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2G Abschaltung

Pläne zur 2G-Netzabschaltung und Lösungen für Betroffene


2G Ende - Ratgeber

Inhaltsverzeichnis

Nachdem bereits im Jahr 2021 der alte 3G-Standard (UMTS/HSPA) in Deutschland vom Netz genommen wurde, blüht dem noch älteren 2G (GSM) im Jahr 2028 das gleiche Schicksal. Davon sind nach wie vor einige Millionen Deutsche betroffen. Hier erfahren Sie, wann genau Telekom, Vodafone und O2 den Schalter bei 2G umlegen, wer handeln muss und was die Hintergründe für das 2G-Aus sind.



1. 2G Netz wird in 30 Monaten abgeschaltet: Kurzeinstieg für Eilige

Moderne Mobilfunknetze und Endgeräte nutzen entweder 4G (VoLTE) oder 5G für Telefonie (VoNR) und mobiles Internet. Das 1992 in Deutschland eingeführte 2G ist also bereits 34 Jahre alt und heute längst nicht mehr zeitgemäß. Zudem belegt der Standard wichtige Frequenzressourcen, die besser genutzt werden können.

Viele Länder, wie Schweiz, Australien oder Südkorea, haben daher 2G bereits abgeschaltet. Nach aktuellem Stand, wird Deutschland im Jahr 2028 ebenfalls folgen. Betroffen sind Nutzer sehr alter Handys, betagter Alarmanlagen und Notrufsysteme. Aber auch in der Industrie finden sich zudem häufig noch Anlagen, die über 2G funken.


2. Das steckt hinter 2G (GSM)

Die Entwicklung der Mobilfunknetze erfolgt kontinuierlich in einzelnen Generationsschritten. 2G war damals zur Einführung eine kleine Revolution und markierte den Übergang vom analogen zum digitalen Mobilfunk. Über GSM (Global System for Mobile Communications), wie 2G eigentlich richtig heißt, wurde Ende 1992 übrigens die weltweit erste SMS verschickt.

In Deutschland führte Mannesmann Mobilfunk (heute Vodafone) am 30.06.1992 GSM mit seinem D2-Netz ein. 1 Tag später folgte die Deutsche Telekom (D1). E-Plus startete mit seinem E-Netz erst 1994.

Mobiles Internet gab es zu Beginn übrigens noch nicht. Erst später wurden mit GPRS (2.5G) und EDGE (2.75G) die Grundlagen für mobiles surfen gelegt. Aus heutiger Sicht praktisch nicht nutzbar langsam, damals eine echte Revolution. GPRS bringt es in der Praxis auf ca. 30-80 Kbit/s. Das verbesserte Edge schafft immerhin um die 100-200 Kbit/s (473,6 KBit/s maximal). Also kaum 1/10 MBit/s! Zum Vergleich: Heute mit LTE (4G) und 5G sind 100-200 MBit/s Durchschnitt und über 1000 MBit/s technisch möglich. Also bis zum Faktor 10.000 mehr Leistung gegenüber 2G!



3. Pläne der deutschen Mobilfunkanbieter zur 2G-Abschaltung

Kommen wir nun zu den einzelnen Anbietern – wer schaltet wann genau das Netz ab? Das ist heute (Stand: Januar 2026) schon bekannt[1]:

Deutsche Telekom

Deutsche Telekom: Wird voraussichtlich als erstes 2G in den Ruhestand schicken. In einer Pressemitteilung nannte der Konzern im Oktober 2024 bereits einen konkreten Termin. Voraussichtlich zum 30. Juni 2028 wird im Telekomnetz GSM abgeschaltet, also im Sommer 2028. Die freigewordenen Frequenzbereiche kommen dann dem 4G- und 5G-Netz zugute[2].

Vodafone

Vodafone: Der Anbieter will stufenweise ab 2028 aus GSM aussteigen und nicht abrupt wie die Deutsche Telekom. Angekündigt wurde bisher „ab September 2028“. Gut möglich also, dass schon Anfang 2029 Schluss mit dem Fallback auf 2G bei Vodafone ist. Einige kritische IoT/M2M-Anwendungen will Vodafone aber bis 2030 weiterlaufen lassen.[3]

O2

O2 Telefónica: Hat sich noch nicht zu konkreten Terminplanungen geäußert. Aller Wahrscheinlichkeit nach, wird das Unternehmen spätestens einige Wochen nach den Mittbewerbern dem Beispiel folgen und den 2G-Betrieb einstellen. Zumindest lief es bei der 3G-Abschaltung so.

1&1

1&1: Baut erst seit 2019 am eigenen Mobilfunknetz und hat daher nie 2G im Einsatz gehabt, sondern nur 4G du 5G. Durch das National-Roaming, können Kunden jedoch indirekt bei Bedarf noch 2G nutzen. Nationalroaming-Partner für 1&1 ist seit 2024 Vodafone. Überall dort, wo 1&1 noch kein Netz hat, springt Vodafone ein[2].



