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Mrz 02 2016

 von: Redaktion 5G-Anbieter.info

Der Mobile World Congress 2016 in Barcelona hat gezeigt, dass die Entwicklung des 5. Mobilfunk-Standards (5G) bereits fortgeschritten ist und erste kommerzielle Netze spätestens im Jahr 2020 zu erwarten sind. Die großen Netzwerk-Ausrüster wie Nokia und Ericsson haben anhand von Showcases einzelne Bestandteile und Anwendungszwecke von 5G vorgestellt. Aber auch 5G Bandbreiten-Demonstrationen mit teils enorm hohen Geschwindigkeiten gab es zu sehen. Ein besonderer Fokus lag dieses Jahr aber auf den niedrigen Latenz-Zeiten, welche mit 5G realisiert werden sollen. Max von 5G-Anbieter.info war auf der Messe und konnte sich die neuesten Trends und Entwicklungen bezüglich 5G ansehen.

5G: Fokus auf Geschwindigkeit und Latenz

Wenn man die Frage beantworten möchte, was die 5. Mobilfunk-Generation hauptsächlich auszeichnet, so dürften vor allem zwei Stichworte fallen: extrem hohe Geschwindigkeiten und extrem niedrige Latenz-Zeiten. So ist zumindest der Eindruck, wenn man die Messe-Stände der einzelnen Unternehmen besichtigt hat, die an der Entwicklung von 5G beteiligt sind. Im Vergleich zu LTE/4G soll die Geschwindigkeit zum Start etwa 10 Mal so hoch sein, die Netzbetreiber sprechen von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde im Downlink. Später könnten mit 5G allerdings auch noch weit höhere Datenraten ermöglicht werden, die Deutsche Telekom hat zum Beispiel in Barcelona 5G mit rund 70 GB/s gezeigt.

Telekom 5G Demo

Die Latenz-Zeit spielt ebenfalls eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des 5G Standards. Es wird angestrebt, Latenz-Zeiten von rund einer Millisekunde zu ermöglichen (ULL, Ultra Low Latency). Das wäre abermals eine enorme Verkürzung der Paket-Laufzeiten verglichen mit LTE, bislang sind rund 20 Millisekunden erreichbar. Um so kurze Zeiten zu erreichen, muss an diversen Stellschrauben im Netz gedreht werden, unter anderem muss die gesamte Netz-Infrastruktur vereinfacht werden.

5G Network-Slicing

Mehrere Netzbetreiber, darunter die Deutsche Telekom und South Korean Telecom, haben auf dem MWC 5G Network Slicing gezeigt. Dabei wird das 5G Netz virtuell in einzelne Netzabschnitte aufgeteilt, etwa für extrem schnelles mobiles Internet (Ultra Mobile Broadband, kurz UMBB) im 60 GHz Frequenzbereich oder für die Steuerung von Maschinen im 2,6 GHz Bereich. Die einzelnen „Slices“ sind also für bestimmte Anwendungen und Einsatzzwecke optimiert, die Hardware dahinter ist aber einheitlich, die Aufteilung geschieht über Software-Defined Networking (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV).

Netzwerk Slicing

Maschinen-Steuerung mit 5G

Die 5. Mobilfunk-Generation soll, nach Willen der Industrie und der Netzbetreiber, einen großen Anteil zur Digitalisierung der Wirtschaft beitragen. Die Steuerung von Maschinen über das Mobilfunk-Netz erfordert extrem niedrige Latenz-Zeiten, um eine präzise und zuverlässige Funktion gewährleisten zu können.

Die Deutsche Telekom hat das an ihrem Messe-Stand am Beispiel eines Roboters gezeigt, welcher mit einem 5G-Vorläufer gesteuert wurde. Auch SK und KT (South Korean Telecom und Korean Telecom) haben auf dem eigenen Messe-Stand sowie in der GSMA Innovation City die Steuerung von Maschinen und Robotern über 5G präsentiert. So war zum Beispiel eine kleine Drohne zu sehen, die via 5G Basisstation gesteuert wurde und gleichzeitig hochauflösendes Bildmaterial übertragen konnte.

Grundlage für selbstfahrende Autos

Autos sollen künftig autonom fahren können. 5G-Mobilfunk könnte hier für Sicherheit im Straßenverkehr sorgen, in dem die Fahrzeuge untereinander Informationen austauschen können, etwa über den Straßenzustand oder generell den Verkehrsfluss. Die extrem kurzen Reaktionszeiten von 5G sind hier notwendig, um die Informationen zuverlässig zwischen den Verkehrsteilnehmern austauschen zu können. Sicher wird sich das selbstfahrende Auto nicht vollständig auf 5G Mobilfunk verlassen, es wird eher eine Ergänzung zu den regulär eingebauten Sensoren darstellen. Ein wichtiger Baustein hin zum Auto der Zukunft ist die 5. Mobilfunk-Generation aber in jedem Fall.

Noch keine Endgeräte für 5G

Für 5G wird man neue Endgeräte wie Smartphones, Tablets oder Router benötigen, so wie es auch schon bei LTE der Fall war. Abgesehen von sehr großen Prototypen in schlichtem Metall-Gehäuse gab es auf dem Mobile World Congress 2016 aber noch keine entsprechenden 5G Geräte zu sehen – der Fokus der Aussteller lag ganz klar auf den oben genannten Anwendungen, welche mit 5G möglich werden sollen. Auf dem Messe-Stand von Vodafone war zu erfahren, dass erste 5G Smartphones vermutlich erst in den Jahren 2018 oder 2019 auf den Markt kommen werden. Das scheint plausibel, denn die Entwicklung des 5G Standards dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen.


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