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Pro & Kontra 5G-Ausbau

Was spricht für und was gegen 5G?


Rein auf dem Papier, verspricht die 5. Generation ausschließlich Vorteile. Schneller, günstiger (im Betrieb) und flexiblere Einsatzmöglichkeiten sind die drei elementaren Eckpfeiler. Doch es gibt nicht nur Befürworter. Aber was gibt es an der neuen Technik zu kritisieren?

Kontra 5G

Bereits beim aktuellen LTE-Ausbau zeigen sich einige Tendenzen, die teils für Verbraucher ziemlich sinnlos erscheinen dürften. Statt den Fokus auf ein dichtes und zuverlässiges LTE-Netz für alle (bundesweit) zu legen, forcieren die Mobilfunkprovider teils eine regelrechte Schlacht um Maximaldatenraten. Kaum ein Jahr, nachdem LTE CAT4 (bis 150 MBit) Verbreitung fand, führte die Telekom LTE-Advanced ein, was aktuell in der Spitze um die 500 MBit (CAT6) verspricht. 2017 zündete Vodafone einen weiteren Turbo und beschleunigte sein Netz auf bis zu 500 MBit. In naher Zukunft sollen die 4G-Netze sogar auf über 1000 MBit aufgebohrt werden. Oft sind die Provider dabei sogar schneller als die Hardwarehersteller. Auch über ein Jahr später, kann man meist die Zahl der jeweils kompatiblen Smartphones an einer Hand abzählen.

Mobilfunkmast für schnelles LTE heute

Zudem weiß jedes Kind mittlerweile, dass sich die genannten Geschwindigkeiten nur unter seltensten Bedingungen annähernd erreichen lassen. Die tatsächlich im Durchschnitt erzielbaren Nettodatenraten, liegen momentan bei maximal einem Zehntel. So verweist z.B. Vodafone im Kleingedruckten auf einen Netztest der Zeitschrift connect: "Der Durchschnitt laut Connect Test-Ausgabe 1/2017 beträgt 48,96 Mbit/s im Download und 16,42 Mbit/s im Upload".

Auch wird kaum die Sinnhaftigkeit nach über 100 MBit am Smartphone diskutiert. Was für einen Heimanschluss noch durchaus berechtigt sein mag, erschließt sich am Handy auch auf den zweiten Blick schwer. Zumal alle Tarife im Volumen stark limitiert sind. Selbst teure Allnetflats für 50-80 € monatlich, bieten selten mehr als 10 GB (Gigabyte) pro Monat. Nehmen wir kurz an, jemand lädt am Smartphone Daten mit 300 MBit in Form eines Downloads, dann ist dieses Kontingent in 4 Minuten und 40 Sekunden für den Rest des Monats aufgebraucht. Der Kunde surft dann um einen Bruchteil langsamer. Und zwar um Faktor 4670! Denn gedrosselt wird auf ca. 64 Kbit/s.

Mit 5G hingegen, rücken neue High-End Datenraten von weit über 1.000 MBit in greifbare Nähe. Früher oder später mögen solche Leistungswerte auch berechtigte Anwendungen für Endkunden finden, aber nicht bis 2020. Selbst heute lässt sich der Mehrwert von 200-500 MBit für Mobilfunkkunden kaum rechtfertigen.

Ebenfalls besteht wieder die Gefahr, dass primär die städtischen Gebiete von der neuen Mobilfunktechnik überproportional profitieren. Denn ein dichtes 5G-Netz im ländlichen Bereich wird es so schnell kaum geben. Zumal auch der Einsatz von sehr hohen Frequenzbereichen vorgesehen ist. Das setzt jedoch ein extrem dichtes Netz an Mini-Mobilfunkzellen voraus, was sich nur in den Städten realisieren ließe.

Und schließlich der letzte Aspekt, der nicht untergehen sollte: Wie schon bei der Einführung von LTE, wird es wieder viele "Elektrosensible" auf die Barrikaden bringen. Durch die Erschließung von neuen Frequenzbändern in noch viel höheren Spektralbereichen wie bisher, dürfte der Proteststurm nicht lange auf sich warten lassen.

Pro 5G

Mehr Leistung, mehr Energie- und Spektraleffizienz, sind sowohl für Kunden- als auch für Provider schlagende Argumente. Mittelfristig führt sicher kein Weg an einer neuen Mobilfunkgeneration vorbei, was auch ein Blick auf die durchschnittlichen Lebenszyklen offenbart. Allerdings wurde auch noch längst nicht das volle Potenzial der 4G-Technik entfaltet. Diese dürfte auch 2025 noch eine tragende Rolle bei der Mobilfunkversorgung spielen. Mit 5G dürfte ein ähnlich tragender Paradigmenwechsel im Mobilfunkbereich eingeläutet werden, wie damals mit dem Start von LTE. Ob dieser jedoch schon mit 2020 gerechtfertigt und realistisch ist, steht auf einem anderen Blatt.

Lebenszyklen Mobilfunkstandards zu 2G, 3G und 4G im Zeitverlauf

Lebenszyklus von Mobilfunkstandards | Bild: GSA intelligence