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Virtual Fiber

„Glasfaser via Funk“ von der Deutschen Telekom


Bis 2025 soll Deutschland endgültig im Gigabit-Zeitalter ankommen (Netzallianz), also ein Großteil der Haushalte mit wenigstens 1 GBit/s (1000 MBit) im Internet surfen. Grundvoraussetzung für dieses Ziel wäre der flächendeckende Glasfaserausbau (FTTH), was aber aus Kostengründen wenig realistisch erscheint. Doch 5G mit der „Fixed Wireless Access“-Technik rückt die Zielsetzung wieder in den Bereich des möglichen. Bei der Deutsche Telekom testet man bereits seit 2018 erfolgreich solche Zugänge. Schon 2020 sollen erste Haushalte, vor allem im ländlichen Raum, „Glasfaser per Funk“ bekommen. Hier erfahren Sie alles zu den Plänen und dem Stand der Dinge.

Glasfaserperformance per Funk?

Breitband-Tarife mit 1000 MBit (Gigabit) oder mehr, erfordern eigentlich sehr kostenintensive Glasfaser-Anschlüsse. Besonders in dünn besiedelten Regionen lohnt der Ausbau wirtschaftlich nur selten. Besonders kostenintensiv macht den Ausbau die Strecke vom Verteiler bis zum Endkunden, auch bekannt als „letzte Meile“. Geht es nach den Plänen der Telekom, können mit dem LTE-Nachfolgestandard 5G  bald schon glasfaserähnlichen Geschwindigkeiten erreicht werden. Und das praktisch überall und zudem sehr preiswert! Möglich wird dies durch „Fixed Wireless Access“ (FWA). Vereinfacht gesagt, wird die Strecke vom Verteiler (der mit Glasfaser angebunden ist) bis zum Endkunden mit 5G überbrückt. Der Sender vom Mobilfunkanbieter fällt kaum größer als ein Brotkasten aus und der Kunde benötigt lediglich ein passendes Empfangsgerät.

Was ist „Virtual Fiber“?

Die Deutsche Telekom testet den Ansatz, 5G für Festnetzkunden einzusetzen, bereits seit Anfang 2018.  Da sich „Fixed Wireless Access“ (FWA) aber sehr schlecht merken lässt, hat man einen eigenen Begriff konzipiert, der das Konzept deutlich besser auf den Punkt bringt  - „Virtual Fiber“. Technisch kann 5G FWA die gleichen Datenraten und Latenzzeiten liefern, als wenn der Kunde direkt per Glasfaser angebunden wäre. Nur dass so Regionen erschlossen werden können, wo sich „echtes“ Glasfaser-Internet bis zum Haus (FTTH) für ein Unternehmen nicht lohnt.

Fixed Wirless Access

Virtual Fiber steht für Internet-Zugänge mit glasfaserähnlicher Performance, wobei die Übertragung der letzten Meile zum Kunden per 5G-Funk bzw. Fixed Wireless Access erfolgt.

Aktuell surfen die meisten Haushalte in Deutschland noch kabelbasiert über DSL, VDSL, Coax (Kabel) oder Fiber-Internet. Mit dem Virtual Fiber-Ansatz der Telekom könnte sich das bald ändern und vergleichsweise langsame Techniken wie DSL überflüssig machen. Mindestens 25 Prozent der Haushalte, sollen den Plänen der Telekom nach, bald schon darüber Gigabit-Geschwindigkeiten erhalten.



Tests bereits 2018 abgeschlossen

Die Deutsche Telekom testet die Technik schon seit letztem Jahr unter Live-Bedingungen in Berlin und Ungarn. Vor dem eigentlichen Marktstart dürften aber noch einige weitere folgen. Wir werden darüber berichten ...

Hardware für Virtual Fiber der Telekom

Welche Geräte genau zum Einsatz kommen, ist noch nicht bekannt, nur deren Funktionsweise. Ähnlich wie bei LTE, benötigt man zunächst eine Empfangseinheit, also eine Art Antenne, die indoor oder außen angebracht werden kann. Diese wird dann mit einem handelsüblichen LAN-Kabel an den Telekomrouter angeschlossen werden.

Unser Fazit

Anschlüsse auf Basis von Virtual Fiber könnten mittelfristig langsamere Brückentechniken wie VDSL oder sogar das gänzlich veraltete DSL ablösen und Gigabit-Datenraten auch in den letzten Winkel Deutschlands bringen. Mit LTE und Hybrid-Internet hat die Telekom in den vergangenen Jahren bereits reichlich Erfahrung sammeln können, was die Versorgung mit Funk-Internet angeht. Daher sind wir recht optimistisch, dass dieser Ansatz ein voller Erfolg werden könnte – zumindest sofern die Tarife nicht volumenbegrenzt und zu teuer werden.