere Kerne auf Cortex-A55-Basis mit maximal 1,8 GHz zur Verfügung. Sie reduzieren den Stromverbrauch und schonen somit den Akku.

Obwohl nominell die Werte der CPU geringer ausfallen, ist die Performance angestiegen. Qualcomm spricht von einem Zuwachs von 45 Prozent im Vergleich zum Snapdragon 845. So kann Qualcomm mit dem Snapdragon 855 bei Benchmarks zurückschlagen und u. a. den aktuellen Chip von Apple hinter sich lassen. Auch die Grafikeinheit ist bedeutend schneller. Zum Einsatz kommt die Adreno-640-GPU, die bis zu 20 Prozent schneller ist als die Vorjahres-GPU.

X50 5G Chip

X50 5G Chip | Bild: Qualcomm



Ein Grund ist die Fertigung im 7-nm-Verfahren. Hergestellt wird der Top-Chip nicht mehr von Samsung, wie es noch beim Snapdragon 830 und 845 der Fall war. Stattdessen setzt Qualcomm auf TSMC, das als der weltweit größte unabhängige Auftragsfertiger für Halbleiter gilt und unter anderem auch für Apple die Prozessoren der A-Serie fertigt.

Auch in weiteren Bereichen konnte Qualcomm seinen Snapdragon 855 weiter verbessern. So wurde unter anderem die Leistung der KI (künstlichen Intelligenz) verdreifacht. Hier setzt der Hersteller auf den Hexagon 690, der als dedizierte Neural-Processing-Unit (NPU) genutzt wird. Er kann unter anderem bestimmte Machine-Learning-Aufgaben lokal schneller verarbeiten und mehr als sieben Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) durchführen. Auch hier soll der Chip im direkten Vergleich mit Apples A12 Bionic sowie dem Huawei Kirin 980 überlegen sein – laut Angaben von Qualcomm, sogar etwa doppelt so viel Leistung bieten.

Eines der Nutzungsgebiete für die KI ist die Unterstützung bei der Fotografie. Hier kommt der Spectra-380-Bildprozessor, der als Computer-Vision-ISP (CV-ISP) bezeichnet wird, zum Einsatz. Der IPS unterstützt unter anderem 4K-Videoaufnahmen mit 60 Hertz und Dolby-Vision sowie HDR10+. Zudem kann der Chip 4K-Videos mit H.264/H.265 und VP encodieren und decodieren, Bokeh-Tiefenunschärfe in Videos in Echtzeit einrechnen sowie per Objekterkennung komplette Hintergründe austauschen.

Snapdragon 855 Plus

Im Juli 2019 hat Qualcomm mit dem Snapdragon 855 Plus eine Weiterentwicklung des Snapdragon 855 vorgestellt. Die Plus-Version ist eine selektierte Variante des im Dezember 2018 vorgestellten Snapdragon 855 und steigert die Grafikleistung um bis zu 15 Prozent. Dies soll vor allem den Bereichen Gaming, Virtual- (VR) und Augmented Reality (AR) zugutekommen.

Um die Grafikleistung zu verbessern, setzt Qualcomm nicht auf zusätzliche Shader-Rechenkerne. Stattdessen fällt die Taktrate höher aus. Sie beträgt im Snapdragon 855 Plus nun ca. 670 MHz, während die GPU beim Snapdragon 855 „nur“ bei 585 MHz lag. Die genaue Taktrate ist aber von der Kühlung im jeweiligen Smartphone abhängig.

Auch bei der Taktrate der CPU gibt es eine Steigerung. Zwar kommen weiterhin acht Kerne zum Einsatz. Der Prime-Kern der vier Gold-Kerne ist weiterhin mit 512 KB L2-Cache ausgestattet, aber nun mit maximal 2,96 GHz getaktet. Damit starten Apps noch etwas schneller. Die restlichen Kerne weisen die gleichen Taktraten wie beim Snapdragon 855 auf.

Nicht verändert hat sich auch die Tatsache, dass auf dem Chip selbst nur das X24-Modem steckt. Optional kann der SoC aber mit dem X55-Modem gepaart werden, um zusätzlich zu 4G/LTE auch 5G zu unterstützten.

