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5G Upload

Wie schnell kann man Daten mit 5G hochladen?


Schon vor 4 Jahren starten weltweit erste Provider Tarife mit dem LTE-Nachfolger 5G. Und auch in Deutschland ist 5G in immer mehr Regionen verfügbar. So erreichte die Dt. Telekom z.B. Anfang 2023 schon gut 94.5% der Bevölkerung. Aber in sämtlichen Medien liest man ständig nur von den extrem hohen Downstream-Datenübertragungsraten. Daher stellt sich die Frage: "Wie schnell wird eigentlich der Upload bei 5G?" Also die Geschwindigkeit zum Senden.

5G Symbol auf dem Smartphone

1. Upload-Leistung der deutschen 5G-Tarife

In dem meisten Medien kann man lesen, dass die 5G-Technik mehrere Gigabit (1 GBit = 1000 MBit) schafft. Von bis zu 20 GBit/s ist teilweise die Rede. Und auch im Upload sollen mehrere hundert MBit machbar sein. Soviel vorweg: Von den genannten Werten sind wir in Deutschland aber noch weit entfernt!

*** Anders bei LTE: Hier spezifizieren alle Anbieter die Möglichkeiten recht genau. Bei O2 und Dt. Telekom sind es 300 MBit/s und 50 MBit Upload. Vodafone stemmt bis zu 500 MBit/s bei gleicher Uploadrate.
Vodafone und die Deutsche Telekom machen für 5G aktuell noch keine konkreten Angaben zur Maximalgeschwindigkeit***. Rein technisch, wären bei beiden Anbietern momentan rund 1000-2000 MBit/s im Download und bis 150 MBit/s beim Upload möglich. O2 sowie 1&1 geben die Datenrate bei ihren 5G-Tarifen mit 500 MBit/s Down- und 50 MBit/s Upload an.

1.1 Upload-Datenrate: Was ist schon möglich?

In der Praxis sind momentan unter idealen Bedingungen teils um die 1000-1500 MBit/s Down und 100 MBit/s Up machbar. Die Performance hängt vor Ort allerdings von zig Faktoren ab. Zum Beispiel Netzauslastung, unterstützt die lokale Funkstation 5G standalone oder nur "non standalone", die verwendet Funkfrequenz und natürlich das Endgerät selbst. Die idealen Ergebnisse kann man (mit etwas Glück) erwarten, wenn folgendes gegeben ist: Top aktuelle Hardware (z.B. Galaxy S23), Sichtverbindung zu einem Funkmast mit standalone 5G und 3.6 GHz in einer Stadt am Sonntagmorgen. Dazu unter Punkt 1.2 mehr.

In unseren Tests konnten wir z.B. in der Spitze über 1500 MBit/s im Downstream erzielen, was schon sehr ordentlich ist. Der Upload-Wert bewegt sich dagegen meist "nur" im Bereich von 50-100 MBit/s in der Spitze, was dem Niveau aktueller LTE-Advanced Netze entspricht. "Nur" in Gänsefüsschen, da selbst viele Glasfaser-Tarife daheim kaum mehr als 100 MBit/s bieten - bei VDSL sind es maximal 40 MBit/s.

Die Computerzeitschrift "Chip" ermittelt zudem einmal im Jahr in einem Netztest die durchschnittliche Performance der 5G-Netze aller Anbieter bundesweit mit tausenden Messungen. Beim letzten Netztest in 01/2023 zeigten sich dabei noch keine großen Unterschiede von 5G zu LTE beim Upload. Weit größer vielen die Differenzen bei der mittleren Downloadrate aus. Diese lag im Telekomnetz z.B. bei 291 MBit/s via 5G versus 143,4 MBit/s per LTE.

5G Upload-Datenraten im Vergleich


Fazit: Aktuell gibt es beim Upload über 5G noch kaum Vorteile gegenüber LTE, was technisch bedingt ist. 50-150 MBit pro Sekunden sind aber zurzeit unter guten Bedingungen machbar. Sofern auch das Endgerät und der Tarif mitspielt. Künftig könnte die Performance aber noch stark zulegen.


1.2 Was ist technisch nötig für starke 5G Uploadraten?

Höhere Sende-Datenraten erwarten wir erst, wenn noch mehr Frequenzbänder für 5G zur Verfügung stehen und die Provider vermehrt auf standalone 5G (SA) umstellen. Bisher setzt der LTE-Nachfolger nämlich überwiegend noch auf bestehende 4G-Netze auf. Erst seit 2022 werden immer mehr Stationen umgerüstet auf richtiges 5G. Vodafone nennt das Ganze dann z.B. werbewirksam "5G+". Langfristig könnten über 5G SA dann auch im Upload 300-1000 MBit/s möglich sein.


2. 5G Upload-Datenrate: Theoretische Vorgaben bzw. Richtwerte

Die ITU hat bereits vor Jahren die Mindestanforderungen einer Mobilfunkstation hinsichtlich Down- und Upload-Übertragungsrate für 5G definiert. Demnach sollte die minimale Kapazität eines 5G-Mastes für das Laden von Daten bei 20 GBit/s liegen. Beim Upload wurde die Hälfte, also 10 GBit/s vorgegeben. Wohlgemerkt beziehen sich die Angaben nur auf die Kapazität der Basisstation, welche sich alle Nutzer im Reichweitenradius teilen müssen.

Natürlich ist auch der ITU bekannt, dass es sich bei den Geschwindigkeitsangaben stets um Idealwerte unter Laborbedingungen handelt, welche in der Praxis deutlich niedriger ausfallen. Daher wurde noch die „minimale Nutzererfahrungs-Datenrate“ definiert. Also der Wert, unter den die Geschwindigkeit in der Praxis nicht fallen sollte. Beim Downstream liegt die Grenze nach unten bei 100 MBit/s. Für den Upload wurde abermals die Hälfte (50 MBit/s) definiert. Das entspricht immerhin in etwa den letzten Netztests von Computerbild & Co., welche bundesweit den ermittelten Durschnitt aller Messungen via LTE ausweisen. Hier liegt die mittlere Übertragungsrate (variiert auch nach Anbieter) aktuell fast genau auf diesem Level. Beispiel: CHIP Test-Ausgabe 01/2023: 124,3 MBit/s im Download und 37,8 MBit/s im Upload.

Es zeigt sich zudem: Ähnlich wie bei LTE, wird der Geschwindigkeits-Ratio von Download zu Upload weiterhin bei 1:3 oder 1:5 liegen. Für künftige 5G-Tarife mit 10 GBit/s, wären also 3-5 GBit/s Uploadrate realistisch. Am Ende hängt das vor allem auch an den zur Verfügung stehenden freien Frequenzbändern.



Weiterführendes

» Wie schnell ist 5G?
» Wie hoch ist die Reichweite von 5G-Masten?
» 5G langsamer als erwartet?