4. Bin ich betroffen?

Aller Voraussicht nach nicht, es sei denn, Sie nutzen ein sehr altes Handy/Smartphone oder sehr alte Notrufsysteme/Alarmanlagen. Mit "alt" meinen wir Handy-Modelle vor 2012-2013. Danach begann LTE langsam, den Massenmarkt zu erobern. Schätzungen zufolge, nutzen aber immerhin noch 2 Millionen Verbraucher in Deutschland alte 2G-Telefone[4].


Zur Prüfung des eigenen Handys helfen die Modellspezifikationen des Herstellers. Ist das Gerät nicht mindestens 4G-fähig (LTE), dann besteht leider Handlungsbedarf. Denn selbst 3G-Fähigkeit nützt Ihnen nichts, da das 3G-Netz (UMTS/HSPA) sogar schon vor 5 Jahren abgeschaltet wurde.



Am eingeschalteten Handy gibt es zudem Indikatoren im Display oben rechts. Dort wird der gerade verwendete Netzstandard angezeigt, auch bei älteren Geräten. Steht in der Statusleiste irgendwo „2G“, „G“ (GPRS), „GSM“ oder „E“ (EDGE), nutzt das Gerät 2G. Nur wenn „4G“, „LTE/LTE+“ oder „5G“ erscheint, ist alles in Ordnung. Wichtig: Für Telefonate sollte im Telefon „VoLTE“ (4G-Telefonie) aktiviert sein, sonst springt das Handy bei Anrufen auf 2G zurück.




Für den schnellen Check haben wir für Sie ein kleines Testprogramm entwickelt. Dazu haben wir mit viel Aufwand die beliebtesten Handymodelle in Deutschland der letzten 30 Jahre in eine Datenbank gepackt. Schauen Sie gleich, ob Ihr Gerät mit dabei ist.


Handy Checker 2G/3G
Wählen Sie bitte erst den Hersteller und dann Ihr Modell, um eine Einordnung zur 2G-Abschaltung zu erhalten. Ist Ihr Gerät betroffen und kann nur 2G?
Hinweis
Bitte wählen Sie Hersteller und Modell.
Hinweis: Wir haben eine Datenbank mit über 300 Geräte eingepflegt. Die Datenbasis ist eine kuratierte Liste populärer Geräte, aber sicherlich nicht komplett vollständig. Wenn Ihr Handymodell nicht dabei ist, erfahren Sie unter Gliederungspunkt 4 was zu tun ist.



5. Was muss ich für den Umstieg tun und was kostet das? (Privatkunden)

Es gibt zwei Punkte, die Sie dringend prüfen sollten. Zum einen das Handy (dazu gleich mehr) und den Tarif samt SIM-Karte.

5.1 unbedingt Tarif prüfen

Die gute Nachricht, selbst wenn Ihr Handy nur 2G hat: Am Tarif müssen Sie nicht zwingend etwas ändern, sofern Sie nicht wollen. Dennoch lohnt immer ein Blick auf die bestehenden Konditionen! Gerade bei sehr alten Verträgen, zahlt man häufig viel Geld für völlig unzeitgemäße Leistungen. Konkret heißt das: Zu wenig Datenvolumen oder sogar noch Minutenpreise zum Telefonieren. Moderne Allnet-Flatrates mit sehr üppigem Internetvolumen (~50 Gigabyte) und unbegrenzt Telefonie + EU-Roaming, gibt es heute schon für unter 10 Euro monatlich. Sogar im Telekomnetz!





Ein Wechsel ist sehr einfach und lohnt fast immer! Dabei erhalten Sie auch eine neue SIM-Karte. Gerade bei sehr, sehr alten Handys, wo nie die SIM gewechselt wurde, steckt in der Regel noch eine große Standard-SIM drin. Diese können Sie allerdings nicht in ein neues Smartphone/Handy einlegen. Da sind die ganz kleinen Nano-SIMs heute Standard. Ansonsten (ohne Tarifwechsel) muss man seinen Anbieter um eine neue Ersatz-SIM bitten, was aber in der Regel um die 20-30 € kostet.



altes 2G-Handy/SIM-Karte vs. neues 4G-Handy/SIM-Karte

altes 2G-Handy/SIM-Karte vs. neues 4G-Handy/SIM-Karte




5.2 neues Handy oder Smartphone mit LTE bzw. 5G

Aus eigener Erfahrung im Verwandtenkreis weiß ich: Wer bis heute noch kein Smartphone nutzt, möchte lieber weiter bei den alten, klassischen Mobiltelefonen ohne Touchscreen bleiben.