Snapdragon 765

Für das Jahr 2020 hat Qualcomm im Dezember 2019 auf dem „Snapdragon Tech Summit 2019“ gleich drei neue Chips angekündigt. Einer davon ist der neue Snapdragon 765, der für Smartphones der oberen Mittelklasse gedacht ist. Erhältlich ist dieser SoC auch in einer leistungsgesteigerten Variante namens Snapdragon 765G für Gamer (siehe weiter unten).

Wie heute üblich, handelt es sich bei dem Snapdragon 765 um eine CPU mit acht Kernen sowie 64-Bit-Architektur. Gefertigt wird auch dieser Chip (wie schon der Vorgänger Snapdragon 855) im 7-Nm-Verfahren. Der grundlegende Aufbau entspricht dem des weiter unten vorgestellten Flaggschiffs Snapdragon 865. Neben einem Prime- sowie Performance-Kern, gibt es beim Octa-Core Kryo 475 vier Efficiency-Kerne. Sowohl der Prime-Core mit maximal 2,3 GHz als auch der Gold-Core (max. 2,2 GHz) sind Cortex-A76-Kerne. Bei den restlichen Kernen handelt es sich um Cortex-A55 mit einer Taktrate von 1,8 GHz. Bei der RAM-Unterstützung muss sich die Snapdragon-765-Serie mit LPDDR4X bis 2.133 MHz begnügen.

Zur weiteren Ausstattung zählt ein Spectra 355 ISP, der bis zu 192 MP Bilderfassung oder bis zu 22 MP Dualkameras ohne Verzögerung verarbeiten kann. Wie auch das Top-Modell Snapdragon 865 unterstützt auch der Snapdragon 765-Serie native HDR- und 10-Bit-Videoaufnahmen. Das integrierte KI-System schafft bis zu 5,5 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde und ist dank dem neuen Hexagon-Tensor-Accelerator laut Angaben von Qualcomm doppelt so schnell wie im unmittelbaren Vorgänger Snapdragon 730.

Für die Konnektivität kommt das X52-Modem von Qualcomm mit 5G zum Einsatz. Im Unterschied zum Snapdragon 855 (Plus) sowie dem zeitgleich vorgestellten Snapdragon 865 ist das Multi-Mode-Modem nicht extern, sondern intern auf dem SoC verbaut. Das abgedeckte 5G-Spektrum umfasst Dynamic Spectrum Sharing (DSS), mmWave (2x2 MIMO) und Sub-6 GHz (100 MHz Bandbreite, 4x4 MIMO). DSS ermöglicht Providern die gleichzeitige Nutzung von Frequenzen für 4G und 5G, womit die Kosten für die Einführung von 5G gesenkt werden können. Im entsprechenden 5G-Netz unterstützt der Chip Downloadraten von bis zu 3,7 Gbit/s. Per LTE sind Downloads theoretisch mit bis zu 1,2 Gbit/s möglich. Uploads überträgt der Snapdragon 765G mit einer maximalen Geschwindigkeit von 1,6 Gbit/s per 5G sowie 210 Mbit/s im LTE-Netz. Neben 5G und LTE/4G unterstützt der Snapdragon 765G auch die weiteren Mobilfunktechnologien HSPA, WCDMA, TD-SCDMA, CDMA 1x, EV-DO und GSM/EDGE.

Snapdragon 750G 5G

Mit dem Snapdragon 750G 5G hat Qualcomm im September 2020 einen weiteren SoC mit 5G angekündigt. Dieser sortiert sich zwischen dem Snapdragon 690 und dem Snapdragon 765G ein. Er richtet sich vor allem an Gamer bzw. Gaming-Smartphones und beerbt den Snapdragon 730 5G. Im Vergleich zum Vorgänger soll der neue Snapdragon 750G 5G 20 Prozent mehr CPU-Performance, 10 Prozent mehr Grafikleistung und eine um 20 Prozent höhere AI-Performance abliefern.

