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5G in Österreich

Alles zum LTE-Nachfolger in Österreich


Seit Ende 2019 nimmt auch in Österreich der 5G-Ausbau langsam Fahrt auf. Doch wie ist der aktuelle Stand und welche Anbieter haben 5G im Angebot?

5G Funkzelle in Österreich

A1: 5G Funkzelle in Österreich im Einsatz | Bild: A1 / APA


Ergebnisse der Frequenzauktion

Bereits Ende März 2019 endete in Österreich die 1. Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen für die 5. Mobilfunkgeneration in den Frequenzbereichen 3,4 bis 3,8 GHz. Also einige Wochen vor der deutschen Auktion. Der Startschuss viel übrigens im Vormonat, am 12. Februar desselben Jahres. In der Summe wurden 188 Millionen Euro erlöst, was im Vergleich zu den fast 6 Mrd. Euro im Nachbarland eher bescheiden ausfällt. Dennoch wurden die Erwartungen übertroffen, so das Kredo österreichischer Medien. Mitbieter waren T-Mobile Austria (64 Mio. Euro), T-Mobile (57 Mio. Euro) und Drei / Hutchison (52 Mio. Euro). Das Spektrum teilt sich dabei wie folgt auf: 100.140 MHz bei 3.5 GHz gehen an A1, was 29 Prozent des vergebenen Kontingents ausmacht. 3G Austria sicherte sich 100 MHz (26 %), gefolgt von T-Mobil mit 28 Prozent und 110 MHz.

Neben den üblichen Platzhirschen trat aber noch ein neuer Player namens „Spusu“ auf, eine Art Discountanbieter. Vergleichbar wohl mit 1&1, die ja auch in Deutschland erstmals als Mitbieter teilnahmen und neu ins Mobilfunknetzbetreiber-Geschäft einsteigen wollen. Darüber hinaus boten noch die Kommunalversorger Linz AG, Holding Graz und Salzburg AG. Alle drei wollen regionale 5G-Netze aufbauen. Die folgende Grafik zeigt die Ergebnisse und Verteilung der 1. Auktion.

Quelle: RTR


Doch das war noch nicht alles. Bereits im September 2019 endete die 2. Auktion. Hier standen die in der Reichweite starken Bänder bei 700, 1500 und 2100 MHz zur Disposition. Also solche, die sich deutlich besser für den Flächenausbau eignen, wie die kurzwelligen Bänder der ersten Auktion über 3 GHz. Damit soll langfristig 5G auch in schlecht versorgte Gebiete gebracht werden. Die Frequenzen waren den drei Bieten sogar diesmal 202 Mio. Euro wert. Zum Zug kamen "3", Magenta (Telekom) und A1. Hier die Aktionsergebnisse und Zuteilungen der 2. Runde:

Quelle: RTR



Investitionen & Ausbau

Neben den Betriebsfrequenzen, deren Kosten vergleichsweise gering ausfallen, wird besonders der kommende Netzausbau viele Milliarden verschlingen. Die „großen Drei“, also T-Mobile, "3" und A1, planten von Anfang an, je gut 1 Milliarde in den Ausbau von 5G stecken. Zudem gibt es Vorgaben, die im Zuge des Bieterverfahrens festgelegt wurden. Laut der Telekombehörde RTR, soll die 5G-Abdeckung in Österreich bis 2027 praktisch abgeschlossen sein. Schon 2023 werden den Plänen nach, alle Städte mit über 10.000 Einwohnern versorgt, sowie 98 Prozent der Autobahnen und Bundesstrassen.

Anbieter und Tarife für 5G

Zu den 5G-Anbietern gehörten die drei großen Netzbetreiber A1, Magenta und Drei gehören. Darüber hinaus ist noch „spusu“ dazugekommen. Im Gegensatz zu Deutschland, erwartete man für Österreich aber keinen Kostenschub für 5G. Einerseits vielen hier die Auktionskosten deutlich geringer aus, andererseits wollte der RTR durch Auflagen Tarife, besonders für virtuelle Anbieter, niedrig halten. Ob dies gelingt bleibt abzuwarten. Vergleicht man aber die Preise und Volumen-Konditionen von 4G mit deutschen Tarifen, hat Österreich seit jeher die Nase vorn. Unlimitierte Angebote kosten in Deutschland nach wie vor zwischen 40 und 80 Euro monatlich.

5G Broadcast – Rundfunk bald über Mobilfunk?

Der 5G-Standard könnte mittelfristig auch die Rundfunk verändern, zumindest dessen Übertragung. Statt wie bisher per DVB-T2, soll in wenigen Jahren „5G Broadcast“ dessen Rollen übernehmen.

Der ORF forderte bereits im Februar 2019, Frequenzen zwischen 470 und 700 MHz zu reservieren, so der „Standard“. Die Tochter ORS plane ab 2023 mit dem Aufbau eines 5G-Broadcast Netzes. Damit auch alle Verbraucher Zugriff darauf haben, und nicht nur solche mit 5G-Vertrag, sollen per 5G übertragene Medieninhalte frei zugänglich sein, also auch ohne SIM. Diese Auflage war sogar Bestandteil der 5G-Auktion.

https://www.rtr.at/de/pr/PI07032019TK