Das Gute: Es gibt noch Hersteller, die solche Geräte herstellen, auch in aktuellen Varianten mit 4G. Unser Tipp: Das Nokia 105 4G von 2024 oder das Hammer H Forge. Beide haben USB-C, unterstützen VoLTE und kosten nur um die 40-60 €. 5G-Modelle gibt es übrigens in diesem Segment noch nicht, aber LTE reicht für hochwertige Telefonie völlig aus und dürfte mindestens noch bis 2040 laufen.

Wer sich mit dem Gedanken anfreunden kann, auf ein Smartphone umzusteigen, sollte am Besten gleich zu einem Modell mit dem nochmals besseren LTE-Nachfolger 5G greifen. Gute 5G-Smartphones gibt es heute schon ab ca. 200 Euro. Dann profitiert man auch noch von einer hochwertigen Kamera.

5.3 vernetzte Systeme prüfen

Die „2G-Falle“ kann aber auch an Stellen lauern, an denen man sie zunächst nicht vermutet. Viele Gebäudesysteme waren schon früher vernetzt, wenn auch nur für einen rudimentären Datenaustausch. Hier eine Übersicht typischer, möglicher Kandidaten:


  • Sicherheits- und Meldetechnik (Alarmanlagen, Überwachungssysteme)
  • Notruf- und Assistenzsysteme (z.B. Hausnotruf)
  • Heizungs- und Gebäudetechnik (Standheizungen, Heizungen mit Fernwartung)

Schnellcheck: Gibt es eine SIM-Karte oder steht am Gerät bzw. im Handbuch irgendwo GSM, GPRS, 2G, EDGE oder SMS? Dann sollten Sie dieses näher prüfen und mit dem Hersteller ggf. einen Austausch beraten.


5.4 eCall Notruf im Auto

Seit März 2018 müssen neue Pkw eine Notruf-eCallsystem an Bord haben. Das geht auf eine EU-Richtlinie zurück. Per Knopfdruck kann eine Sprachverbindung zu Notrufleitstelle (PSAP) aufgebaut werden. Zusätzlich werden z.B. Position und Fahrzeugnummer übertragen.


eCall-System für Notrufe im Auto

eCall-System für Notrufe in einem Peugeot von 2021



eCall-Systeme der ersten Generation (2018-2026) laufen leider häufig noch über 2G/3G. Am besten recherchieren Sie zu Ihrem PKW, wenn dieser älter wie Baujahr 2026 ist, was wohl bei den meisten zutreffen dürfte.

Leider gibt es nämlich keinen einheitlichen Stichtag, ab dem die Hersteller nur 4G/5G für eCall verbaut haben. Allerdings MUSS ab 1.1.2027 "eCall NR" (also über 4G/5G) bei neuen Autos verbaut werden. Davor ist der status quo rein modellabhängig! Das Baujahr alleine, reicht somit für eine Aussage vorerst nicht aus.


Weltweiter Karte zur 2G-Absschaltung

Deutschland ist keineswegs alleine beim Abschalten des alten GSM-Standards, im Gegenteil! Viele Länder haben sogar den Schritt bereits vollzogen. Die folgende Karte zeigt den Stand bis Anfang 2026 im Überblick.




Welche Frequenzen nutzt 2G in Deutschland – welche Bänder werden frei?

Funkfrequenzen sind ein sehr rares Gut und für die Mobilfunkanbieter sozusagen die Lebensadern. Ohne funktionieren weder Daten- noch Sprachübertragung. Zudem gilt: Je mehr Frequenzbänder zur Verfügung stehen, desto schneller und zuverlässiger können die Provider Ihr Netz bereitstellen. GSM (2G) nutzt(e) im Wesentlichen zwei Bänder.


1) GSM-900 (E-GSM)

Das 900 MHz Band ersreckt sich von 880 bis 960 MHz, wobei für den Downlink 925-960 MHz reserviert sind und 880-915 für den Uplink. Jeder Anbieter hat dabei ein spezifischen Bereich den er nutzen kann.


2) GSM-1800 (DCS)

Auch auf 1800 MHz (1,8 GHz) ist GSM anzutreffen. Konkret bei 1805-1880 MHz für den Download und 1710 bis 1785 beim Uplink.


Autor: Sebastian Schöne von 5g-anbieter.info

Sebastian S.

Experte für 5G, Mobilfunknetze und Tarife

Ich bin bereits seit vielen Jahren leidenschaftlich beim Thema Mobilfunk über LTE und 5G zuhause. Für Sie analysiere ich Mobilfunktrends und neue Tarife mit Fokus auf praxisnahe Empfehlungen für Verbraucher.

Weiterführendes

» Gespräche über 5G: Next Gen Telefonie
» Welche Smartphones bieten 5G?
» Internet aus der Steckdose: Welche Anbieter für das Überall-WLAN gibt es?