Das Herz des Snapdragon 750G 5G ist eine Qualcomm Kryo 570 CPU mit einer verbesserten Architektur. Sie setzt sich aus insgesamt acht Kernen zusammen, die auf Cortex-A77 Performance-Kerne mit 2,2 GHz sowie Cortex-A55 Effizienz-Kerne von ARM aufgeteilt sind. Dazu kommt der neue Adreno 619 GPU, der 10 Prozent schneller arbeitet als der Adreno 618 im Snapdragon 730G. Ebenfalls verbaut ist der Qualcomm AI Engine der 5. Generation mit Hexagon Tensor Accelerator. Dank 20 Prozent mehr Performance erreicht er nun über 4.0 TFLOPS Performance.

Bei dem integrierten 5G-Modem handelt es sich um das Qualcomm Snapdragon X52 5G. Dieses unterstützt den neuen Mobilfunkstandard mit den Frequenzbereichen Sub-6-GHz, ebenso mmWave sowie globale 5G-Bänder mit SA / NSA und FDD / TDD mit einer Downloadrate von bis zu 3,7 Gbit/s. Im Upload sind unter Idealbedingungen bis zu 1,6 Gbit/s möglich. Auch das Dynamic Spectrum Sharing (DSS), das in Deutschland unter anderem von der Deutschen Telekom eingesetzt wird, beherrscht das Snapdragon X52 5G.

Smartphone-Hersteller können mit dem Qualcomm Snapdragon 750G 5G Displays mit FHD+-Auflösung und bis zu 120 Hz Bildwiederholungsrate verbauen. Kameraseitig werden dank dem Qualcomm Spectra ISP der 3. Generation 4K-HRD-Videoaufnahmen und Aufnahmen mit bis zu 192 Megapixel unterstützt. Akkus können dank Qualcomm Quick Charge 4+ schnell geladen werden. Zu den Gaming-Merkmalen des Snapdragon 750G 5G zählen unter anderem True HDR Gaming mit 10 Bit Farbtiefe, 5G Cloud Gaming sowie weitere Qualcomm Snapdragon Elite Gaming Features.

Snapdragon 765G

Der Snapdragon 765G ist eine leistungsgesteigerte Variante des Snapdragon 765, der vor allem zum Spielen von Mobile Games und damit für Gaming-Smartphones gedacht ist. Ähnlich war Qualcomm bereits beim Snapdragon 730 sowie dem Snapdragon 730G verfahren. Bis auf die unten vorgestellten Unterschiede, gleichen sich der Snapdragon 765 mit und ohne G ansonsten in ihrer Ausstattung und Funktionalität.

Die Unterschiede liegen vor allem bei der höher getakteten Adreno-620-GPU sowie dem um 100 MHz höher getakteten Prime-CPU-Kern im Vergleich zum Standard-Snapdragon 765. Die CPU ist somit bis maximal 2,4 GHz getaktet. Zudem erhält die G-Version des Snapdragon 765 auch einige ausgewählte Snapdragon Elite Gaming-Funktionen. Hierzu zählen Game Smoother, Game Fast Loader und Game Network Latency Manager. Dies soll insgesamt für 20 Prozent schnellere Grafikleistung sorgen. So ist die GPU in der Lage, Displays mit QHD+-Auflösung mit bis zu 60 Hz zu befeuern. Bei FHD+-Displays sind Bildwiederholungsraten von bis zu 120 Hz möglich.

Snapdragon 768G

Im Mai 2020 hat Qualcomm mit dem neuen Snapdragon 768G eine noch schnellere Version des zuvor vorgestellten Snapdragon 765G vorgestellt. Auch wenn er wie der Vorgänger mit Qualcomms Kryo-475-CPU ausgestattet ist, ist die Performance laut Hersteller um 15 Prozent höher. Dies liegt primär an der höheren Taktrate. Die schnellsten der acht Kerne arbeiten mit bis zu 2,8 GHz. Beim 765G ist hingegen bei 2,4 GHz Schluss. Dies ist die Taktrate des zweiten Kerns, die beim Vorgänger bei 2,2 GHz liegt. Auch die GPU vom Typ Adreno 620 bietet 15 Prozent mehr Performance. Das KI-System mit dem Hexagon-Tensor-Accelerator wurde weiter optimiert. Und statt Bluetooth 5.0 ist nun Bluetooth 5.2 mit an Bord. Ansonsten hat sich nicht viel geändert. Es ist wieder das Snapdragon X52-Modem mit 5G-Kompatibilität für mmWave und sub-6-GHz direkt auf dem Chip verbaut. Dies ermöglicht Downloadraten von bis zu 3,7 Gbit/s. Gefertigt wird der SoC im 7LPP-Verfahren bei Samsung Foundry. Das erste Smartphone, das den neuen Snapdragon 768G von Qualcomm eingepflanzt bekommt, ist das Redmi K30 5G Racing Edition von Xiaomi.

Snapdragon 778G 5G

Zunächst unfreiwillig, kurze Zeit später dann auch offiziell, hat Qualcomm im Mai 2021 seinen neuen Smartphone-SoC Snapdragon 778G 5G vorgestellt. Es handelt sich hierbei um den Nachfolger des Snapdragon 768G. Technisch ist der Snapdragon 778G 5G eine abgewandelte Variante des im März vorgestellten Snapdragon 780G.Wie der Name bereits verrät und bei Qualcomm auch mittlerweile Standard ist, kommt der neue Chip mit einem integrierten 5G-Modem.

Das Herz des neuen Snapdragon 778G 5G ist die Qualcomm Kryo 670 CPU. Die maximale Taktrate des 64-Bit-Prozessors mit Cortex-A78-Kernen beträgt 2,4 GHz. Laut Herstellerangaben soll der im 6-Nm-Verfahren produzierte Chip eine um 40 Prozent höhere Performance aufweisen als die Kryo 475 CPU aus dem Snapdragon 768G. Die Performance dürfte in etwa vergleichbar sein mit dem ebenfalls in der gleichen Woche enthüllten Dimensity 900 von MediaTek.

Der CPU zur Seite steht die Adreno 642L GPU, die ebenfalls einen Leistungszuwachs von 40 Prozent gegenüber dem Vorgänger bekommen haben soll. Die Grafikausgabe ist auf Displays mit bis zu FHD+-Auflösung bei maximal 144 Hz Aktualisierungsrate möglich. Dazu können externe Monitore mit bis zu 4K @ 60 Hz bespielt werden. Zusätzlich sind die sechste Generation von Qualcomms AI Engine mit Hexagon 770 AI Prozessor mit bis zu 12 TOPS Rechenleistung und die zweite Generation des Qualcomm Sensing Hub für KI-Anwendungen an Bord.

Für die Konnektivität ist das Snapdragon X53 Modem verbaut. Dieses unterstützt bekanntermaßen den neuen Mobilfunkstandard 5G in den Bereichen mmWave mit 400 Mhz Bandbreite und 2×2 MIMO sowie Sub-6-GHz mit 100 Mhz Bandbreite und 4×4 MIMO. Qualcomm gibt die maximal mögliche Downloadgeschwindigkeit mit 3,7 Gbit/s an. Zu den weiteren Merkmalen zählen die Unterstützung von Dynamic Spectrum Sharing (DSS) und Dual-SIM-Betrieb sowie natürlich die Abdeckung der älteren Mobilfunkstandards bis GSM/Edge.

Ebenfalls integriert ist Qualcomm FastConnect 6700. Dies unterstützt die Wlan-Standards Wi-Fi 6E, Wi-Fi 6 (Wlan ax) Wi-Fi 5 (ac) sowie die Vorgänger 802.11a/b/g/n. Gefunkt wird auf den beiden gängigen Bändern bei 2,4 und 5 GHz sowie dem neuen bei 6 GHz. Die maximale Wlan-Geschwindigkeit gibt Qualcomm mit bis zu 2,9 Gbit/s an. Ebenfalls geboten sind Bluetooth 5.2, NFC, Ortung via GPS, Glonass, BeiDou, Galileo, QZSS und NavIC sowie USB-C (USB 3.1).

Der Qualcomm Spectra 570L ISP (Image Signal Processor) kann mit Single-Kameras bis zu 192 Megapixel Auflösung zusammenarbeiten. Bei einem Dual-Kamera-Setting sind 36 + 22 MP möglich, bei Triple-Kameras dreimal 22 MP, um mit allen Linsen zeitgleich ein Foto aufzunehmen. Videos unterstützt der Snapdragon 778G 5G bis zu 4K sowie mit 720p bei 240 Bildern pro Sekunde. HDR10, HDR10+ und HLG sind ebenfalls gegeben wie die Video-Codecs H.264 (AVC), H.265 (HEVC), VP8 und VP9.

Zu den weiteren Features zählen unter anderem Qualcomm Quick Charge 4+, Qualcomm Snapdragon Elite Gaming sowie Qualcomm Snapdragon Sound. Die ersten Smartphones mit dem neuen Snapdragon 778G 5G sollen bereits kurz nach der Vorstellung folgen. Unter ihnen ist unter anderem das neue Honor 50.

Snapdragon 780 5G

Im März 2021 schickt Qualcomm einen neuen SoC der 700er Serie ins Rennen. Der Snapdragon 780 5G richtet sich, wie die anderen SoCs der Reihe auch, primär an Smartphones der gehobenen Mittelklasse bis unteren Oberklasse. Er ist nicht ganz so gnadenlos auf Performance ausgelegt, wie es bei den Snapdragon 8xx der Fall ist, sondern hat auch die Effizienz und damit Akkulaufzeit mehr im Blick.

Das Herz des Chips ist eine Qualcomm Kryo 670 CPU, die eine um 40 Prozent höhere Performance und Effizienz bietet als die vorherige Generation. Sie setzt sich aus acht ARM-Kernen zusammen, die wie folgt aufgesplittet sind: ein Performance-Kern vom Typ Cortex-A78 mit bis zu 2,4 GHz Taktrate, drei High-End-Cores Cortex-A78 mit bis zu 2,2 GHz sowie vier Effizienz-Kerne vom Typ Cortex-A55 mit jeweils 1,9 GHz. Als Speicher können Hersteller LP-DDR4x RAM mit bis zu 16 GB Größe kombinieren.

Weitere Bestandteile des mit 5 Nm gefertigten Smartphone SoCs mit Qualcomm AI Engine der 6. Generation sind die Adreno 642 GPU, der Hexagon 770 Prozessor für KI-Berechnungen sowie der Qualcomm Sensing Hub der 2. Generation. Die Grafikeinheit kann Displays mit einer FHD+-Auflösung mit bis zu 144 Hz bespielen und unterstützt zudem externe Displays mit bis zu 4K bei 60 Hz. Zudem deckt die GPU 10 Bit Farbtiefe mit Rec.2020 Color Gamut ab, beherrscht zudem HDR10 und HDR10+.

Für die Mobilfunkkonnektivität ist das 5G-Modem Snapdragon X53 zuständig. Es unterstützt 5G SA und 5G NSA sowie FDD und TDD im Bereich von Sub-6-GHz mit 100 MHz Bandbreite und 4x4 MIMO. Auch mit dem vielerorts eingesetzten Dynamic Spectrum Sharing (DSS), bei dem 5G auf LTE-Frequenzen verteilt wird, beherrscht es. Im Downlink sind mit dem Modem theoretisch bis zu 3,3 Gbit/s möglich. Das Modem kann auch mit zwei SIM-Karten zeitgleich zusammenarbeiten (5G Multi-SIM). Für weitere Drahtlosverbindungen verbaut Qualcomm das FastConnect 6900 System mit Wi-Fi 6E und Wi-Fi 6 (Wlan 802.11ax) sowie 8x8 MU-MIMO für Datenraten von bis zu 3,6 Gbit/s. Auch Bluetooth in der Version 5.2 sowie GPS, Glonass, BeiDou, Galileo und QZSS für Ortung und Navigation sind an Bord.

Für das Zusammenspiel mit den Kameras eines Smartphones ist der Qualcom Spectra 570 Image Signal Processor auf dem Snapdragon 780 5G verbaut. Die Triple 14-Bit ISPs können Fotos mit bis zu 192 Megapixel verarbeiten und mit Single-Kameras mit bis zu 84 Megapixel sowie Dual-Kameras mit bis zu 64 + 20 Megapixel Auflösung zusammenarbeiten. Videos können in 4K HDR mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde sowie in Zeitlupe in 720p mit bis zu 480 fps aufgenommen werden.

Zudem bietet der Snapdragon 780 5G viele weitere Features, wie man sie von Qualcomm gewohnt ist. Dazu zählen unter anderem Qualcomm Quick Charge 4+, verschiedene Snapdragon Elite Gaming Features sowie der Qualcomm Voice Assistant Accelerator. Das erste Smartphone, in dem der Snapdragon 780 5G verbaut ist, ist das Mi 11 Lite 5G von Xiaomi.

Snapdragon 690

Mit dem im Juni 2020 offiziell angekündigten Snapdragon 690 bringt Qualcomm erstmals den neuen Mobilfunkstandard 5G in seine Snapdragon-6XX-Baureihe. Diese war bisher nur mit LTE erhältlich und richtet sich vor allem an Smartphones in den günstigeren Preisregionen, sprich die Einsteiger- und Mittelklasse.

Der Snapdragon 690, der von Samsung im 8-nm-Prozess gefertigt wird, ist der Nachfolger des Snapdragon 675. Neben der Neuerung 5G, bietet er auch deutlich mehr Performance. Qualcomm gibt einen Leistungsgewinn von 20 Prozent an. Hierfür sorgen die insgesamt acht Kerne des Octa-Core-CPUs mit 64-Bit-Architektur. Im Einzelnen sind dies zwei 2 GHz schnell getaktete Kryo 560-Cores mit Cortex-A77-Architektur sowie sechs energiesparsame Cortex A-55-Kerne mit 1,7 GHz.

Als Grafikeinheit verbaut Qualcomm beim Snapdragon 690 die Adreno 619L GPU, die laut Hersteller sogar bis zu 60 Prozent schneller arbeitet als der Vorgänger. Weitere Verbesserungen haben der Qualcomm AI Engine der 5. Generation und der Hexagon 692 erhalten. Die AI-Performance liegt laut Qualcomm 70 Prozent über der des Vorgängers. Der Bildprozessor Qualcomm Spectra 355L ISP versteht sich mit 48 Megapixel-Kameras sowie Dual-Cams mit 32 und 16 Megapixel. Zudem unterstützt der SoC Displays mit 120 Hz sowie Video-Aufnahmen in 4K HDR.

Für die 5G-Konnektivität kommt das ebenfalls neue Snapdragon X51-Modem zum Einsatz. Dieses unterstützt 5G SA und 5G NSA im sub-6 GHz-Bereich (TDD, FDD) - also kein mmWave - sowie Dynamic Spectrum Sharing (DSS), das z. B. die Telekom für ihren 5G-Ausbau nutzt. Maximal sind über das 5G-Netz 2,5 Gbit/s und per LTE 1,2 Gbit/s im Download möglich. Die Upload-Geschwindigkeit gibt Qualcomm mit maximal 660 Mbit/s per 5G und 210 Mbit/s mit LTE an. Damit ist das 5G-Modem Snapdragon X51 deutlich langsamer als die anderen 5G-Modems Snapdragon X50, X55 und X60 von Qualcomm (siehe unten).

Für weitere Konnektivität unterstützt der Snapdragon 690 802.11a/b/g/n bei 2,4 und 5 GHz. Zudem ist er 802.11ax-ready (WiFi 6). Bluetooth in Version 5.1 mit aptX Adaptive, NFC sowie Beidou, Galileo, GLONASS, GNSS, NavIC, GPS, GNSS, QZSS und SBAS für die Ortung sind ebenfalls auf dem SoC verbaut.

Der Snapdragon 690 soll irgendwann im zweiten Halbjahr 2020 verfügbar sein. Als erstes Smartphone mit dem neuen SoC von Qualcomm könnte das Nokia 7.3 von HMD Global auf den Markt kommen.

Snapdragon 480

Mit dem im Rahmen der CES 2021 vorgestellten Snapdragon 480 bringt Qualcomm 5G auch in die Einstiegsklasse. Der neue SoC der 400er Serie folgt auf den ein Jahr zuvor vorgestellten Snapdragon 460. Er soll den neuen Mobilfunkstandard auch für Smartphones unter 200 Euro möglich machen.

Im Vergleich zum im Januar 2020 vorgestellten Vorgänger, weist der Snapdragon 480 eine sehr deutliche Leistungssteigerung auf. Qualcomm spricht von einer mehr als Verdoppelung der Leistung des Octa-Core-Prozessors. Möglich macht dies die neue Architektur der Qualcomm Kryo 460 CPU. Das High-Performance-Cluster besteht nun aus zwei angepassten Cortex-A76 (Kryo 460) mit einer Taktrate von 2 GHz und nicht mehr vier angepassten ARM Cortex-A73 (Kryo 240). Hierdurch wird die Singlethreading-Leistung deutlich ausgebaut. Dazu kommen sechs energieeffiziente Cortex-A55 mit einem Arbeitstakt von 1,8 GHz, die die vier Cortex-A53 des Snapdragon 460 beerben. Zusammen mit der Fertigung mit Strukturen bei 8 nm (statt zuvor 11 nm), sorgt dies für deutlich höhere Performance bei gleichzeitig gesteigerter Effizienz.

Auch die Performance der Grafikeinheit ist deutlich angewachsen. Qualcomm verbaut nun den Adreno 619, der im Vergleich zum Adreno 610 aus dem 460er Modell ebenfalls eine Leistungssteigerung von mehr als 100 Prozent bieten soll. Mehr als 70 Prozent Leistungsverbesserung hat der DSP (Digital Signal Processor) Hexagon 686 aufzuweisen, sodass KI-Berechnungen u.a. dank Qualcomm Hexagon Vector eXtensios deutlich schneller ablaufen. Akkus können mit Quick Charge 4+ schnell und kabellos geladen werden. Displays steuert der Snapdragon 480 mit maximal FHD+ (2.520 x 1.080 Pixel) und mit 120 Hz an.

Für den Zugang zum Mobilfunknetz ist beim Snapdragon 480 das bereits bekannte Modem Snapdragon X51 an Bord. Dieses unterstützt bekanntermaßen den neuen Mobilfunkstandard 5G und deckt sowohl die mittleren Bänder unter 6 GHz (Sub-6-GHz; 100 MHz Bandweite, 4x4 MIMO) als auch mmWave (220 MHz Bandweite, 2x2 MIMO) ab. Dazu kommt die Unterstützung von SA und NSA, FDD und TDD sowie DSS und der Betrieb mit mehreren SIM-Karten. Im Download sind via 5G Raten von bis zu 2,5 Gbit/s und per LTE bis zu 800 Mbit/s möglich. Der Uplink beträgt maximal 660 Mbit/s bei 5G und 210 Mbit/s per 4G/LTE. Für lokale Netzwerke steht Wi-Fi 6 (WLAN 802.11ax) mit 2,4 und 5 GHz zur Verfügung. Dazu kommen Bluetooth 5.1 sowie diverse Standards für die Ortung.

Der integrierte Bildprozessor Spectra 345 des Snapdragon 480 kann bis zu drei Kamerasensoren gleichzeitig ansteuern. Die Hauptkamera darf hierbei eine Auflösung von maximal 64 Megapixeln aufweisen. Bei gleichzeitiger Datenverarbeitung sind maximal dreimal 13 Megapixel möglich. Der DSP verwendet künstliche Intelligenz, um die Bilder zu optimieren. Videoaufnahmen sind bei 1080p mit bis zu 60 fps sowie als Slow Motion mit 120 fps bei 720p möglich. Hier hebt sich der Snapdragon 480 nicht von seinem Vorgänger ab. 4K-Aufnahmen werden also weiterhin nicht unterstützt, sondern sind den größeren und noch leistungsfähigeren Snapdragon-SoCs vorbehalten.

Die ersten Geräte mit dem Snapdragon 480 sollen bereits kurz nach der Vorstellung im Januar 2021 auf den Markt kommen. Genaue Modelle wurden zur Präsentation noch nicht enthüllt, Hersteller wie Nokia, OnePlus, Oppo und Vivo sollen aber dabei sein.

5G Modem Chips von Qualcomm

Neben den Snapdragon SoCs die wir hier ausführlich vorgestellt haben, bietet der Hersteller auch reine Modem-Chips an. Diese sind teils in den SoCs verbaut bzw. integriert, teils aber auch separat erhältlich - etwa für 5G-Router. Wir geben einen Überblick über die 5G unterstützenden Snapdragon Modems von Qualcomm.